Kinder und Jugendliche

- Schulkinder in Sri Lanka. Foto: Sophie Lizares-Bodegon/VEM
Der Arbeitsbereich Kinder und Jugendliche ist im Referat Frauen, Jugend und Kinder der VEM angesiedelt. Die VEM will die Bedeutung und die Rechte der Kinder stärken, denn in vielen Ländern, in denen die VEM tätig sind, spielen Kinder eine sehr untergeordnete Rolle in ihrer Gesellschaft und bekommen kaum die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Gaben zu entfalten.
Die VEM führt in Deutschland, Afrika und Asien regelmäßig eine Reihe von Initiativen und Programmen für Kinder und Jugendliche durch.
»Jugendliche helfen Kindern«
So gibt es seit dem Jahr 2002 etwa das internationale VEM-Programm »Jugendliche helfen Kindern«, auch »Youth for Children« genannt.
Im Jahr 2005 zum Beispiel haben im Rahmen dieses Programms vierzehn junge Leute aus Deutschland, Indonesien, dem Kongo, den Philippinen und Sri Lanka eine Schule in Sri Lanka renoviert, die durch den Tsunami stark beschädigt worden war. In den Jahren zuvor gab es ebenfalls mehrwöchige Arbeitseinsätze in Indonesien und Namibia, bei denen Jugendliche Kindergärten renoviert, Spielplätze gebaut und beim Unterricht mitgeholfen haben.
Internationale Jugendgruppe der VEM zum Gast bei der EKKW
»Herzlich Willkommen im Haus der Kirche« – stand auf der Einladung von Dr. Wilhelm Richebächer, Ökumenedezernent der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck und Ratsmitglied der VEM. Dieser Einladung folgte die »Youth for Children«-Truppe Mitte Juli 2009 gerne. Schließlich bot der Ausflug nach Kassel eine willkommene Abwechslung zum gleichermaßen idyllischen wie anstrengenden Campleben auf dem »Himmelsfels« in der kleinen hessischen Stadt Spangenberg.
Ishak und Friska, Macci und Jean-Claude, Thiago und Lydia kommen aus West Papua und Mentawai, Namibia und Ruanda, Brasilien, Essen und Sippershausen.
Und Uli Baege hat diese sechs Jugendlichen während des Sommercamps auf dem Himmelsfels betreu.
Ihr gemeinsamer Auftrag: Als Botschafter ihrer Kulturen im Camp der Stiftung Himmelsfels mit Kindern zusammen leben, arbeiten und beten. Dies alles geschieht auf engem Raum in weiter Natur: In liebevoll bemalten Bauwagen auf einem Berg in der Mitte der Republik wird gespielt und gegessen, Geschichten aus der Bibel erzählt und der Alltag für eine Weile vergessen.
»Youth for Children« nennt sich das internationale Jugendprogramm der VEM, das diese Botschafter entsandt hat und abwechselnd in Afrika, Asien und Deutschland stattfindet. Das Programm »Jugendliche helfen Kindern«, dass bereits zum achten Mal von der VEM organisiert wurde, soll neben interkulturellen Lernerfahrungen vor allem das Bewusstsein junger Erwachsener für die Belange von Kindern in aller Welt schärfen.
Erfahrung & Inspiration - Think Tank am runden Tisch
Viel mehr als ein formelles Hallo, ein »Meet & Greet« hatten die Jugendlichen eigentlich gar nicht erwartet. Und waren umso mehr überrascht von dem Interesse, dass ihnen, ihren Biographien und ihren Zukunftsplänen entgegengebracht wurde.
Gut zwei Stunden nahmen sich OLKR Richebächer und sein Kollege Neville Williamson von der Geschäftsstelle Ausbildungshilfe / Christian Education Fund Zeit, den Jugendlichen über die Arbeit der Kirche, ihre Partnerschaften und die Ausbildungshilfe der EKKW zu erzählen und ließen dabei viel Raum für Fragen und angeregte Diskussionen.
