Gedenkveranstaltung: Rückblick auf die gemeinsame Wiederaufbauarbeit
(20.01.2010) Tote Menschen auf den Straßen, zerstörte Häuser, wo man hinschaut, verzweifelte Menschen auf der Suche nach ihren Angehörigen: Das Erdbeben auf Haiti erinnert nicht nur in seinen Ausmaßen an den ebenfalls verheerenden Tsunami in Ostasien vor fünf Jahren. „Die Bilder aus Haiti erinnern mich noch einmal besonders an die schrecklichen Ereignisse von damals“, sagte auch Fidon Mwombeki, der Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), bei einer gemeinsamen Tsunami-Gedenkveranstaltung der VEM und der Stadt Wuppertal am Montag.
Mwombeki erinnerte aber auch an die überwältigende Hilfsbereitschaft in Wuppertal und in ganz Deutschland. Vier Millionen Euro hatten Bürgerinnen und Bürger, Kirchengemeinden, Partnerschaftsgruppen, Firmen und andere Institutionen für die Not- und Wiederaufbauhilfe gesammelt. Die Stadt Wuppertal vertraute dabei von Anfang an auf die langjährige Erfahrung der VEM mit ihren Mitgliedskirchen vor Ort und unterstützte deren Arbeit. Einen solchen „kreativen und kompetenten Partner“ hier vor Ort zu haben, sei etwas Besonderes, sagte Oberbürgermeister Peter Jung im Rahmen der Veranstaltung.
Die Kreativität der Spendensammlerinnen und –sammler sei bewundernswert gewesen, betonte Viktor Grapentin, der bei der VEM für die Spenden zuständig ist. Er zeigte unter anderem Bilder eines Fußballturniers in der Uni-Sporthalle, das mehr als 5.000 Euro für die Flutopfer erbrachte. Auch viele Kinder hätten sich beispielsweise mit Sponsorenläufen oder mit dem Verkauf von Spielsachen engagiert. Und manches Engagement halte bis heute an: So spendeten Mitarbeitende der Stadt bis heute für einen Ausbildungsfonds für Kinder auf der indonesischen Insel Nias. Auch hier seien mittlerweile mehr als 5.000 Euro zusammengekommen.
Die Spenden würden für eine große Zahl an Projekten eingesetzt, erklärte Kristin Jäger, die bei der VEM damals die Koordination der Tsunami-Hilfe leitete. Ganz wichtig dabei: Die Projekte sollten nachhaltig wirken. Mit Hilfe der VEM-Mitglieder vor Ort und den Asienabteilungen der VEM habe die VEM beispielsweise die Schulen und Kindertagesstätten wieder aufgebauen können, und auch erdbebensichere Kirchen und hunderte von Wohnhäusern habe man aus Spenden finanzierten können. Auch Projekte zur Traumabewältigung und zahlreiche Einkommen schaffende Maßnahmen seien gefördert worden.
Die Bilder von diesen Aufbau-Projekten und die dazu passende Musik von indonesischen Mitarbeitenden der VEM zeigten dabei die Hoffnung, die wieder eingekehrt ist in die betroffenen Regionen. „Die Aufbauarbeit hält an“, sagte Fidon Mwombeki bei der Gedenkveranstaltung. „Und mit der großen Hilfe der Stadt Wuppertal und der engagierten Menschen hier und in ganz Deutschland wird sie auch weiterhin möglich sein. Darauf freuen wir uns.“