Botschaft des internationalen Menschenrechts-Workshops der VEM
(Batam, 16. Februar 2008, VEM) Die wirtschaftliche Globalisierung, die davon ausgeht, "dass sie der Menschheit bessere Möglichkeiten für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen" bieten könne, hat statt dessen Begleiterscheinungen hervorgebracht, die "eher die Existenz der Menschheit bedrohen". "Es ist die nicht in Frage gestellte Dominanz neoliberalen Denkens, die zu schlechten Arbeitsbedingungen von Menschen überall auf der Welt führt, und ihr Leben und Wohlergehen bedroht."
Mit diesen Worten bringt die Botschaft des vierten internationalen Menschenrechts-Workshops der VEM die Erfahrungen der 44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zwölf Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas sowie aus Deutschland auf den Punkt.
"Wir sind davon überzeugt, dass die Menschenrechte ein integraler Teil des Gebots der Nächstenliebe sind". "Unserem Nächsten zu dienen bedeutet nicht nur, diakonische Hilfe anzubieten, sondern auch die Ursachen für sein Leiden zu hinterfragen". "Es bedeutet auch, mit den leidenden Mitmenschen zusammen zu arbeiten, und nicht für sie."
Die am Samstag, 16. Februar, verabschiedete Botschaft enthält eine Liste von Empfehlungen an die Mitgliedskirchen und Gremien der Vereinten Evangelischen Mission sowie an die Ortskirchen in Batam, der indonesischen Freihandelszone 20 Kilometer vor Singapur, die an den sozialen und ökologischen Folgen einer rasanten Industrialisierung leidet.
Darunter sind grundsätzliche Forderungen, wie: "Der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung muss eine Priorität kirchlicher Arbeit bleiben und auch weiterhin mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet sein" oder "Wir rufen die Mitgliedskirchen der VEM auf, Korruption und Gewalt innerhalb und außerhalb der Kirchen zu bekämpfen". Ergänzt werden diese aber durch viele konkrete Vorschläge, wie die VEM als Gemeinschaft von Kirchen in drei Erdteilen auf Ungerechtigkeiten reagieren kann, z.B. "Menschenrecht und Konfliktbewältigung in die Lehrpläne kirchlichen Unterrichts zu integrieren, vom Kindergottesdienst bis hin zur theologischen Ausbildung", oder "Wir bitten die VEM, die Forderung nach einem internationalen Finanzgerichtshof zu unterstützen, als eine Möglichkeit, die Folgen illegaler und exzessiver Auslandsschulden zu überwinden."
Der vierte Menschenrechts-Workshop der Vereinten Evangelischen Mission, der vom 10. bis 17. Februar 2008 in Batam, Indonesien, stattfand, stand unter dem Titel "Herausforderungen für die Kirchen in einer sich verändernden Welt". Unter den Vertretern von VEM-Mitgliedskirchen aus aller Welt waren auch viele bekannte und engagierte Menschenrechts-Fachleute, z.B. der Kommissar der deutschen Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Günter Nooke, die muslimische Juristin und Fachfrau für Frauenrechte Musdah Muliah aus Indonesien, der asiatische Vorsitzende des Weltkirchenrats Dr. Soritua A.E. Nababan, oder Nicolás Rosenthal von der Evangelischen Kirche am Rio de la Plata, die in Argentinien, Paraguay und Uruguay arbeitet.
F.d.R.: Thomas Sandner, Referent für Öffentlichkeitsarbeit der VEM, Telefon 0202-89004-134, info(at)vemission.org
Botschaft des vierten internationalen Menschenrechts-Workshops der VEM und Empfehlungen an die VEM sowie ihre Mitgliedskirchen (englisch)
Empfehlungen des vierten internationalen Menschenrechts-Workshops der VEM an die indonesischen Kirchen (englisch)