Internationale Jugendkonferenz zum interreligiösen Dialog in Malang, Java
(30.07.2007) Mit konkreten Vorschlägen für die Fortführung und Stärkung interreligiöser Dialoge ging am vergangenen Donnerstag die internationale Jugendkonsultation der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Malang, Indonesien, zu Ende.
41 junge Christen aus VEM-Mitgliedskirchen, Buddhisten; Hindus und Muslime waren vom 21. bis 26. Juli im Tagungszentrum der Christlichen Kirche in Ost-Java (GKJW) zusammengekommen. Aus den deutschen Mitgliedskirchen nahmen 7 Jugendliche teil.
Fünf Tage lebten die Teilnehmenden unter einem Dach zusammen, tauschten sich über ihren Glauben und ihren Glaubensalltag aus, besuchten verschiedene Glaubensgemeinschaften vor Ort, analysierten religiöse Konflikte und suchten nach Wegen friedlicher Kooperation zwischen den Religionen. Der Veranstaltungsort Malang war aufgrund seiner multireligiösen Bevölkerungsstruktur und der Erfahrungen der GKJW im interreligiösen Dialog als Veranstaltungsort ausgewählt worden.
In ihrer gemeinsamen Abschlusserklärung bekannten sich die Delegierten dazu, Glaubensunterschiede zu akzeptieren und die Vielfalt der Religionen als Bereicherung zu betrachten, der zum Motor der sozialen, wirtschaftlichen, politischen und spirituellen Entwicklung werden kann.
Ferner haben sie Richtlinien für den Dialog von Christen mit anderen Religionsgemeinschaften entwickelt: Am Anfang jedes interreligiösen Dialogs müsse die Übereinkunft stehen, sich jeglicher Diskriminierung sowie physischer und verbaler Gewalt zu enthalten. Die Ziele eines interreligiösen Jugenddialogs sollten gemeinsam entwickelt und von allen Beteiligten akzeptiert werden. Sie müssten realistisch und klar formuliert sein und unmittelbaren Bezug zu den Bedürfnissen und der Lebenswelt junger Menschen haben. Erfolgreicher Dialog zwischen Angehörigen verschiedener Glaubensgemeinschaften funktioniere nur auf der Basis von Freiwilligkeit, und erfordere eine ergebnisoffene, respektvolle und sensible Grundhaltung aller Beteiligten. Ziele sollten unter anderem das friedliche Miteinander und die Verbesserung des wechselseitigen Verständnisses unter den beteiligten Religionsgemeinschaften sein.
In den Diskussionen wurde deutlich, dass ein religiöser Dialog zwischen Jugendlichen spezifische Merkmale und Erfordernisse hat: Kreativität, Gelassenheit und Spaß sollten ebenso Teil des Jugenddialogs sein, wie die Konzentration auf gemeinsame jugendspezifische Anliegen, beispielsweise HIV und Aids oder Arbeitslosigkeit. Der Dialog dürfe nicht auf der Leitungsebene und bei theoretischen Debatten stehen bleiben, sondern müsse in die Gemeindearbeit vor Ort getragen und an die jeweiligen Gegebenheiten und Bedürfnisse angepasst werden.
Neben allgemeinen Leitlinien und Empfehlungen an die VEM wurden daher auch konkrete Projektideen entwickelt, die von gemeinsamen Radioprogrammen und informellen Treffen verschiedener Glaubensgemeinschaften bis hin zu sozialen Hilfsprojekten und Sportwettkämpfen reichen. Einig waren sich die Teilnehmenden zudem darüber, dass interreligiöser Dialog fester Teil von Erziehung und Schulbildung sein sollte, und so früh wie möglich beginnen solle.
Mehr Informationen zum Programm:
Angelika Söhne: Telefon: 0202.89004-383,
E-Mail: hnh(at)vemission.org, info(at)vemission.org
Fotos können angefragt werden: 0202.89004-136