Seminar in der Ökumenischen Werkstatt Bethel
(28.02.08) Mit der Krise in Simbabwe und ihren Folgen für Südafrika beschäftigt sich eine Tagung der Ökumenischen Werkstatt Bethel der VEM vom 29. Februar bis 1. März. Besonderes Augenmerk liegt auf den Herausforderungen, die durch die Arbeit mit Migranten und Flüchtlingen aus Simbabwe in den Townships Südafrikas entstehen.
In den südafrikanischen Townships haben oft nur ca. 20 Prozent der Menschen ein regelmäßiges Einkommen. Die Mehrheit bleibt ohne Perspektiven. Durch die schnell wachsende Zahl von Flüchtlingen aus dem krisengeschüttelten Simbabwe verschärft sich die Lage in den Townships.
Für das Beratungszentrum Reginald Orsmond in Sophiatown und für das psychologische Gesundheitszentrum Ekupholeni im Township Katlehong ist die Arbeit vor allem mit Kindern aus Flüchtlings- und Migrantenfamilien ein neuer Arbeitsschwerpunkt geworden.
Hinzu kommt eine so genannte „interne Migration“ innerhalb Südafrikas von Kindern und Jugendlichen, die als AIDS-Waisen kein Zuhause mehr haben oder mittellos geworden sind. Wir werden daher nach den psychosozialen Folgen beider Migrationsbewegungen in Südafrika fragen.
Daran anschließend wird sich die Tagung mit zwei weiteren aktuellen Entwicklungen in Südafrika beschäftigen: Der Fortgang der Apartheidsklage der Khulumani-Support-Group, welche die Interessen ehemaliger Apartheidsopfer vertritt, sowie die Präsidentschaftswahl des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) in der Nachfolge von Präsident Thabo Mbeki.
Angesichts dieser Berichte und Entwicklungen und hinsichtlich der sich darin spiegelnden Folgen von Kolonialismus und Apartheid soll auch die Frage diskutiert werden, welche Form der Solidaritätsarbeit gegenüber dem südlichen Afrika weiterhin notwendig ist.
Leitung: Christian Hohmann, Pfarrer im Regionaldienst für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe), Mainzer Arbeitskreis Südliches Afrika (MAKSA) in Zusammenarbeit mit Christoph Beninde, Zimbabwe Netzwerk e.V. und Koordination Südliches Afrika (KOSA), Bielefeld
Referentinnen: Johanna Kistner, Antje Manfroni, Südafrika, Simone Kanpp, Heidelberg
Das Seminar wird gefördert durch den Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) in Bonn.