Respektvoll miteinander umgehen

Als Missionsgesellschaft erzählen wir den Menschen natürlich von der Leidenschaft Gottes und wir tragen seine Botschaft weiter. Trotzdem ist ein respektvoller Umgang mit anderen Religionen für uns selbstverständlich. Wir treten für Religionsfreiheit ein und für den Frieden zwischen den Religionen.

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Dr. Claudia Währisch-Oblau
Leiterin der Abteilung Evangelisation
Rudolfstraße 137 42285 Wuppertal
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Fax: 0202 89004 179
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Die Arbeit der VEM zum interreligiösen Dialog und Handeln

RESPEKTVOLL MITEINANDER UMGEHEN

Als Missionsgesellschaft erzählen wir den Menschen natürlich von der Leidenschaft Gottes und wir tragen seine Botschaft weiter. Dabei ist ein respektvoller Umgang mit anderen Religionen für uns selbstverständlich. Wir treten für Religionsfreiheit ein und für den Frieden zwischen den Religionen.

DIE ARBEIT DER VEM ZUM INTERRELIGIÖSEN DIALOG UND HANDELN

Nicht immer ist es leicht mit dem friedlichen Zusammenleben der Religionen. In Indonesien etwa herrscht zwar offiziell Religionsfreiheit, immer wieder gibt es aber Anschläge auf Kirchen und Christen. Auch im buddhistisch geprägten Sri Lanka hat unsere Mitgliedskirche, die methodistische Kirche, keinen leichten Stand. In Nord-Kamerun verbreitet Boko Haram Angst und Schrecken.

Dagegen setzen wir, wie Jesus es vorgemacht hat, Feindesliebe und Kommunikation. Wir unterstützen die Opfer. Wir fördern Gespräche mit den andersgläubigen Nachbarn und unterstützen gemeinsame Projekte, zum Beispiel auf Java in Kooperation mit einer staatlichen Islam-Universität Trainings für leitende Mitarbeitende verschiedener Religionsgemeinschaften. In Deutschland veranstalten wir Trainings in interkultureller und interreligiöser Kompetenz und Konfliktmediation.

Ein gutes Beispiel: Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte im Juni 2017 eine Reportage über die Rettung von Christen durch Muslime in der philippinischen Stadt Marawi, die hier herunterladbar ist.

Unsere Kampagne für Religionsfreiheit

Hier finden Sie mehr Informationen und Materialien zur Menschenrechtskampagne "Für Religionsfreiheit" von 2011.

  • Interreligiöse Studienreise mit acht Muslimen und zehn Christen aus Deutschland in 2016

    Auf Einladung der VEM besuchen Christen gemeinsam mit Muslimen Indonesien

    Im Dorf Getasan in Mitteljava werden die Feierlichkeiten zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan gemeinsam mit einem christlichen Team organisiert, die dörfliche Weihnachtsfeier gemeinsam mit einem muslimischen Komitee. Zum höchsten muslimischen Feiertag wird der Pfarrer eingeladen, neben der muslimischen auch eine evangelische Predigt zu halten. Muslimische Sängerinnen singen, begleitet von der christlichen Jugendband Kirchenlieder. In der Gemeinde sitzen Christinnen neben Musliminnen, Muslime neben Christen. Das war nicht immer so. Bis vor wenigen Jahren herrschte in Getasan Pogromstimmung. "Christen raus aus dem Dorf!" war an Hauswände gesprayt. Einer radikalen Gruppe war es gelungen, die 75 im Ort lebenden muslimischen Familien gegen die 25 christlichen Familien aufzuhetzen. Inzwischen entwickeln sie gemeinsam Visionen für ihr Dorf und arbeiten in einer Reihe von Dorfentwicklungsprogrammen zusammen. Wie ist ein solcher Umschwung möglich, wie können miteinander verfeindete Religionsgruppen wieder zueinander finden?

    Getasan war die letzte Station auf einer vierzehntägigen Reise, zu der die VEM gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner, dem Begegnungs- und Fortbildungszentrum für muslimische Frauen in Köln und der Evangelischen Akademie Villigst eingeladen hatte. Indonesien interessierte als das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit, in dem die Verfassung sechs Religionen als formal gleichberechtigt anerkennt: neben dem Islam mit seinen über 200 Millionen in Indonesien lebenden Anhängern auch Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus und Christentum. Funktioniert die Gleichberechtigung auch im alltäglichen Zusammenleben? Oder verstehen sich die Religionsgemeinschaften als Konkurrenten? Wie geht man mit Konflikten um? Wie mit Misstrauen und Angst voreinander? Acht Deutsche muslimischen Glaubens und zehn christlichen Glaubens machten sich Mitte Oktober mit diesen Fragen auf die Reise in das Gebiet der VEM-Mitgliedskirchen GKJW und GKJTU auf der Insel Java. Dort wartete eine fast ebenso große, gemischt religiöse Gruppe auf ein gemeinsames Programm. Deutsche und Indonesier, Muslime und Christen wohnten und aßen zusammen, besuchten Kirchen und Moscheen, Schulen und Dorfentwicklungsprojekte gemeinsam. In Seminaren wurde alles Erlebte vertieft und ausgewertet. Die verschiedenen Perspektiven führten zu lebhaften Gesprächen und nachhaltigen Erfahrungen.

