Sechs Kirchen und Bethel

Sechs Landeskirchen und die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel: Das sind die deutschen Mitglieder der Vereinten Evangelischen Mission.

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Angelika Veddeler
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Sarah Vecera
Stellv. Leiterin der Abteilung Deutschland:Netzwerke Junge Erwachsene & Erwachsene
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Petra Franken
Assistentin Tel.: 0202 89004-174
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Die VEM in Deutschland

Für die deutschen VEM-Mitglieder zuständig ist die Abteilung Deutschland, die Begegnung und Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Kirchenkreisen, Landeskirchen oder Institutionen in allen Mitgliedskirchen fördert. Ganz besonders wichtig: die Partnerschaften. Die Abteilung Deutschland fördert sie durch Fortbildungen, Vernetzung oder durch Hilfe bei Vor- und Nachbereitung von Delegationsreisen und Besuchsprogrammen.

Kompetenz-Netzwerke

Die Abteilung Deutschland bietet ihren Mitgliedern auch reichhaltiges Wissen und Erfahrung in Bezug auf die aktuelle kirchliche, politische, wirtschaftliche, kulturelle und soziale Situation ihrer Mitgliedskirchen in Afrika und Asien sowie in Mission, Ökumene, Entwicklung und speziellen Themenbereichen wie z.B. Menschenrechte, HIV/Aids. Diese Erfahrungen gibt die VEM gern weiter, etwa in ihren internationalen Bildungszentren - globales Lernen in ökumenischer Perspektive - in Bethel und Wuppertal

Missionarische Arbeit

Alle unsere Mitgliedskirchen stehen vor großen missionarischen Herausforderungen. Wir vermitteln dazu Impulse aus den afrikanischen und asiatischen Mitgliedskirchen. Dabei spielen auch Gemeinden fremder Sprache und Herkunft eine Rolle. Wir unterstützen die deutschen wie auch die Migrationsgemeinden bei ihrer Kooperation. Wir helfen unseren deutschen Mitgliedern auch bei ihrem Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Dazu engagieren wir und sie sich in der Lobby- und Advocacy-Arbeit und arbeiten in verschiedenen deutschen und internationalen Netzwerken mit.

Kooperation

Wir arbeiten in enger Kooperation mit den landeskirchlichen Dezernaten, Ämtern, Einrichtungen oder Beauftragten der deutschen Mitgliedskirchen, die ihre Arbeit in den Bereichen Mission, Ökumene und Entwicklung planen, koordinieren und durchführen:

Die deutschen Mitglieder

  • Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN)

    Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist eine von 23 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Auf dem Gebiet der EKHN leben mehr als 1,8 Millionen evangelische Kirchenmitglieder. Mit Gottesdiensten, Jugendgruppen, Gospelchören und vielem mehr bieten rund 1.180 evangelische Kirchengemeinden den Mitgliedern eine Heimat.

    Die Kirche bewahrt den Glauben an Gott und die Hoffnung auf ein befreites Leben. In zahlreichen Aktivitäten greift sie gesellschaftliche Themen der Zeit auf. Sie ist offen für Menschen, die an der Gemeinschaft teilhaben wollen oder auf die Nähe und Unterstützung der Kirche angewiesen sind.

    Grundsätze

    Werte

    Die evangelische Kirche tritt in gesellschaftlichen Debatten für christliche Grundsätze ein. Dazu gehören Freiheit, Toleranz, Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung – Werte, ohne die eine demokratische Gesellschaft undenkbar wäre.

    Bildung

    In den Kindertagesstätten, im Religions- und Konfirmandenunterricht gibt die evangelische Kirche ihre Werte an die nächsten Generationen weiter. Ein breites Bildungsangebot kommt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zugute.

    Kultur

    In Festen, Ritualen und Sprache, mit der Kirchenmusik und der Pflege der Kirchenbauten sowie im Dialog mit der Kunst leistet die Kirche einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung und Weiterentwicklung der Kultur.

