Kirche im Umbruch: Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Botswana (ELCB)
Die Evangelisch-Lutherische Kirch in Botswana (ELCB) geht zurück auf die Missionsarbeit englischer Missionsgesellschaften seit 1857. Bis 1978 gehörte die Kirche zur West-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika, erlangte dann ihre Selbstständigkeit.
Eng verbunden ist sie bis heute mit der Evangelischen Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN). Die Gemeinden im Norden Botswanas (Sehitwa und Maun) entstanden durch Herero, die die Vertreibung im Rahmen des Völkermordes in Namibia vor Hundert Jahren und die Flucht durch die Wüste Omaheke überlebt hatten. Sie siedelten sich im Norden Botswanas an und wurden bis zur Gründung der ELCB durch Mitarbeitende der namibischen Kirche betreut.
Innerhalb der Vereinten Evangelischen Mission war die ELCB Vorreiter im Erproben neuer Wege im Personalaustausch: Die ersten Süd-Süd Mitarbeiter haben hier gearbeitet, Dr. Festo und Prisca Mutashobya zuerst in Sehitwa, dann im »Woodpecker« Seminar in Gaborone, und Exaudi Ndulu als Generalsekretär in Gaborone.
Innerhalb der VEM existieren intensive Partnerschaftsbeziehungen zur ELCB. Die Kirchenkreise Braunfels-Wetzlar, Simmern-Trarbach und Düsseldorf-Ost sind mit Kirchenkreisen der ELCB verbunden, und daran sind besonders viele Jugendliche und junge Erwachsene beteiligt. Man besucht sich und es gibt verschiedene gemeinsame Projekte: Etwa den Bau eines Kinderspielplatzes in Sehitwa durch Jugendliche aus Braunfels – oder die Errichtung eines Zentrums für Menschen mit Aids in Kang im Rahmen eines gemeinsamen Workcamps.
Eine grundlegende Finanzkrise zwang die Kirche vor einem Jahr zu einer weit reichenden Evaluierung aller ihrer Arbeitsgebiete. Viele Pastoren können nicht mehr bezahlt werden und arbeiten nun ehrenamtlich, und die Gemeinden müssen neue Wege der Finanzierung ihrer Arbeit finden. Diese Krise – in der sich im Übrigen viele afrikanische Kirchen zurzeit befinden – bewegt die Kirche stark, hat aber auch die Gemeinden und Kirchenkreise mobilisiert.
Heute hat die ELCB etwa 28.000 Mitglieder in 43 Gemeinden mit insgesamt 44 Predigtstätten.



