Podiumsgespräch mit zwei Kongo-Experten
Gut 50 interessierte Kirchentagsbesucher verfolgten die Berichte aus dem Kongo der Vergangenheit und Gegenwart unter der Moderation von Dr. Jochen Motte, Referent für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung der VEM. Dabei berichtete Jean Mutombo aus der bewegten Zeit des Mobutu-Regimes und der Machtübernahme durch Kabila. Übereinstimmend berichten Karin Müller und Jean Mutombo, dass die Bevölkerung nach den langen Unterdrückungsregierungen die freien Wahlen herbeisehnten. Dabei standen die Menschen eher vor logistischen als vor politischen Schwierigkeiten. Auch die Ausbeutung von Rohstoffen stellt das Land vor Probleme. Hier spielten laut Dr. Karin Müller gerade europäische Länder wie die Bundesrepublik Deutschland eine wichtige Rolle. Dr. Karin Müller stammt aus Paderborn und studierte Jura in Münster und Südafrika. Ihre Promotion im Jahr 2002 erfüllte endgültig ihren Kindheitstraum, in Afrika zu arbeiten. Für die Vereinten Nationen bereitete sie seit 2006 die Wahlen in Kinshasa mit vielen Kongolesen vor. Seit 2007 koordiniert sie das ökumenische Netzwerk Zentralafrika. Pfarrer Jean Mutombo wurde 1964 in Manono (Kongo ) geboren, wuchs unter der Herrschaft von Mobutu und Kabila auf. Er studierte Theologie und wurde 1986 ordiniert. Seit 2002 arbeitet er als theologischer Mitarbeiter im VEM-Tagungshaus „Ökumenische Werkstatt Bethel“ in Bielefeld.