Kooperation zwischen deutsch- und fremdsprachigen Gemeinden

- Pastor José-Manuel Gonzalez und Pastor Joshua Wilfred studieren die Bibel.
Foto: Ursula Harfst/VEM
In Deutschland gibt es eine Reihe von evangelischen Gemeinden jenseits der Landeskirchen, in denen aus anderen Ländern zugewanderte Christinnen und Christen zusammenkommen und ihre Gottesdienste feiern – in ihrer Muttersprache und der ihnen vertrauten Liturgie – oft in angemieteten Gemeinderäumen, ohne in das „normale“ Gemeindeleben vor Ort eingebunden zu sein.
Von 1998 bis 2008 hat die Region Deutschland der Vereinten Evangelischen Mission mit einem eigenen Programm die Kooperation zwischen deutsch- und fremdsprachigen Gemeinden gefördert. Denn christlicher Glaube ist vielseitig – auch in Deutschland – und die spirituelle, liturgische und nicht zuletzt kulturelle Vielfalt, die die koreanischen, französischen, brasilianischen Migrationsgemeinden mit sich bringen, ist eine Bereicherung.
Liste fremdsprachiger Gemeinden
Im ersten Jahr konzentrierte sich das Programm auf Forschung und Recherche über die Situation und das Selbstverständnis evangelischer Migrationsgemeinden. Im August 1999 veranstaltete die Vereinte Evangelische Mission eine Tagung, an der Vertreter und Vertreterinnen von Migrationsgemeinden sowie der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelische Kirche von Westfalen teilnahmen.
Aus dem Gesprächsprozess dieser Tagung entstand der Gedanke, eine Liste fremdsprachiger Gemeinden zu erstellen, die von den Landeskirchen anerkannt sind. Ein Komitee mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Migrationsgemeinden sowie der evangelischen Kirchen im Rheinland und Westfalen hat einen Kriterienkatalog erarbeitet, an dem sich fremdsprachige Gemeinden orientieren können. Die Landeskirchen erkennen die Listengemeinden als ökumenische Partner an und haben sich verpflichtet, gegenüber staatlichen Stellen für die Gemeinden auf der Liste einzutreten.
Kriterien für die Aufnahme in die Liste:
- Glaubensbasis des ökumenischen Rates der Kirchen
- Verpflichtung zur ökumenischen Zusammenarbeit mit deutsch- und fremdsprachigen Kirchen.
- organisatorische Stabilität
- Bereitschaft des Pastors / der Pastorin an Fortbildungsveranstaltungen der evangelischen Landeskirchen in Deutschland teilzunehmen.
- zwei schriftliche Empfehlungsbriefe
Ausbildungskurs „Kirche im Interkulturellen Kontext“ – KIKK
Seit 2001 bietet die Vereinte Evangelische Mission den Ausbildungskurs „Kirche im interkulturellen Kontext“ für Leitende aus fremdsprachigen Gemeinden an. Auch Deutsche haben die Möglichkeit, daran teil zu nehmen. Die Ziele des Kurses ist es, Menschen für das Leiten von Gemeinden und Gruppen zu befähigen, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren eigenen Horizont zu erweitern und Toleranz und Zusammenarbeit zu üben.
Ansprechpartnerinnen
Seit Oktober 2008 liegt die Koordination des Programmes nicht mehr bei der VEM.
Ansprechpartnerinnen und –partner für die Koordination der Zusammenarbeit zwischen deutsch- und fremdsprachigen Gemeinden Arbeit sind:
- für den Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland: Kirchenrätin Pfarrerin Christine Busch, Dezernentin in der Ökumeneabteilung
- für den Bereich der Evangelischen Kirche von Westfalen: Pfarrer Peter Ohligschläger, Leiter des Amtes für Mission, Ökumene und Weltverantwortung
- ferner: das Komitee fremdsprachiger Gemeinden mit Vertretern der evangelischen Landeskirchen (Evangelische Kirche im Rheinland und Evangelische von Westfalen) und der fremdsprachigen Gemeinden, die als Listengemeinden anerkannt sind
- die lokalen Beauftragten der evangelischen Kirche in den einzelnen Städten und Regionen
- für den Kurs „Kirche im interkulturellen Kontext“ die Ökumenische Werkstatt Missionsstr. 9, D-42285 Wuppertal, Tel.: 0202-89004-830/ Fax: 0202-89004805 E-Mail: oewe-wup(at)vemission.org
Die Liste der fremdsprachigen Gemeinden, die als ökumenische Partner der beiden Landeskirchen anerkannt sind, findet sich
hier (Stand: September 09) oder auf den Seiten der Evangelischen Kirche im Rheinland:
http://www.ekir.de/ekir/229_46278.php
Weitere Infos und Materialien:
Liste der fremdsprachigen Gemeinden, September 2008 (PDF)
Faltblatt zu Fragen und Antworten in Bezug auf die Liste fremdsprachiger Gemeinden