    Nächstenliebe

    An vielen Orten gibt es eine Ehe- und Lebensberatung. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar. Bei schweren Unfällen ist oft die Notfallseelsorge zur Stelle. Trauer- und Sterbebegleitung wird von Pfarrer/innen, Besuchsdiensten und Hospizgruppen geleistet.

    Unterschiedliche Arten des Lebens und Glaubens vereint

    Die hessen-nassauische Kirche umfasst Gemeinden mit ganz unterschiedlichen Bekenntnissen und Traditionen. Dazu zählen Lutheraner, Reformierte und Unierte. Während das Gebiet von Hessen-Darmstadt nach der Wittenberger Reformation von Martin Luther und Philipp Melanchthon durchgeführt wurde, haben sich die Gemeinden in Nassau eher an der schweizerischen und niederländischen Reformation nach Ulrich Zwingli und Johannes Calvin orientiert. Diese unterschiedlichen Traditionen sind bei den Kirchenunionen im 19. Jahrhundert erhalten geblieben. Sie verbanden lutherische und reformierte Gemeinden zu einer Kirche. Dabei - und so ist es bis heute in der EKHN geblieben - hat jede einzelne Gemeinde ihr Bekenntnis behalten. So ist eine Kirche entstanden, in der sehr unterschiedliche Arten des Lebens und des Glaubens nebeneinander und miteinander existieren.

    Lebendiges Gespräch als »Markenzeichen«

    Nur im Gespräch, in der Diskussion und auch im Streit kann der Glaube der evangelischen Christen lebendig bleiben. Diese Erkenntnis gewannen die Mitglieder der Bekennenden Kirche aus ihren Erfahrungen während des Dritten Reiches. Sie haben gelernt, dass sich evangelischer Glaube nicht hierarchisch verordnen lässt. Die Bekennende Kirche hatte sich gegen das diktatorische NS-Regime aufgelehnt und einige ihrer Mitglieder, wie beispielsweise der Widerstandskämpfer Martin Niemöller, gehörten zu den Gründungsmitgliedern der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).
    Ihre Erfahrung haben die Väter und Mütter der EKHN-Grundordnung von 1947 zugrunde gelegt. Mit ihrem Selbstverständnis und ihrer Grundordnung steht die EKHN heute fest in der protestantischen Tradition der Beteiligung und der Mündigkeit aller Gemeindemitglieder.

    Geteilte Macht

    Zwischen dem Profil einer dörflichen Gemeinde im Dillkreis und dem einer Innenstadtgemeinde Frankfurts mögen Welten liegen, und doch sitzen in der Landessynode die Synodalen von der Dill einträchtig neben denen aus Frankfurt. Dort verhandeln und entscheiden sie gemeinschaftlich alle wichtigen Fragen der EKHN.

    Die verfassunggebende Synode der EKHN im Jahre 1947 verzichtete darauf, an die Spitze dieser Kirche einen Bischof mit weitreichenden Vollmachten zu stellen. Zur Kirchenleitung gehören mehrere Mitglieder.

  • Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW)

    Seit der Wiedervereinigung liegt sie im geographischen Zentrum Deutschlands: die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Nord- und Osthessen gelten als die «Stammlande» der Kurhessen-Waldecker, aber auch das thüringische Schmalkalden gehört dazu wie das Kinzigtal, das sich von Schlüchtern bis Hanau erstreckt. Und so reicht sie bis vor die Tore Frankfurts im Rhein-Main-Gebiet.

    Von traditionell bis modern

    Knapp eine Million evangelische Christen leben in den 896 Kirchengemeinden Gemeinden der Landeskirche, die meisten davon in ländlichen Regionen. Dort haben sich bis heute stabile volkskirchliche Strukturen erhalten, d. h. die evangelische Kirche gehört zum Leben der Menschen einfach dazu, von Austritt ist hier viel seltener die Rede als in den großstädtischen Ballungsräumen.

