Ehemaliger Jugendmitarbeiter der VEM ist nun Oberhaupt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania
(13.11.07) Bischof Alex Gehaz Malasusa ist am 11. November 2007 in einem Festgottesdienst in Daressalam in sein Amt als Vorsitzender Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT) eingeführt worden. Der ehemalige Jugendmitarbeiter der Region Afrika der VEM war auf der Kirchensynode im Juli zum Nachfolger des langjährigen ELCT-Oberhaupts Dr. Samson Mushemba gewählt worden, der aus Altersgründen ausschied.
Angelika Veddeler, Referentin der VEM für das anglophone Afrika, berichtet aus Daressalam.
Etwa 2.000 Gottesdienstteilnehmer aus Daressalam und aus allen 20 Diözesen der ELCT hatten sich unter den eigens für diesen Zweck aufgebauten Zeltdächern auf dem Vorplatz der Azania-Front-Gemeinde in der Innenstadt Dars eingefunden, unter ihnen eine hochrangige Delegation der tansanischen Regierung, angeführt vom Staatspräsidenten Jakaya Kikwete und dem Premierminister Edward Lowassa. Auch der ehemalige Präsident, Benjamin Mkapa, war anwesend. Viele Gäste aus Schweden, den USA, aus Deutschland sowie aus den lutherischen Kirchen der Nachbarländer waren gekommen, um bei der Einführung dabei zu sein.
Für die Vereinte Evangelische Mission (VEM) nahmen Jochen Motte, Angelika Veddeler, Malte Hausmann und Polisi Kivava an der Einführung teil. "Wir in der VEM haben uns alle Mühe gegeben, Euren Bischof gut auf sein Amt vorzubereiten. Nun sehen wir, dass wir Erfolg hatten!", sagte Bischof Benson Bagonza, Vorsitzender der Afrika Region der VEM, in seinem Grußwort.
"Für unseren Bruder Malasusa erbitten wir für seine große Verantwortung die Führung des Heiligen Geistes", schrieb der Moderator der VEM, Bischof Zephania Kameeta aus Namibia, der aus Krankheitsgründen nicht wie ursprünglich vorgesehen selber an der Einführung mitwirken konnte.
Große Beachtung fand die Rede des Präsidenten Kikwete, der der Kirche für ihre tragende Rolle in der Entwicklung des Landes und bei der Verbesserung der Lebensumstände der Menschen dankte. Er betonte, wie wichtig es sei, den Frieden zwischen den verschiedenen Völkern und Religionen in Tansania zu erhalten. Dabei ging er auch auf die Frage nach der institutionellen Verankerung der islamischen Gerichtsbarkeit in so genannten "Islamic Court Laws" ein, die Kirchen und Gesellschaft in Tansania zur Zeit beschäftigt. "Das ist ein Thema, das ich bei meinem Amtsantritt vorgefunden habe" sagte der Präsident und erklärte, dass die Frage nach der Einführung von einem Parlamentsabgeordneten bereits vor mehreren Jahren in die Nationalversammlung eingebracht worden war, dann aber vom Parlament an eine spezielle Kommission für die Reform von Gesetzen zur Bearbeitung gegeben wurde. Im nächsten Februar wird der Bericht dieser Kommission erwartet. Kikwete betonte, dass die Empfehlungen der Kommission veröffentlicht werden würden und der Prozess der Entscheidungsfindung transparent verlaufen werde.
Die Regierung werde in ihrer Entscheidung die öffentlichen Interessen der tansanischen Gesellschaft mit großer Sorgfalt berücksichtigen. Das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Völker und Religionen in Tansania solle nicht gefährdet werden, so Kikwete.
In ihren anschließenden Reden dankten sowohl der scheidende Vorsitzende Bischof Samson Mushemba als auch Malasusa der Regierung für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kirchen und dem Präsidenten für seine erklärenden Worte.
Beide betonten die Notwendigkeit, das Amt des ELCT Kirchenleiters in großer Ehrlichkeit zu führen und sich auf allen Ebenen in Kirche und Gesellschaft entschieden gegen Korruption einzusetzen.
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