Kooperation zwischen deutsch- und fremdsprachigen Gemeinden

In Deutschland gibt es eine Reihe von evangelischen Gemeinden jenseits der Landeskirchen, in denen aus anderen Ländern zugewanderte Christinnen und Christen zusammenkommen und ihre Gottesdienste feiern – in ihrer Muttersprache und der ihnen vertrauten Liturgie – oft in angemieteten Gemeinderäumen, ohne in das „normale“ Gemeindeleben vor Ort eingebunden zu sein.

Seit 1998 hat die Region Deutschland der Vereinten Evangelischen Mission das Programm zur Kooperation zwischen deutsch- und fremdsprachigen Gemeinden, dessen Ziel es ist, Brücken zu bauen, will heißen, Landeskirchen und so genannte „Migrationskirchen“ einander näher zu bringen. Denn christlicher Glaube ist vielseitig – auch in Deutschland – und die spirituelle, liturgische und nicht zuletzt kulturelle Vielfalt, die die koreanischen, französischen, brasilianischen Migrationsgemeinden mit sich bringen, ist eine Bereicherung.

Pastor José-Manuel Gonzalez und Pastor Joshua Wilfred studieren die Bibel. Foto: Ursula Harfst/VEM
Pastor José-Manuel Gonzalez und Pastor Joshua Wilfred studieren die Bibel.
Foto: Ursula Harfst/VEM

Ziele des Programms:

  • Bewusstsein wecken für die Situation christlicher Migrantinnen und Migranten: Sie leben in Deutschland, bauen ihre eigenen kirchlichen Strukturen auf und suchen Kontakt zu deutschen Kirchen und Gemeinden.
  • Bewusstsein für eine neue Missionsbewegung wecken: Missionare aus Afrika und Asien entdecken Deutschland als ihr Arbeitsfeld.
  • Unterstützung von Migrationsgemeinden beim Aufbau ihrer Strukturen und bei ihrer Integration in die deutsche Kirche und Gesellschaft.
  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen einheimischen und Migrationsgemeinden.
  • Entwicklung von Projekten gemeinsamer Mission und interkultureller Evangelisation.
  • Verstehen und Akzeptanz fördern; Rassismus auch in der Kirche überwinden.
  • Internationalisierung und Multikulturalisierung der Kirche.

Liste fremdsprachiger Gemeinden

Im ersten Jahr konzentrierte sich das Programm auf Forschung und Recherche über die Situation und das Selbstverständnis evangelischer Migrationsgemeinden. Im August 1999 veranstaltete die Vereinte Evangelische Mission eine Tagung, an der Vertreter und Vertreterinnen von Migrationsgemeinden sowie der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelische Kirche von Westfalen teilnahmen.

Aus dem Gesprächsprozess dieser Tagung entstand der Gedanke, eine Liste fremdsprachiger Gemeinden zu erstellen, die von den Landeskirchen anerkannt sind. Ein Komitee mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Migrationsgemeinden sowie der evangelischen Kirchen im Rheinland und Westfalen hat einen Kriterienkatalog erarbeitet, an dem sich fremdsprachige Gemeinden orientieren können. Die Landeskirchen erkennen die Listengemeinden als ökumenische Partner an und haben sich verpflichtet, gegenüber staatlichen Stellen für die Gemeinden auf der Liste einzutreten.

Kriterien für die Aufnahme in die Liste:

  1. Glaubensbasis des ökumenischen Rates der Kirchen
  2. Verpflichtung zur ökumenischen Zusammenarbeit mit deutsch- und fremdsprachigen Kirchen.
  3. organisatorische Stabilität
  4. Bereitschaft des Pastors / der Pastorin an Fortbildungsveranstaltungen der evangelischen Landeskirchen in Deutschland teilzunehmen.
  5. zwei schriftliche Empfehlungsbriefe

Ausbildungskurs „Kirche im Interkulturellen Kontext“ – KIKK

Seit 2001 bietet die Vereinte Evangelische Mission den Ausbildungskurs „Kirche im interkulturellen Kontext“ für Leitende aus fremdsprachigen Gemeinden an. Auch Deutsche haben die Möglichkeit, daran teil zu nehmen.

Die Ziele des kikk: Menschen für das Leiten von Gemeinden und Gruppen zu befähigen, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren eigenen Horizont zu erweitern und Toleranz und Zusammenarbeit zu üben. Dies geschieht durch gemeinsames Mit– und Voneinanderlernen, durch die durch Dozenten vermittelten Inhalte (Kirchengeschichte und Ökumene, Situation in Deutschland, Bibelexegese und Predigtlehre, Verwaltung und Umgang mit Ämtern, interkulturelle Kommunikation und Konfliktlösung) und die miteinander gelebte Spiritualität der Glieder unterschiedlicher Gemeinden und Kulturen.

2007/2008 nehmen 13 Männer und 9 Frauen im Alter von 24 bis 64 am Kurs teil. Von ihrer Abstammung her kommen sie aus neun Ländern (Brasilien, Deutschland, Ghana, Indien, Kongo, Korea, Nepal, Nigeria und Südafrika).

Ansprechpartnerin

Koordinatorin des Programms Fremdsprachige Gemeinden

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