    Doch auch die sind in Kurhessen-Waldeck zu finden: die nordhessische Metropole Kassel und der wirtschaftlich starke Süden heben sich deutlich von den anderen Landesteilen ab. In den Städten begann vor einigen Jahren eine Entwicklung, die sich auch «auf dem Land» fortsetzt: die Evangelische Kirche bietet neben den traditionellen Gemeindeangeboten mittlerweile viele neue Veranstaltungsformen an: Diskussionsforen zu aktuellen Themen, Workshops, zahlreiche Initiativgruppen, Musik von Klassik bis Rock und Kunst aller Art findet sich genauso auf dem Terminkalender wie der klassische Gottesdienst oder die Jugendgruppe.

    Vermitteln statt Polarisieren

    Vielfalt in der Einheit könnte daher das Motto der nordhessischen Kirche lauten - und das kommt nicht von ungefähr: Schon in der Geschichte der Kirche gibt es dafür zahlreiche Hinweise: 1529 lud Philipp der Großmütige Luther, Zwingli und andere zum Marburger Religionsgespräch ein, um eine Einigung im Abendmahlsstreit zu erzielen. Martin Bucer regte hier einen versöhnenden Umgang mit dem «linken Flügel» der Reformation an. Zahlreiche Hugenotten fanden im 17. und 18. Jahrhundert in Kurhessen eine neue Heimat, in der sie ihren Glauben ohne Angst vor staatlicher Repression leben konnten. Der Grundstein für das Zusammenleben von lutherischen und reformierten Gemeinden wurde im 19. Jahrhundert gelegt. Bei all dem war die Devise der Kurhessen: Versöhnen statt spalten, lieber vermitteln als polarisieren.

    Und diese Devise wird auch heute noch in Kurhessen-Waldeck befolgt: Bei den halbjährlichen Treffen der Landessynode, dem höchsten demokratisch gewählten Gremium der Kirche, geht es zwar lebhaft und kontrovers zu, doch feste Fronten und klare Fraktionen sucht man hier vergeblich. Im Gegenteil: Mehrheiten bilden sich je nach Sachlage immer wieder neu, das garantiert hohe Beweglichkeit - ein Umstand, um den die Kurhessen von mancher Landessynode beneidet werden.

    Offen und kommunikativ

    In den letzten Jahren ist durch Reformen neuer Schwung in die Kirche gekommen: Die mittlere Ebene (Dekaninnen und Dekane) wurden mit mehr Kompetenzen ausgestattet und ein dynamischer Bischof führt die kurhessische Kirche seit dem Jahr 2000. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit setzt Kurhessen-Waldeck Akzente: Ob Werbeaktionen zum Buß- und Bettag, aktuelle Internetangebote oder zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsaktionen, die Kirche geht auf die Menschen zu und sucht verstärkt den Dialog mit Mitgliedern und Kritikern.

  • Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR)

    766 Kirchengemeinden, organisiert in 38 Kirchenkreisen, bilden die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR). Damit gehören 2,82 Millionen Gemeindemitglieder zur rheinischen Kirche, sie ist die zweitgrößte der 22 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Das Kirchengebiet erstreckt sich zwischen Emmerich und Saarbrücken über Teile der vier Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen.

    Die Grenzen der rheinischen Kirche sind ein historisches Erbe. Im Jahre 1815 hat der Wiener Kongress dem preußischen Staat diese Rheinprovinz zugewiesen. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. war es auch, der den Impuls zu einer Kirchenunion zwischen den reformierten und lutherischen Gemeinden im Rheinland gab. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts lebten im Rheinland katholische, reformierte und lutherische Gemeinden mehr schlecht als recht nebeneinander. An die 150 verschiedene Territorialherren versuchten, sie zu schützen wie es der Augsburgische Religionsfrieden und der Westfälische Friede nach dem 30-jährigen Krieg ihnen auferlegten.

