(26.03.07, Colombo) In der vergangenen Nacht haben Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) erstmals einen Armeeposten aus der Luft angegriffen. Bei dem Angriff mit Leichtflugzeugen auf dem Flughafen von Colombo wurden Militärangaben zufolge drei Soldaten getötet und 17 verwundet. Der Flugverkehr wurde für sechs Stunden ausgesetzt.
Seit einem Anschlag auf mehrere ausländische Diplomaten vor zwei Wochen hat die srilankische Armee ihren Kampf gegen die Rebellen intensiviert. Allein in diesen vergangenen zwei Wochen sind durch Kämpfe im Nordosten Sri Lankas nach Schätzungen der Methodistischen Kirche von Sri Lanka (MC-SL) 150.000 Menschen aus ihren Wohnorten vertrieben worden.
Der 2002 ausgehandelte Waffenstillstand ist zwar offiziell noch gültig, doch häufen sich Anschläge und Opfer auf beiden Seiten. Am meisten leiden die Zivilisten in den betroffenen Gebieten. Eines davon ist Batticaloa im Osten Sri Lankas. Von ihrer Armeebasis feuert die Armee auf die fünf Kilometer entfernten Rebellenstellungen in den so genannten ungeräumten Gebieten. In Batticaloa befindet sich auch eines eines der größten Flüchtlingslager der Region. In weißen Zelten der Vereinten Nationen sind 3.500 Familien untergebracht, darunter auch 1.200 Familien, die durch den Tsunami ihr Obdach verloren und noch kein neues Haus haben. Die sanitären Bedingungen sind prekär.
Die Methodistische Kirche von Sri Lanka hilft Flüchtlingen mit Lebensmittelpaketen und Haushaltsutensilien. Pfarrer Dharmaranchan auf eigene Faust Kirchenmitglieder aus dem Nord-Osten evakuiert und in seiner Kirche in Batticaloa untergebracht, darunter viele alte Menschen, die ohne die Hilfe nicht überleben könnten, etwa wie ein 105-jähriger hinduistischer Mann.
Viele Menschen, die vertrieben worden sind, haben die Hoffnung auf Frieden fast aufgegeben. Eine Frau im Flüchtlingslager sagt, sie rechne nicht mehr damit nach Hause zu kommen. „Denn was sollen wir dort? Es ist doch alles zerstört.“
Die Kirche versorgt nicht nur eigene Mitglieder, sondern kümmert sich auch um Menschen anderen Glaubens. Da der MC-SL sowohl Singhalesen als auch Tamilen angehören, gilt sie als neutral und hat Zugang zu Gebieten, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind.
Die tamilischen Rebellen kämpfen seit über 20 Jahren für einen eigenständigen Tamilienstaat. Bis 2002 sind im Bürgerkrieg mindestens 65.000 Menschen ums Leben gekommen. Seit dem neuerlichen Ausbruch der Gewalt steigen die Zahlen der Toten und Verletzten weiter an. Allein 2006 sind etwa 4.000 Menschen getötet worden.
Birgit Pfeiffer