Erstmals über 20 Millionen Euro
(20.08.07/epd). Die von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel haben im vergangenen Jahr die höchste Spendensumme in ihrer Geschichte verzeichnet. Im Jahr 2006 seien 20,7 Millionen Euro gespendet worden, erklärte Bethel-Chef Friedrich Schophaus am Donnerstag vor Journalisten in Bielefeld. Im Jahr zuvor waren es 19,7 Millionen gewesen. Die Spendensumme setze sich aus rund 383.000 einzelnen Zuwendungen zusammen. Gesteigert wurden 2006 auch die Gesamterträge auf rund 783 Millionen Euro (2005: 764 Millionen Euro).
Trotz der gestiegenen Erträge schloss das größte diakonische Werk Europas das Jahr 2006 mit einem Defizit in Höhe von 2,1 Millionen Euro ab. Im Vorjahr hatte es noch einen Überschuss von rund drei Millionen Euro gegeben. Als Ursache wurden Anlaufschwierigkeiten im Evangelischen Krankenhaus (EvKB) genannt. Wegen einem Minus von rund 3,6 Millionen Euro war im Juni überraschend der bisherige Hauptgeschäftsführer des EvKB Franz Streyl entlassen worden. Neuer Geschäftsführer wird am 1. September der Diplomkaufmann und Wirtschaftsprüfer Heiner Meyer zu Lösebeck.
Von den rund 58 Millionen Euro Investitionen entfielen rund 20 Millionen auf das deutschlandweit größte evangelische Klinikum. Das EvKB war vor zwei Jahren aus dem Zusammenschluss der beiden Bethel-Häuser Gilead und Mara mit dem Evangelischen Johanneskrankenhaus entstanden. Schophaus mahnte, dass der derzeitige wirtschaftliche Aufschwung auch den sozialen und kulturellen Bereichen der Gesellschaft zu Gute kommen müsse. "Künftig muss die Gesellschaft wieder mehr Geld für einen lebendigen fürsorglichen
Sozialstaat bereitstellen", sagte Schophaus.