    "Presbyterial-synodale" Orientierung

    Die rheinischen Gemeinden haben ein starkes regionales Selbstbewusstsein. Laienbeteiligung und Selbstverwaltung wird großgeschrieben. Das spiegelt sich heute auch in der Kirchenverfassung, die die Verantwortung der Presbyterien und Synoden besonders betont. Die Evangelische Kirche im Rheinland ist "presbyterial-synodal" geordnet. Das heißt: Die Leitung liegt auf allen Ebenen bei gewählten Mitgliedern und geschieht grundsätzlich in Gemeinschaft. Wir glauben, dass jeder Mensch, angesprochen von der Botschaft der Bibel, mit den eigenen Begabungen, Erfahrungen und Ideen dazu beitragen kann, dass Menschen hoffnungsvoll und friedlich miteinander leben können und dass die Grundlagen des Lebens erhalten bleiben. Wir glauben aber auch, dass nur in der Beratung und Zusammenarbeit vieler gangbare Wege für alle sichtbar werden.

    Barmer Theologische Erklärung

    Im Kirchenkampf gegen den Nationalsozialismus konnten deswegen viele evangelische Gemeinden im Rheinland ihre Eigenständigkeit als Gemeinden der Bekennenden Kirche bewahren. Nicht zufällig war die evangelische Kirche in Barmen-Gemarke 1934 der Tagungsort der ersten allgemeinen deutschen Bekenntnissynode, auf der die richtungsweisende "Theologische Erklärung von Barmen", beschlossen wurde. Bis heute sehen wir unseren Auftrag darin, die Botschaft von Gottes Gnade "allem Volk" weiterzusagen, wie es 1934 in der Barmer Erklärung formuliert wurde.

    Das bedeutet auch, die kirchliche Position in den gesellschaftlichen und politischen Dialog einzubringen. Die Vielfalt der Traditionen ist dabei unsere Stärke. Lutherische, reformierte und unierte Gemeinden, ländliche Regionen und städtische Ballungsräume nehmen die gesellschaftliche Wirklichkeit verschieden wahr. Offene Debatten gehören deshalb zum rheinischen Stil. So war es in den achtziger Jahren beim Thema Frieden, so ist es heute zum Beispiel bei der Debatte um Ehe und Lebensgemeinschaften. "Einigkeit" ist nicht immer zu erreichen - wohl aber die Bereitschaft Unterschiede zuzulassen und neue Wege modellhaft zu erproben.

    Aufbau von unten nach oben

    Die Leitung der Gemeinde liegt beim Presbyterium. Ihm gehören an: Presbyter und Presbyterinnen als gewählte Gemeindeglieder, gewählte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Pfarrer und Pfarrerinnen.

    Abgeordnete aus den Presbyterien bilden die Kreissynode. Aus ihr werden der Superintendent oder die Superintendentin und der Kreissynodalvorstand gewählt. Die Kreissynoden entsenden ihre Abgeordneten in die Landesynode. Deren 232 Mitglieder wählen den Präses und das Präsidium der Synode, das zugleich Kirchenleitung ist.

  • Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW)

    Die Evangelische Kirche von Westfalen ist mit derzeit 2,55 Millionen Mitgliedern in 546 Gemeinden die viertgrößte deutsche Landeskirche. Diese Menschen leben in Westfalen - dem östlichsten Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

