Diamanten, Tourismus und Aids: Botswana
Botswana lässt sich kaum in gängige Kategorien einordnen: Das Land im Süden Afrikas ist so wohlhabend, dass es offiziell nicht zu den Entwicklungsländern gezählt wird. Das liegt vor allem an der Diamantenindustrie: Ein Großteil der staatlichen Einnahmen kommen aus dem Abbau der Edelsteine, daneben werden Kupfer und Nickel gefördert. Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle. Trotzdem lebt ein großer Teil der Einwohner unterhalb der Armutsgrenze und 23 Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten.
Botswana ist eineinhalb mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland und hat 1,7 Millionen Einwohner. Das entspricht etwa der Hälfte der Einwohner Berlins. Und das Land hat zurzeit immer noch die höchste Infektionsrate mit HIV und Aids: Fast 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind betroffen. Gleichzeitig hat Botswana eines der besten Gesundheitssysteme Afrikas. Durch den besonderen Schwerpunkt, den die Regierung schon seit Jahren der Aids- Bekämpfung widmet, ist die Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten hier besonders gut ausgebaut, besser als in den meisten afrikanischen Ländern. Gleichwohl bricht das Schweigen um die Krankheit erst sehr langsam auf.
Botswana hat ein vergleichsweise gut ausgebautes Bildungssystem, aber dennoch herrscht ein großer Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften. Das macht auch der Kirche zu schaffen: Die Gehälter, die sie anbieten kann, sind sehr niedrig, Staat und Wirtschaft zahlen besser, und so ist für viele ein Arbeitsplatz in der Kirche nicht attraktiv.



