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14.03.2017

Länderseminar Namibia & Botsuana

Vortrag von Prof. Henning Melber (Foto: Christian Froese)

Die Rolle der Mission und die daraus resultierenden Konsequenzen innerhalb des Genozids an den Herero und Nama von 1904 bis 1908 standen im Mittelpunkt des Länderseminars Namibia und Botsuana der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) im Anschluss an die Vernissage. Rund 50 Interessierte waren Mitte März zu dieser Veranstaltung nach Wuppertal gekommen.  

Unter dem Titel „Einführung in die Völkermorddiskussion und ihre Auswirkung in Namibia und Deutschland“ eröffnete Prof. Henning Melber das Länderseminar. Melber bewertete das Geschehen eindeutig als Genozid, den auch die deutsche Regierung endlich offiziell anerkennen müsse, vor allem nachdem sie auch den Völkermord an den Armeniern anerkannt habe. Die deutsche Kolonialmacht in Afrika hatte „nachhaltige Folgen“, die sich auf die Identität der Herero und Nama „über Generationen hinweg“ auswirkten und deren Unrecht nicht wiedergutzumachen sei. Jedoch seien zumindest die Übernahme von Verantwortung und ein kritisches Hinterfragen der Verhaltensweisen für die Vergangenheit und für die Zukunft notwendig, so Melber.

In dem zweiten Beitrag unter dem Titel „Die Wahrnehmung des Prozesses seitens der EKD“ analysierte Dr. Ulrich Möller die Perspektive der Kirchen in Namibia und in Deutschland auf den Genozid. Die damaligen Pastoren hätten die Eingriffe der deutschen Kolonien mit einer theologischen Rechtfertigung unterstützt und sich damit ebenfalls mitschuldig am Völkermord gemacht, sagte der Oberkirchenrat der westfälischen Kirche. Die Aufarbeitung begann spät – erst Anfang der 1970er Jahre. 1990 gab es ein offizielles Schuldbekenntnis der Vereinten Evangelischen Mission. Die Entscheidungsbefugnis, der Besitz und die Verantwortung liegen seitdem zu gleichen Anteilen bei den Mitgliedern der VEM. Innerhalb der deutschen und afrikanischen Kirchenverbände als auch in der namibischen Regierung und Bevölkerung müsse jetzt eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Position und Klärung gefunden werden, forderte Möller. Aufgrund der unterschiedlichen Sichtweisen und Interessen sei dies allerdings keine leichte Aufgabe, so Möller.

„Die Anerkennung ist durch – Grund zum Feiern? Was passiert jetzt?“ Diese Frage diskutierte eine Expertenrunde im Anschluss an die Vorträge: Neben Henning Melber und Ulrich Möller saß auch Julia Besten, Geschäftsführerin der Archiv- und Museumsstiftung der VEM, auf dem Podium. Besten war unter Anderem Geschäftsführerin der Studienprozesse zur Auslandsarbeit im kolonialen südlichen Afrika und während der Apartheidzeit.

Schwerpunkt der Diskussionsrunde war unter anderem die Rolle der Jugendlichen innerhalb der Kirchen. Ihnen sollten mehr Gestaltungsspielräume eröffnet werden. Dadurch könnten sich neue Wege und Lösungsvorschläge im Umgang mit den Problemen ergeben. Darin waren sich die Fachleute einig. Die deutsch-namibische Künstlerin Imke Rust schlug vor, dass die namibischen Kirchen und die Regierung in einem ersten Schritt eigenständig Lösungswege entwickeln sollten, ohne dass Deutschland bzw. Europa in die Entscheidungsfindung eingreifen. Mit diesen Eindrücken teilte sich die Gruppe nach der Diskussion in die zwei Länderrunden Botsuana und Namibia zur weiteren Besprechung zukünftiger Lösungswege der Kirchenverbände.

Katharina Schäffler (Foto: Christian Froese)

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