Mit einem Abendmahls-Gottesdienst unter freiem Himmel ist der 31. Deutsche Evangelische Kirchentag in Köln zu Ende gegangen. Rund 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen auf die Poller Wiesen.
„Eine neue Begeisterung für den Kirchentag ist spürbar“, lautete das Fazit von Kirchentagspräsident Dr. Reinhard Höppner während des Schlussgottesdienstes. Vom Kölner Treffen gehe die Botschaft aus, dass Spiritualität und Weltverantwortung „untrennbar“ zusammengehörten, sagte Höppner unter starkem Beifall in seinem Schlusswort.
„Das Wort lässt uns schärfer sehen, was in unserer Welt passiert“, erklärte der Kirchentagspräsident mit Blick auf Armut und Kriege, Terrorismus und Klimakatastrophe. Im Protest gegen diese Gefährdungen der Welt sei der Kirchentag mit vielen friedlichen Demonstranten in Heiligendamm verbunden gewesen. „Und diese Verbindung tat gut.“
Zum Dialog mit anderen Religionen sagte Höppner, dieser solle „auf Augenhöhe“, mit Respekt und einem selbstbewusst eingebrachten christlichen Profil geführt werden.
"Steh auf..."
Die gleichen Themen sprach die Erfurter Pfarrerin Mechthild Werner in ihrer Predigt an. Sie widmete sich dem biblischen Bericht vom Propheten Elia, der sich in der Wüste zum Sterben niederlegt und von einem Engel mit den Worten „Steh auf und iss“ zu neuem Handeln angestiftet wird (1. Könige 13).
Gerade von christlich geprägten Ländern gehe die Zerstörung der Welt aus, so Werner. Dagegen einzutreten sei eine Aufgabe, die mit dem Kirchentag noch nicht zu Ende sei. „Bewegen wir was! Es wird ein weiter Weg, für die Schöpfung einzutreten, aber der Schöpfer geht voran“, ermutigte die Pfarrerin und mahnte einen „Klimawandel in den Köpfen und Herzen“ an.
Die Kölner A-Capella-Band „Wise Guys“ sang noch einmal den Kirchentagssong „Lebendig und kräftig und schärfer“ und brachte die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher damit in Bewegung.
dekt 10.06.2007