Regionalversammlung Deutschland der VEM tagte in Nordhorn
(Wuppertal, 3. Juni 2007 / VEM) “Kirchenführer nehmen zu selten Stellung zu aktuellen politischen Fragen“. Diese Meinung vertrat der Journalist und Menschenrechtsfachmann Andreas Zumach, der seit vielen Jahren die internationale Menschenrechtsarbeit beobachtet und Mitglied der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung ist. "Obwohl viele Christen und viele christliche Gruppen sehr aktiv für die Menschenrechte eintreten, vermisse ich oft klare Stellungnahmen von kirchenleitenden Personen zu aktuellen Entwicklungen, wie zum Beispiel zur Einschränkungen der Presse- und Versammlungsfreiheit vor dem G8 -Gipfel in Heiligendamm" sagte Zumach in seinem Referat vor der Regionalversammlung Deutschland der VEM am Freitag, 1. Juni 2007 in Nordhorn.
„Die Kirchen und die Menschenrechte“ war das Thema der Regionalversammlung Deutschland der Vereinten Evangelischen Mission, die am 1. und 2. Juni 2007 auf Einladung der Evangelisch-reformierten Kirche im Gemeindehaus Am Markt in Nordhorn tagte. 138 Delegierte, Gäste und Berater waren zusammen gekommen, um die Arbeitsschwerpunkte der Region Deutschland in der VEM im kommenden Jahr zu diskutieren.
Das Hauptreferat zum Thema „Die Kirchen und die Menschenrechte – Biblische Grundlagen zum Eintreten für die Menschenrechte“ hielt Bischof Erme Camba von der Vereinigten Kirche Christi in den Philippinen (UCCP). Er berichtete von der sich verschärfenden Lage in seinem Land, in dem Entführungen, Folter und politische Morde in letzter Zeit zugenommen haben. In ihrem Ziel, die Rebellen der „New People’s Army“ und der „Moro-Befreiungsfront“ militärisch zu unterdrücken, würden immer mehr Menschen- und Bürgerrechtsorganisationen und auch kirchliche Gruppen und Mitarbeiter zum Ziel angeblich anti-kommunistischer Angriffe. Bedrückende Aktualität erhielt Cambas Bericht durch die Entführung des UCCP-Pfarrers Berlin Guerrero am 27. Mai. Er wurde gefoltert und sitzt jetzt unschuldig im Gefängnis.
Die Teilnehmer der Regionalversammlung unterschrieben einen Protestbrief an die philippinische Staatspräsidentin Gloria Macapagal Arroyo und forderten Guerreros Freilassung und die Untersuchung der vielen Fälle von Verschleppung und politischem Mord und die Bestrafung der Schuldigen.
Thema war ebenfalls die Gesamtausrichtung der Arbeit in der deutschen Region der Vereinten Evangelischen Mission und ihre Arbeitsweise und die Verabschiedung der Programmschwerpunkte für das kommende Jahr.
F.d.R. Thomas Sandner