Der Personalaustausch der VEM

- Teilnehmerin des Freiwilligenprogramms im Einsatz. Foto: VEM-Bildarchiv
Die persönliche Begegnung von Menschen ist durch nichts zu ersetzen. Nur das gemeinsame Gespräch, das erlebte Zusammentreffen, die gemeinsame Erfahrung kann helfen, den anderen und seine Fremdheit zu verstehen. Deshalb gehört der Austausch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwischen den Mitgliedskirchen zu den wichtigsten Aufgaben der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Heute geschieht der Personalaustausch allerdings in anderen Formen als früher bei den Vorgängerorganisationen der VEM, deren ausschließlicher Zweck die Entsendung von Missionaren war.
Geben und Nehmen
Heute stellt die VEM den Kirchen Expertinnen und Experten für bestimmt Aufgaben zur Verfügung. Ihre Anwesenheit soll zudem das partnerschaftliche Miteinander zwischen den Kirchen stärken. Möglichst alle Mitgliedskirchen sollen am Personalaustausch beteiligt sein. Jede Kirche hat etwas zu geben, jede hat umgekehrt in bestimmten Bereichen Bedarf, der möglicherweise durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer anderen Kirche aus derselben (Süd-Süd-Austausch) oder einer anderen Region (Nord-Süd- oder Süd-Nord-Austausch) gedeckt werden kann. Prioritäten der Programmarbeit der VEM, etwa der Kampf gegen HIV/Aids oder für Menschenrechte, finden zunehmend auch im Personalaustausch Berücksichtigung.
Die Zahl der Langzeitmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus Deutschland in afrikanischen und asiatischen Kirchen ist in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen. Stattdessen reisen verstärkt Menschen innerhalb der afrikanischen und der asiatischen Region zu einem Dienst in Nachbarkirchen. Pfarrerinnen und Pfarrer aus asiatischen und afrikanischen Kirchen werden zu einem Dienst in deutschen Kirchen und Kirchenkreisen berufen.
Flexibler Einsatz
Neue Formen des Einsatzes entstehen: Neben der Entsendung von Personal für ein oder zwei Arbeitsperioden von jeweils drei Jahren gibt es seit einigen Jahren auch Möglichkeiten des Kurzzeiteinsatzes für sechs Wochen bis zwei Jahren, mit denen flexibel auf den Bedarf von Kirchen reagiert werden kann. Immer mehr Menschen aus Deutschland sind bereit, während eines Sabbatjahres oder nach Ende der aktiven Berufstätigkeit ihre Kenntnisse und Erfahrungen in einer Mitgliedskirche der VEM in Afrika oder Asien für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung zu stellen.
Inzwischen ist auch das ökumenische Freiwilligenprogramm weiter internationalisiert worden. Seit zwanzig Jahren schickt die VEM deutsche Freiwillige für zwölf Monate in Projekte von VEM-Mitgliedskirchen in Afrika und Asien. Im Zeitraum 2001/2002 gab es zudem einen Austausch von Freiwilligen auf Süd-Süd-Ebene zwischen der Vereinten Kirche Christi in den Philippinen (UCCP) und der Christlichen Kirche in Ost-Java (GKJW). Die Gemeindepädagogin Henrisna Saragih ist die erste Freiwillige aus dem Süden in Deutschland. Sie stammt Indonesien und arbeitet seit September 2002 im Kirchenkreis Hagen. In den kommenden Jahren sollen mehr Jugendliche aus Afrika und Asien für ein Jahr in der afrikanischen und asiatischen, aber auch in der deutschen VEM-Region leben und arbeiten können.
Vertrauen schaffen
In Zeiten der Globalisierung, in denen das Misstrauen zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalität und unterschiedlichen Glaubens vielerorts zunimmt braucht es Brückenbauer. VEM-Austausch-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter sind solche Brückenbauer. Sie können helfen, Vorurteile zwischen unterschiedlichen Kulturen zu entkräften und Vertrauen zu schaffen.





