Frauen

Die VEM engagiert sich für die Geschlechtergerechtigkeit und setzt sich auf vielfache Weise für die Stärkung von Frauen in ihren Mitgliedskirchen ein – denn in vielen Ländern, in denen die VEM tätig ist, werden Frauen diskriminiert und benachteiligt.

Frauenarbeitsgruppe – »Women’s Working Group«

Um das Engagement für Frauenrechte institutionell zu verankern, hat die VEM 1996 eine internationale Frauenarbeitsgruppe ins Leben gerufen, die darauf achtet, dass die Belange von Frauen in die Entscheidungen der VEM-Gremien miteinbezogen werden und Beschlüsse in den Mitgliedskirchen umgesetzt werden. Die »Women’s Working Group« (WWG) hat jeweils eine Amtszeit von vier Jahren, ist mit je zwei Afrikanerinnen, zwei Asiatinnen und zwei Deutschen besetzt und wird von der Referentin für Frauen, Jugend und Kinder als Hauptamtlicher aus der Wuppertaler Zentrale beraten. Im Jahr 2001 ist auf Initiative der Arbeitsgruppe das Dossier zum Thema »Gewalt gegen Frauen in Kultur, Gesellschaft und Kirche« veröffentlicht worden, ebenso wie ein »Verhaltenskodex gegen sexuelle Belästigung«, der seit 2004 bei Tagungen und Veranstaltungen in den Mitgliedskirchen verteilt wird.

Mittlerweile hat sich das Bewusstsein für die Rechte und Belange von Frauen innerhalb der Mitgliedskirchen der VEM deutlich verbessert; der Anteil von Frauen in Leitungspositionen hat sich erhöht und es gibt eine Reihe von Beschlüssen, die die Rechte von Frauen stärken: etwa über eine ausgewogene Beteiligung von Frauen in Leitungsgremien, die Überarbeitung von Hochzeitsliturgien, Bemühungen um inklusive Sprache und die Finanzierung von Frauenförderprojekten, um nur einige zu nennen.

Ökumenische Wohngemeinschaft

Das Referat „Frauen, Jugend und Kinder“ führt eine Reihe von Projekten und Programmen durch, die sich mit allen drei Arbeitsbereichen beschäftigen. Ein besonderes Projekt ist die »Ökumenische Wohngemeinschaft«, kurz ÖWG. Ein halbes Jahr lang leben acht Frauen aus Afrika, Asien und Deutschland auf den Philippinen und in Deutschland zusammen, arbeiten in Kirchengemeinden vor Ort mit und machen Praktika. Mit dem ÖWG-Programm möchte die VEM interkulturelles Lernen fördern, Frauenrechte stärken und ökumenisches Teilen im Alltag erfahrbar machen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Thema Kinder und ihre Rechte. Durch das ÖWG-Programm möchte die VEM einen Schneeball-Effekt erzielen: Indem die Frauen nach der Rückkehr in ihre Heimatländer und Kirchen ihre Erfahrungen und erworbenen Kenntnisse in ihrem eigenen Umfeld einbringen, tragen sie dazu bei, die Gleichberechtigung von Frauen und die Unterstützung von Kindern ein Stück voran zu bringen.

Teilnehmerinnen der 8. Ökumenischen Wohngemeinschaft der VEM. Foto: Anja Cours/VEM
Teilnehmerinnen der 8. Ökumenischen Wohngemeinschaft der VEM. Foto: Anja Cours/VEM

Frauenbegegnungsreisen – »Women to Women«

Durch das Programm »Women to Women« haben Frauen aus VEM-Mitgliedskirchen die Möglichkeit, das Leben von Frauen anderer Mitgliedskirchen und Kulturen im Alltag zu erfahren und sich über Probleme und mögliche Lösungen auszutauschen. In der zweiwöchigen Begegnung können sie voneinander lernen und zusammenarbeiten, um Vorurteile und Ungerechtigkeit in ihrer eigenen Kultur besser zu erkennen und zu überwinden.

Schwesterngemeinschaft in der VEM

Eine besondere Form der Gemeinschaft von Frauen in der VEM ist die Schwesterngemeinschaft, die aus der Schwesternschaft der Rheinischen Mission erwachsen ist, die seit Ende des 19. Jahrhunderts allein stehende Frauen nach Afrika und Asien aussandte. Die heutige Schwesterngemeinschaft hat anders als früher auch verheiratete Mitglieder. Die Frauen, die in der Schwesterngemeinschaft miteinander verbunden sind, leben nach einer verbindlichen Ordnung, die die Mitglieder gemeinsam festgelegt haben und die durch gemeinsames Gebet und Hilfe im Alltag gekennzeichnet ist. Wer dazu gehört, trifft hier Frauen, die zum Teil einige Jahre ihres Lebens in Afrika oder Asien verbracht haben, kann von ihren Lebenserfahrungen profitieren und die eigenen in die Gemeinschaft einbringen.

Die meisten Schwestern leben in Deutschland, einige Schwestern leben in anderen europäischen Ländern, in Afrika oder Asien.

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»Frauen in der Mission«

Auch in der Vergangenheit war das Engagement von Frauen für die Mission von tragender Bedeutung. Seit 1991 arbeitet die Projektgruppe „Frauen in der Mission“ historische Quellen aus den Archivbeständen auf, um den Verdiensten von Frauen in der Missionsgeschichte die ihnen zustehende Geltung zu verschaffen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Weiterführende Links:

 

Die Schwesterngemeinschaft stellt sich vor

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