»Runder Tisch« der VEM zum Welt-Aids-Tag
(Wuppertal, 30. November 2007 / VEM) Ein »Aids-Tsunami« wüte derzeit in Asien. So der promovierte Mediziner und Psychologe Alphinus Kambodji anlässlich einer Veranstaltung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) am 29. November. Er begründete dies mit den Besorgnis erregenden Zahlen: Jeden Monat sterben in Asien mehr Menschen an Aids als nach dem verheerenden Tsunami von 2004.
In der Veranstaltung, einem »Runden Tisch« der VEM mit Vertretern von Partnerschaftsgruppen im Rahmen des offiziellen Welt-Aids-Tags-Programms der Stadt Wuppertal, erinnerte Kambodji an die Aids-Situation weltweit. 46 Millionen Menschen sind derzeit mit dem HI-Virus infiziert, 2006 hat es insgesamt vier Millionen Aids-Tote gegeben und sieben Millionen Neuinfektionen.
In Indonesien sind derzeit laut Schätzungen zwischen 193.000 und 250.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Besonders hoch ist hier der Anteil der intravenös Drogen Benutzenden, er beträgt 65 Prozent der Infizierten.
Laut Kambodji sind nach wie vor sechs Herausforderungen zu bewältigen, um Aids in Asien und anderswo wirksam bekämpfen zu können:
1) die Realitäten des menschlichen Lebens und der menschlichen Sexualität anerkennen
2) Menschenrechte schützen
3) Stigmatisierung und Diskriminierung abbauen
4) den soziokulturellen Status der Frauen deutlich verbessern
5) für soziale Gerechtigkeit eintreten
6) Krankheiten wir Malaria und Tuberkulose überwinden
Ein Schlüssel für alle diese Problembereiche ist die Bildung. Sehr wichtig ist Alphinus Kambodji, dass die Kirchen zu den Menschen am Rande der Gesellschaft stehen und praktische Solidarität mit den Leidenden üben.
Dr. Alphinus Kambodji ist praktischer Arzt und Psychologe und seit Anfang 2005 Regionalbeauftragter für das HIV- und Aids-Programm der Vereinten Evangelischen Mission in Asien. Vorher hatte das aktive Mitglied der Christlichen Kirche in Ostjava bereits langjährige Erfahrungen in der Aidsbekämpfung in gesellschaftlichen Randgruppen gesammelt. Im Februar 2007 ist ihm von der indonesischen Regierung ein Preis für sein herausragendes Engagement in der Aids-Arbeit verliehen worden.
Das im Jahr 2000 gegründete Anti-Aids-Programm der VEM bezog sich zunächst schwerpunktmäßig auf die besonders betroffene und wenig versorgte Region frankophones Afrika. Dort ist es gelungen, Kirchen zu motivieren, in die Aids-Arbeit einzusteigen. Das Modell, Menschen vor Ort zu suchen, die entsprechende Fachkenntnis mitbringen, kirchennah sind und die Kirchen beraten, ist aufgegangen. Der Erfolg hat die VEM darin bestärkt, ähnlich wie in Afrika, auch in den asiatischen Mitgliedskirchen die Aids-Arbeit aufzubauen.
Fotos von der Veranstaltung schicken wir auf Anfrage gerne zu.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der VEM, Telefon (0202) 890 04-135