Engagiert diskutierte die Runde und Pastor Johannes Weth, dem Initiator und Leiter der Stiftung Himmelsfels, über die Stellung von Kindern in verschiedenen Ländern, über unterschiedliche kulturell geprägte pädagogische Ansätze und Botschaften. Einig waren sich alle Beteiligten über die positive Auswirkung von Sommercamps gerade für Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Schnell wurden Beispiele aus allen Regionen ausgetauscht, wie die Zusage Gottes, Kindern in schwierigen Verhältnissen aus ihrer Isolation helfen kann, aber auch über die Notwendigkeit, diese Kinder nicht von ihren Familien zu entfremden.
Welche Wege kann Kirche in Deutschland, Afrika und Asien in Zukunft gehen, um Jugendlichen Raum zur Entfaltung und ein Gefühl von Zuhause zu geben? Nicht nur auf die Jugend warten, sondern aktiv da hingehen, wo sich Gruppen bilden, wo sich der Alltag der Jugend abspielt; Traditionen mit Innovationen verknüpfen, Mit- statt Nebeneinander agieren von verschiedenen Kirchen- und Evangelisationsformen, waren nur einige der Vorschläge auf diese Frage.
Viele Ideen und Fragen aus dieser Runde wird die Gruppe sicher mitnehmen und auch nach Programmende weiter diskutieren. Diesen Eindruck hatte nicht nur Richebächer, der zum Abschluss der Diskussionsrunde den Jugendlichen mit auf den Weg gab, dass jede und jeder von ihnen in den drei Camp-Wochen das Leben von 120 Kindern auf individuelle Weise positiv erweitert hat – und damit auch das Leben von 120 zukünftigen Familien.
»Bleiben Sie in Kontakt miteinander, sehen Sie sich gegenseitig wachsen, unterstützen Sie sich in Ihren Zukunftsplänen, Sie werden aus diesem Austausch immer wieder Kraft schöpfen können für Ihr Leben und Ihre Visionen«, ermutigte Richebächer die Gruppe.
Während die Gruppe einhellig begeistert von dem Treffen zum gemeinsamen Foto aufrief, planen Johannes Weth und Sabine Schiweck, Referentoin für interregionale Jugendprogramme bei der VEM, bereits das nächste gemeinsame Projekt: Wenn noch ein bisschen Gremienarbeit getan und Budgets geklärt werden, könnten schon ab nächstem Sommer zwei VEM-Praktikantinnen aus Afrika und Asien für ein Jahr in der Stiftung Himmelsfels arbeiten, diesem ganz besonderen Ort und Projekt im Herzen Deutschlands. Dann heißt es wieder: Herzlich Willkommen auf dem Himmelsfels!
Die EKKW hat bereits ihr Interesse signalisiert, diese beiden Freiwilligen in ihre Jugend- und Partnerschaftsprogramme einzubinden.
Internationale Konsultation für Kinderrechte
Im Mai 2005 führte das Referat eine internationale Konsultation für Kinderrechte in Wuppertal durch. Etwa 30 haupt- und ehrenamtliche Fachleute aus mehr als 20 VEM-Mitgliedskirchen nahmen daran teil. Es war die erst Konsultation zu diesem Thema, und es ging vor allem um die Wechselbeziehung zwischen der biblischen Botschaft und den Forderungen der 1989 verabschiedeten UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Die Kirchen haben zu lange die Augen verschlossen gegenüber den Bedürfnissen und Leiden von Kindern, sagte Sonia Parera-Hummel. »Viele Nichtregierungsorganisationen kümmern sich um die Kinder, während wir als Kirchen uns meistens auf diejenigen beschränken, die in der Lage sind, in die Sonntagsschule zu kommen.«
In ihrer Menschenrechtsarbeit macht sich die VEM zusammen mit anderen Organisationen seit Anfang der 1990er Jahre für Kinder stark.
Die VEM unterstützt unter anderem die Ziele des
Arbeitskreises gegen Kinderprostitution des Amts für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWE) der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKVW).





Jugendchor auf Nias, Indonesien

