900 Bürger erhalten 100 Namibische Dollar im Monat
(16.01.2008) Gestern hat die erste Auszahlung eines Grundeinkommens für namibische Bürgerinnen und Bürger im Rahmen eines Pilotprojekts begonnen. Das hat das Aktionsbündnis Basic Income Grant (BIG) gestern in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.
Das Pilotprojekt, das auf zwei Jahre befristet ist, findet in Otjivero statt, einem 1.000-Seelen Ort, der sich östlich von Windhuk befindet. Ziel des Pilotprojekts ist es, in der Praxis zu belegen, dass das Grundeinkommen sich dazu eignet, die Armut in Namibia zu verringern.
Über 900 registrierte Bürger in Otjivero erhalten bis Dezember 2009 monatlich 100 Namibische Dollar. Die erste Auszahlung erfolgt in bar; in Zukunft soll das Grundeinkommen per Chip-Karte ausgezahlt werden.
Die Kosten für das Grundeinkommen werden durch Spenden vom Aktionsbündnis getragen. Wenn sich das Projekt - wie von den Koalitionspartnern erwartet - als Erfolg erweist, soll es von der Regierung übernommen und im ganzen Land eingeführt werden.
"Der heutige Tag markiert ein historisches Ereignis, da wir erste konkrete Schritte gehen, um die Armut zu beseitigen, die viele Namibier heute noch erfahren", heißt es in der Pressemitteilung des Aktionsbündnisses, das von der Abteilung für Soziale Entwicklung (DfSD) der Evangelischen Lutherischen Kirche in Namibia (ELCRN) koordiniert wird. Maßgeblich beteiligt am BIG-Projekt sind Dr. Claudia und Dr. Dirk Haarmann, die im Rahmen des Personalaustauschprogramms der Vereinten Evangelischen Mission als Entwicklungsexperten das DfSD betreuen.
Der Ort Otjivero wurde für die Pilotphase ausgewählt, weil er laut einer empirischen Studie vergangenen Jahres repräsentativ für die ökonomischen Probleme vieler Orte in Namibia ist. Weitere Studien werden im Laufe des Projektes durchgeführt um den Erfolg des Grundeinkommens zu messen.
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