Theologische Tagung in der Ökumenischen Werkstatt Wuppertal der VEM
(Wuppertal, 14. November 2007 / VEM) Mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen deutschen und fremdsprachigen Gemeinden zu verbessern, fand vom 6. bis 8. November 2007 eine theologische Tagung in Wuppertal statt. Unter dem Titel "Von der reversen Mission zur gemeinsamen Mission" waren 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus deutschen Landes- und Freikirchen und aus unterschiedlichen Migrationskirchen in der Ökumenischen Werkstatt der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) zusammen gekommen.
"Wenn ich für Afrikaner predigen sollte, hätte Gott mich nicht nach Deutschland geschickt." Die Mehrzahl der rund 400 Migrationskirchen in Nordrhein-Westfalen versteht sich als internationale Gemeinde mit einem missionarisch-evangelistischen Auftrag, der sich an alle Menschen in diesem Land richtet. Vor allem die Landeskirchen haben den missionarischen Anspruch der Migrationskirchen bisher jedoch weitgehend ignoriert: Schließlich stellen sie im Vergleich zu den Großkirchen nur eine verschwindende Minderheit dar. Außerdem sehen sie kulturelle und theologische Unterschiede, die nicht einfach zu überbrücken sind.
Im Mai 2000 hat die Vereinte Evangelische Mission eine erste Tagung unter dem Titel "Von der reversen Mission zur gemeinsamen Mission" veranstaltet. Die praktischen Anregungen dieser Tagung zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen deutsch- und fremdsprachigen Gemeinden sind zum großen Teil umgesetzt worden. Doch gemeinsame missionarische Projekte gibt es nur selten, und viele grundsätzliche Fragen blieben unbeantwortet.
Das Fazit der Tagung war eindeutig: "Uns verbindet mehr als uns trennt." Dabei wurden die Unterschiede deutlich benannt: Fremdsprachige Vertreter kritisierten, dass die deutschen Kirchen zu bürokratisch und unflexibel und in ethischen Fragen zu nachgiebig seien. Umgekehrt beschrieben deutsche Teilnehmende ihr Unbehagen gegenüber einer missionarischen Praxis, in der "geistliche Kriegführung" und der Kampf gegen dämonische Mächte eine wichtige Rolle spielen. Aber auch finanziell und organisatorisch ist es für Migrationskirchen oft schwierig, Projekte in Kooperation mit anderen Kirchen und Gemeinden zu planen und durchzuführen. Umgekehrt scheinen deutsche Gemeinden oft nur ein oberflächliches Interesse an ihnen zu haben: "Sie interessiert nur, was bei uns ‚exotisch’ ist. Ein wirkliches Gespräch über Theologie oder Spiritualität fehlt."
Die Teilnehmenden der Tagung verabredeten eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit. So soll unter anderem angestrebt werden, fremdsprachige Pastoren zur Predigt in deutschen Gottesdiensten zu vermitteln und für Theologiestudierende Begegnungen mit Leitern aus Migrationskirchen zu ermöglichen.
Weitere Informationen bei:
Ursula Harfst, Koordinatorin des Programms "Kooperation zwischen deutsch- und fremdsprachigen Gemeinden", Tel. 01520-3920127
Claudia Währisch-Oblau, Referentin für Evangelisation, Tel. 0202-89004-190