Der Vorstandsvorsitzende der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel besuchte Ende Juli u. a. diakonische Einrichtungen in der Nordost-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania
(04.08.2008) Pastor Ulrich Pohl wurde am 1. Februar als Vorstandsvorsitzender und Leiter der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel eingeführt (vBA Bethel). Frisch im Amt besuchte der Vorstandsvorsitzende jetzt die Nordwest-Diözese, die Ost- und Küsten-Diözese sowie der Nordost-Diözese u. a. zum Meinungs- und Informationsaustausch mit verschiedenen kirchlichen Würdenträgern.
Die v. Bodelschwingschen Anstalten Bethel sind wie die drei Diözesen Mitglied in der Vereinten Evangelischen Mission. Begleitet wurde Pastor Pohl während seiner einwöchigen Auslandsreise von Regine Buschmann, Abteilungsleiterin der Öffentlichkeitsarbeit der v. Bodelschwingschen Anstalten Bethel und Moderatorin der Vereinten Evangelischen Mission, und von Bethel-Sprecher Jens Uwe Garlichs. Angelika Veddeler, Tansaniareferentin der VEM, hat die Reisegruppe während ihres Besuchs in der Nordost-Diözese begleitet.
Gerade die Verbindung von Bethel zu dieser Diözese sei eine ganz spezielle, meint Angelika Veddeler. Sie sei eine der am längsten mit Bethel verbundenen tansanischen Diözesen. Die Betheler Missionare hatten ursprünglich ihre Arbeit in dem Ort Kisserawe in der Ost- und Küsten-Diözese aufgenommen. Anfang des 19. Jahrhunderts jedoch haben sie ihre Arbeit dort abgebrochen und in den Usambara-Bergen fortgesetzt. Vor 112 Jahren entstand dort das Lutindi Mental Hospital für psychisch kranke Menschen. In Lutindi habe die Bethel-Delegation viele Fachgespräche über die diakonische Arbeit führen können, u. a. mit den beiden VEM-Mitarbeitern Anja und Frank Maas, erzählt Angelika Veddeler.
Aber auch andere diakonische Projekte und Einrichtungen der Betheler Missionare haben sich bis heute erhalten und der Diözese ihre besondere diakonische Spezialisierung gegeben. Den Wert dieses diakonischen Erbes habe die Nordost-Diözese immer sehr geschätzt und letztlich weiterentwickelt u. a. mit der Einrichtung des Sebastian-Kolowa-Universitäts-College in Magamba, rund acht Kilometer von Lushoto entfernt. So war »Sekuco«, wie die Hochschule kurz genannt wird, eine weitere Station der Reisegruppe. Die Universität trägt den Namen des 1992 verstorbenen Bischofs der Nordost-Diözese, Sebastian Kolowa. Im Sekuco nutze Ulrich Pohl die Gelegenheit für ein persönliches Kennenlernen und einen Austausch u. a. mit dem ehemaligen tansanischen Staatspräsidenten Dr. Benjamin Mkapa.
»Die jahrhundertealte diakonische Erfahrung sollte genutzt und weitergeben werden. Am besten geschieht dies durch eine qualifizierte Ausbildung«, sagt Angelika Veddeler, die von Seiten der VEM das Sekuco-Projekt betreut. Das Besondere an dieser universitären Ausbildung in den Usambara-Bergen ist zum einen, dass das College das erste in Tansania ist, an dem das Fach Sonderpädagogik angeboten wird – auch für Studierende mit Behinderungen. Zum anderen, dass die Studierenden aller Fakultäten dieser Hochschule einen Kurs belegen müssen, der sie vertraut macht mit den Menschen mit Behinderungen der Gesellschaft. Auf diese Weise soll der Diakoniegedanke die ganze tansanische Gesellschaft durchdringen. Das Sekuco stehe damit ganz bewusst in der Tradition, das diakonische Erbe, diesen Schatz, weiterzuführen, meint Angelika Veddeler, und Ulrich Pohl habe große Offenheit für die neue Universität gezeigt.
Auf dem Campus-Gelände hat es verschiedene Treffen gegeben, u. a. mit Dr. Sheshambo, dem Vizedekan des Sekuco und mit Dr. Anneth Munga. Sie ist die Initiatorin und Dekanin der neu gegründeten Hochschule. »Ich freue mich, dass Pastor Pohl seine Unterstützung in Bezug auf das Sekuco zugesagt hat«, sagte Angelika Veddeler kurz nach ihrer Rückkehr aus Tansania. Der Chef der größten diakonischen Einrichtung Europas, Pohl, sicherte eine enge Zusammenarbeit zwischen Bethel und Sekuco zu. Dabei versprach Pohl auch, an der bereits bestehenden intensiven Zusammenarbeit mit Lutindi festzuhalten.
Es sei ein sehr fruchtbarer Besuch, eine gute Atmosphäre gewesen, meinte die Tansaniaexpertin Veddeler abschließend.