Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
Warum setzt sich die VEM für Menschenrechte und Frieden ein?
Die Mitglieder der VEM sehen es als grundlegenden Bestandteil ihres Auftrages, gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten. Sie tun dies vor dem Hintergrund einer Vielzahl von gewaltsamen Konflikten und Kriegen, von denen VEM-Mitgliedskirchen unmittelbar betroffen waren und sind – so in Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo, in Sri Lanka, in Indonesien oder auf den Philippinen. Darüber hinaus ist die Situation in fast allen Ländern der VEM-Mitgliedskirchen gekennzeichnet von wirtschaftlicher Ungerechtigkeit, Armut, der Ausgrenzung weiter Bevölkerungsgruppen vom Zugang zu Bildung, gesundheitlicher Versorgung sowie Land und Nahrung.
Wie tritt die VEM für Frieden und Menschenrechte ein?
Die VEM hat in einer Reihe von internationalen Begegnungen und Konsultationen ihrer Mitglieder in den vergangenen Jahren Anstöße zur Frage gegeben, wie Kirchen gemeinsam wirkungsvoll für Menschenrechte eintreten, Friedens- und Versöhnungsarbeit leisten sowie zu weltweiter Gerechtigkeit angesichts der negativen ökonomischen Folgen der Globalisierung beitragen können. Besondere Schwerpunkte bilden dabei:
1. Aus- und Fortbildung
2. Wirtschaftliche Gerechtigkeit und Globalisierung
3. Lobby- und Advocacyarbeit
4. Bewusstseinsbildung und Projektunterstützung
5. Versöhnungsarbeit
Koordiniert werden diese Programme in der seit 1993 bestehenden Abteilung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Die VEM hat eine eigene Menschenrechtskommission, die jährlich tagt. Die Mitgliedskirchen sind mit der VEM durch Kontaktpersonen für Menschenrechts- und Friedensarbeit vernetzt.
1. Aus- und Fortbildung für Frieden und Menschenrechte
Die Förderung zur Qualifizierung im Bereich der Friedens- und Menschenrechtsarbeit geschieht auf lokaler, regionaler wie internationaler Ebene durch Stipendien, Seminare und Beratung.
2. Wirtschaftliche Gerechtigkeit und Globalisierung
Ein Schwerpunkt der Arbeit der VEM bildet das Engagement der Kirchen für wirtschaftliche Gerechtigkeit angesichts der negativen Auswirkungen der Globalisierung. Die VEM beteiligt sich und unterstützt nationale wie internationale Initiativen und Kampagnen unter anderem für einen Schuldenerlass der ärmsten Länder für faire Regeln im Welthandel für die Verpflichtung von multinationalen Konzernen auf Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltstandards für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen von Frauen in der Textilindustrie, für Aufklärung und Grundlagenarbeit zum Thema »Reichtum und Armut« sowie für eine wirkungsvolle Verhinderung illegaler Rohstoffausbeutung in Krisenregionen.
3. Lobby- und Advocacy-Arbeit für Frieden und Menschenrechte
Angesichts besonderer regionaler Konflikte, wie im Gebiet der Großen Seen in Afrika oder in West Papua/ Indonesien, hat die VEM gemeinsam mit anderen Partnern in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland zwei Netzwerke aufgebaut und entwickelt: das West Papua Netzwerk und das Ökumenische Netz Zentralafrika.
Gegenüber der Bundesregierung, dem deutschen Parlament und Vertretern der Europäischen Union werden über diese Bündnisse Anliegen der Partner im Süden vorgetragen und diskutiert. Dies geschieht darüber hinaus auch im Rahmen der Politikgespräche und Veranstaltungen des Forums Menschenrechte, einem Zusammenschluss von Organisationen der Zivilgesellschaft in Deutschland für die Durchsetzung der Menschenrechte weltweit.
Gegenüber den Vereinten Nationen setzt sich die VEM mit anderen ökumenischen Partnern, wie dem Weltkirchenrat und dem Lutherischen Weltbund, unter anderem im Rahmen der jährlichen Sitzungen der UN-Menschenrechtskommission für die Belange von Partnern aus dem Süden ein und ermöglicht Vertretern aus VEM-Mitgliedskirchen die Teilnahme an der Kommission.
4. Bewusstseinsbildung und Projektunterstützung
Die VEM unterstützt die Bewusstseinsbildung im Bereich Menschenrechte und Friedensarbeit durch Publikationen, Seminare und Posteraktionen. Daneben unterstützt die VEM Menschenrechts- und Friedensprojekte, die durch Spenden finanziert werden unter anderem in den Bereichen:
Rechts- und humanitäre Hilfe für politische Gefangene und Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen, marginalisierte Gruppen, Aids-Waisen Armutsbekämpfung Kleinkredite, Beratung und Hilfe für Kleinbauern) Umweltschutz und Gesundheitsversorgung (Wiederaufforstung, Nutzung von Heilpflanzen, medizinische Hilfe), Unterstützung von Lobby- und Advocacyarbeit von lokalen Gemeinden und Gruppen etwa in Auseinandersetzung mit Holz- und Bergbauunternehmen oder industriellen Unternehmen in Fragen von Arbeitnehmerrechten.
Versöhnungsarbeit ist insbesondere im Anschluss an gewalttätige Konflikte notwendig, um eine langfristige friedliche Entwicklung zu ermöglichen und gestörte Beziehungen zu heilen. Die VEM hat angesichts einer Vielzahl von bewaffneten Konflikten im Bereich ihrer Mitgliedskirchen Versöhnungsinitiativen und Projekte gefördert bzw. selbst durchgeführt u.a. in Ruanda, Sri Lanka und der Demokratischen Republik Kongo oder im Bereich des interreligiösen Dialoges in Indonesien. Versöhnungsarbeit braucht einen langen Atem wie das Beispiel Namibia zeigt.
Die Vereinte Evangelische Mission ist Mitglied in der Klimaallianz: www.die-klima-allianz.de/






