VEM-Delegation aus Wissenschaft, Politik und Medien besuchte Projekte der lutherischen Kirche im Nordosten Tansanias
(09.10.2008). Die Idee, nach Tansania zu reisen, war während des Kirchentages 2007 in Köln beim gemeinsamen »Mandazi«-Backen mit der Bundestagsabgeordneten Kerstin Griese auf der Kochinsel der Vereinten Evangelischen Mission aufgekommen. Man verabredete sich, in diesem Jahr gemeinsam nach Tansania zu reisen, um Projekte der VEM-Mitgliedskirchen zu besichtigen. Anfang Oktober besuchte eine siebenköpfige Delegation, begleitet von Angelika Veddeler, Leiterin des VEM-Programms internationale Diakonie, und Brunhild von Local, Redakteurin bei der VEM, die Nordost-Diözese und die Ost- und Küstendiözese der Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT).
Auf dem Programm standen unter anderem sozial-diakonische Projekte wie das im vergangenen Jahr eröffnete Sebastian Kolowa University College (SeKUCo) in Magamba in den Usambara-Bergen. Das College ist die landesweit erste Universitäts-Fakultät für Sonderpädagogik der evangelischen Tumaini Universität. Ulrike Luedtke, Professorin für Sonderpädagogik an der Universität Rostock, die auch an der VEM-Delegation teilnahm, wird nun zwei Monate am College Sonderpädagogik lehren. Andreas Dittmann, Professor am Institut für Geographie der Justus Liebig Universität Gießen, war mitgereist, um die Partnerschaftsarbeit zwischen dem SeKUCo und der Giessener Fakultät auszubauen und den neuen Studiengang »Ökotourismus und Nature Conservation«, der im nächsten Jahr als Studienfach angeboten werden soll, vorzubereiten.
Während der einwöchigen Reise besuchte die Delegation auch die »Irente Rainbow School« für behinderte und autistische Kinder. Ganz besonders ergreifend sei für sie das Gespräch mit der jungen Hawa in der Rainbow School gewesen, sagte die Bundestagsabgeordnete Griese. Die kleine Hawa habe ihr erzählt, wie gerne sie zur Schule gehe und man habe richtig ihre Augen leuchten gesehen. Am Ende habe sie ein Lied gesungen und von ihren Freunden erzählt, die sie in der Schule hat. Das sei ein wirklich bewegender Moment für sie gewesen.
Die VEM-Delegation informierte sich auch über das christlich-muslimische Dialogprogramm der Ost- und Küstendiözese der ELCT auf der Insel Sansibar. Dort versucht der erste interkontinentale Süd-Süd-Mitarbeiter der VEM, Pfarrer Suko Tiyarno aus Ostjava, gemeinsam mit einem norwegischen Kollegen über ein Nähprojekt muslimische und christliche Frauen ins Gespräch zu bringen. Auf Sansibar leben 98 Prozent Muslime und zwei Prozent Christen.