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10.04.2017

VEM-Ehemaligentagung im Zeichen der Reformation

Foto oben: Angelika Veddeler (Leiterin der Abteilung Deutschland der VEM) und Kerstin Griese (MdB), v.l. Foto unten: Teilnehmende der Ehemaligentagung. Fotos: VEM

Vom 7. bis 9. April fand die von der Abteilung Deutschland verantwortete jährliche Ehemaligentagung der VEM im Evangelischen Tagungshaus auf dem Heiligen Berg in Wuppertal statt. Die diesjährige Zusammenkunft der vormaligen VEM-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter stand ganz im Zeichen der Reformation.

So beantworteten aktuelle ökumenische Mitarbeitende der VEM wie Valens Karangwa, Elisabeth von Francois und Robert Byamungu die Frage danach, was die Reformation für sie persönlich bedeutet. Dabei sahen vor allem die anwesenden Frauen die Tatsache, dass sie heute im Verkündigungsdienst tätig sein können als eine Spätfolge der Reformation. Der vormalige VEM-Stipendiat Dr. Dennis Solon aus Dumaguete (Phlippinen) erläuterte zudem die Bedeutung der Reformation für die heutige Arbeit der Kirchen am Beispiel der Philippinen.

Die Frage danach, was die Reformation für die politische Arbeit in Deutschland bedeutet, beantwortete am Samstagnachmittag die eingeladene Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese (SPD), Pfarrerstochter und u.a. Mitglied der EKD-Synode. "Der Glaube ist kein Navi, das einen nach rechts oder links führt, sondern eher eine Orientierung, was unsere Werte und Grundlagen sind. Denken muss man schon selbst", so die Sozialdemokratin und Historikerin über die generelle Bedeutung des Glaubens.

Reformation bedeutet für Griese, die Welt zu hinterfragen, und zwar nicht nur religiös, sondern auch politisch und nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. Sie betonte, dass das Reformationsjubiläum nicht in Abgrenzung zu anderen Glaubensrichtungen, sondern vor allem gemeinsman mit Katholiken und dem Staat gefeiert werde. Sie verwies darauf, dass der Bundetag sich zweimal, nämlich in den Jahren 2009 und 2011 über die Reformation geäußert und diese als welthistorisches Ereignis bewertet habe. Der einmalige bundesweite Feiertag am 31. Oktober 2017, der das Ende des laufenden Reformationsjahres markiert, sieht sie als weiteren Meilenstein der für Deutschland wichtigen Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche.

Mit der Bibelübersetzung ins Deutsche nahm Luther nach Ansicht von Griese nicht nur Einfluss auf die deutsche Sprache, sondern ermöglichte vor allem religiöse Bildung im Sinne eines eigentverantwortlichen Glaubens. "Lesen und verstehen sind ein guter Schutz gegen populistisches Gedankengut," so die Abgeordnete aus dem Wahlkreis Mettmann-Niederberg. Die von Luther propagierte Bildung und Teilhabe sieht sie als eigentlichen revolutionären Akt der Reformation, beide Aspekte werden in Anbetracht der zunehmenden religiösen Pluralität in unserer Gesellschaft heute immer wichtiger. Ihr Plädoyer für religiöse Bildung schloss auch den islamischen Religionsunterricht an Schulen ein und die Forderung danach, dass Imame und islamische Religionslehrer in Deutschland ausgebildet werden müssten.

Mit Blick auf die Bedeutung von Zivilgesellschaft für die gegenwärtige Intergrationsaufgabe betonte Griese, dass der Staat die Kirchen und NGOs brauche, da diese aufgrund ihrer Arbeit und Erfahrungen oftmals eine bessere interkulturelle und interreligiöse Kompetenz besäßen als staatliche Stellen. Dies gelte besonders für die VEM, die in den Ländern tätig sei, aus denen viele Menschen nach Europa flüchten.

Text & Foto: Martina Pauly

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