(29.10.2008) Angesichts der neu ausgebrochenen heftigen Kämpfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo, in deren Folge hunderttausende Menschen auf der Flucht sind, bittet die Vereinte Evangelische Mission (VEM) Bundesaußenminister Steinmeier, sich gegenüber dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für eine sofortige Stärkung und Aufstockung der UN-Friedenstruppen einzusetzen. Dabei sollte das robuste Mandat der Monuc in vollem Umfang ausgeschöpft und die Truppen in die Lage versetzt werden, die Zivilbevölkerung wirkungsvoll zu schützen. Diese Forderung wird nicht nur von den kirchlichen Partnern der VEM im Kivu erhoben, sondern auch vom Leiter der UN-Abteilung für Friedensmissionen, Alain Le Roy.
Ferner bittet die VEM die Bundesregierung, ihren Einfluss gegenüber den Regierungen der Demokratischen Republik Kongo und Ruandas geltend zu machen, um beide Seiten für die Fortsetzung des im Januar 2008 zwischen unterschiedlichen Re¬bellengruppen ausgehandelten Friedensabkommens zu gewinnen. Dabei soll insbesondere die ruandische Regierung gedrängt werden, in diesem Sinn auf General Nkunda einzuwirken, seine Offensive zu stoppen.
Die VEM weist darauf hin, dass Deutschland gute Beziehungen zu beiden Staaten pflegt und daher Einfluss geltend machen kann, um auf ein Ende der Tragödie im Ost-Kongo, ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen und den Schutz der Bevölkerung hinzuwirken.
Das für Menschenrechte verantwortliche Mitglied des VEM-Vorstandes, Dr. Jochen Motte, hat noch vor zwei Wochen Ruanda und den Kongo besucht und sich in der Stadt Goma aufgehalten. Im Brief an Außenminister Steinmeier weist er hin auf die Frustration der Zivilbevölkerung über die scheinbare Tatenlosigkeit der UN-Friedenstruppe (Monuc) und die Angst vor erneuter Vertreibung und Gewalt, die die Atmosphäre in der Stadt prägen. Von der unbeschreiblichen Brutalität der Milizen und Militärs gerade gegenüber Frauen und Kindern berichtet Motte im Anschluss an Gespräche mit vergewaltigten Frauen, die in Goma medizinisch behandelt werden.
Die VEM arbeitet mit Partnern im Kivu eng zusammen und unterstützt durch ihre Mitgliedskirche, die CBCA, Flüchtlingshilfe, Hilfe für vergewaltigte Frauen, medizinische Arbeit, Bildungsprogramme und Entwicklungsprojekte.
F.d.R.: Dr. Jochen Motte (Tel.: 0173.2866077), Birgit Pfeiffer (Tel.: 0202.89004-101), E-Mail: info@vemission.org. www.vemission.org
Brief an Außenminister Steinmeier (PDF)