    Soleh ist einer unserer Gesprächspartner. Sein Name verrät seine Herkunft: Soleh, der "Fromme", aus frommer muslimischer Familie. Jetzt ist er frommer Christ. Christliche Bücher, die er als muslimischer Buchhändler verkaufte, haben ihn bekehrt. Den Kontakt zu seinen nach wie vor muslimischen Geschwistern beschreibt er als herzlich und innig. Solehs Religionswechsel ist keine Seltenheit auf Java. Im Hausgottesdienst fragen wir die Versammelten, wer ein muslimisches Mitglied in der Familie habe. "Alle," sagen sie. Die engste Nachbarschaft ist sowieso muslimisch. Feste feiern sie gemeinsam. Den Ziegenbock für das Opferfest bereitet die christliche Nachbarin mit vor. Beim Kirchenbau helfen die Muslime. "Gibt es keine Konflikte unter euch?" fragen wir. "Nein. Wer streitet, hat bereits verloren." Wir glauben es nicht. "Zeigen sich von ferne Differenzen, reden wir miteinander." Wo auch immer wir nachhaken, erhalten wir diese Antworten. Fällt es leichter, im Gespräch zu bleiben, wenn man die gleiche Herkunft hat und immer schon dieselbe Sprache spricht? Vielleicht, und doch fordert die Verständigung Arbeit. 

    Soleh erzählt, wie er versucht habe, selbst den Vorsitzenden einer radikalen muslimischen Organisation zu einer großen Dialogveranstaltung einzuladen. "Weil er unter keinen Umständen einen Kirchraum betreten wollte, haben wir extra für ihn einen Raum an die Kirche angebaut, damit er an unserer Begegnung teilnehmen konnte. Wir müssen doch reden!" Er kam, und sie redeten miteinander.

    Und doch gibt es Konflikte, zum Teil sehr heftige. Murtti, Theologin in Yogyakarta, erzählt vom Boykott christlicher Schulen durch muslimische Gemeinden. Dann aber zeigt sie uns auf ihrem Handy das Foto von Riyanto, Mitglied einer militaristisch auftretenden muslimischen Jugendorganisation. Riyanto starb am Weihnachtsabend 1996 beim Versuch, eine christliche Kirche vor einem Bombenanschlag zu retten. Er hatte die Bombe im Kircheneingang entdeckt, sie genommen und schon nach draußen gebracht, als sie in seinen Armen explodierte. Sein Bild wird in christlichen Gemeinden bewahrt als ein Zeichen der Hoffnung, dass Frieden möglich ist, immer.

    Das dachten auch einzelne Christen und Muslime in Getasan, als der Hass der einen auf die anderen immer größer wurde. Sie setzten sich zusammen und entwarfen ein Programm, das inzwischen in vielen Dörfern Schule macht: Live-In. Schul- und Erwachsenengruppen aus den Großstädten werden eingeladen, das Leben auf dem Land kennen zu lernen. Dabei wohnen christliche Teilnehmende in muslimischen Familien, Muslime in christlichen Familien. Die Gastfamilien und ihre Gäste werden kompetent vorbereitet und begleitet. "Abgesehen von dem, was unsere Gäste dabei gewinnen, hat das Programm unsere christlichen und muslimischen Familien im Dorf zusammen gebracht," sagt der Pfarrer von Getasan. In der Tat zeigen die gemeinsamen Auswertungen, dass durch das Live-In-Programm tragfähige Brücken zwischen den Religionsgruppen gebaut werden. Wenn von religiösen Fanatikern ausgelöste Erregungswellen durchs Land gehen, so heißt es, werden die Dörfer, die sich an solchen Programmen beteiligen, nicht erfasst.

    Nach 14 Tagen intensiver Begegnungen bleiben vor allem die vielen Brückenbauer zwischen den Religionen in Erinnerung und die vielen Orte, an denen sich Menschen unterschiedlicher Religionen ohne Vorbehalte begegnen - nicht einfach so, sondern weil sie viel miteinander reden, leben und feiern. Im besten Fall wird daraus ein fröhlicher Wettbewerb, jeweils aus dem eigenen Glauben heraus etwas Gutes für die Gemeinschaft zu tun. So schreibt eine Teilnehmerin der Reise auf die Frage nach dem Erlebnis, das sie am meisten beeindruckt hat: "Die Kuh als Biogasanlage!" Die Kuh steht im Stall eines muslimischen Bauern in Getasan, die Biogasanlage stammt von der christlichen Gemeinde. Sie verarbeitet den Mist der Kuh so, dass mit den entstehenden Gasen das Haus erleuchtet wird. Ein schönes Symbol der Verständigung! Umgekehrt lädt der Bauer mehrfach im Jahr christliche Gäste zum Leben und Mitarbeiten in seine Familie ein.

    Die Reise wurde geleitet von Pfarrer Friedrich Tometten vom Bildungszentrum der VEM in Wuppertal, gemeinsam mit Pfarrerin Sabine Federmann von der Evangelischen Akademie Villigst und Hanim Ezder vom Begegnungs- und Fortbildungszentrum für muslimische Frauen in Köln. Sie wurde mit finanzieller Unterstützung durch die Rheinische und die Westfälische Landeskirche durchgeführt.

    (Text: Friedrich Tometten, Fotos: Helmut Lohkamp)

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