    Frühe Reformation

    Die Reformation hielt früh Einzug in Westfalen. Nebeneinander entstanden lutherische Gemeinden und solche, die – aus den Niederlanden beeinflusst – in der Tradition Calvins standen. Und es gab natürlich katholische Regionen. Die wichtigsten Landesherren, die im 16. Jahrhundert den politischen Flickenteppich Westfalen beherrschten, blieben zwar katholisch, erlaubten aber in ihren Territorien auch nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 die Existenz evangelischer Gemeinden. So kam es, dass in Westfalen sich lutherische und auch reformierte Gemeinden schon früh sehr selbstständig entwickeln konnten – von der staatlichen Obrigkeit nicht gefördert, aber auch nicht bevormundet. In diesem hohen Grad der Gemeindeselbstständigkeit liegt eine wichtige Wurzel des bis heute in der westfälischen Kirche geltende »presbyterial-synodalen« Systems. Das meint: Die Kirche baut sich von unten, also den Gemeinden, auf, die von Presbyterien geleitet werden, in denen Laien und ordinierte Amtsträger zusammenwirken. Und die Gemeinden sind es, die sich zu regionalen »Synoden« zusammenschließen, die heute »Kirchenkreise« heißen. Da es nie ein einheitliches landesherrliches Gegenüber gab, konnte sich ein landeskirchliches Selbstbewusstsein kaum entwickeln.

    Union und Erweckungsbewegung

    Lange Zeit standen sich in Westfalen Lutheraner und Reformierte durchaus unfreundlich gegenüber. Erst im 19. Jahrhundert, als Westfalen zu Preußen kam, wurde das Gegeneinander der evangelischen Konfessionen in einer »Union« aufgelöst, die den Bekenntnisstand der einzelnen Gemeinde achtete, aber die volle Abendmahls- und Kanzelgemeinschaft in einer Kirche ermöglichte, die sich als Provinzialkirche Preußens verstand. Gegen manche kirchliche Erstarrung sind im 19. Jahrhundert im Siegerland und im Minden-Ravensberger Land Erweckungs­bewegungen entstanden, die es nicht beim Ruf zur frommen Inner­lichkeit beließen: Bedeutende diakonische Werke wie Bethel bei Bielefeld wurden damals gegründet

    Presbyterial-Synodales System

    Eine selbstständige »Evangelische Kirche von Westfalen« gibt es seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, ihre Kirchenordnung schrieb 1953 das presbyterial-synodale Prinzip fest. Die gewählten Presbyterien entsenden Vertreter in die Kreissynode, die als Leitungsorgane den Vorstand und eine Superintendentin oder einen Superintendenten wählt. Die Kreissynoden schicken Vertreter in die Landessynode, das höchste gesetzgebende Organ. Die Landessynode wählt die Mitglieder der Kirchenleitung und den oder die Präses als leitenden Geistlichen. Derzeit steht Präses Alfred Buß an der Spitze der Kirche, deren Sitz nach 1945 eher zufällig Bielefeld geworden war.

  • Evangelisch-reformierte Kirche (ErK)

    Die Evangelisch-reformierte Kirche ist eine der 22 Gliedkirchen der Evangelische Kirche in Deutschland. Zu ihr gehören 142 Gemeinden mit etwa 185.000 Gemeindegliedern. Die Gemeinden, die sich über das ganze Bundesgebiet verteilen, sind in neun Synodalverbände gegliedert; vornehmlich in Ostfriesland, dem Emsland, in der Grafschaft Bentheim sowie im östlichen Niedersachen und in Bayern.

    Presbyterial-Synodale Struktur

    Die Evangelisch-reformierte Kirche versteht sich als evangelische Gemeindekirche mit presbyterial-synodaler Struktur. Das heißt: Die Leitung liegt auf allen Ebenen bei gewählten Mitgliedern. Auch die Pastoren werden in freier Wahl von den Gemeindegliedern bestimmt. Die Kirche wird von der Gesamtsynode geleitet, ihr gehören 57 Mitglieder aus den neun Synodalverbänden an. Der Präses leitet die Synode. Das Moderamen ist die ständige Vertretung der Gesamtsynode. Sitz des Landeskirchenamtes der Evangelisch-reformierten Kirche ist Leer (Ostfriesland). Leitender Geistlicher der Landeskirche ist der Kirchenpräsident. Zur Zeit ist dies Jann Schmidt.

    Zwingli und Calvin

    Tradition und Selbstverständnis der reformierten (d. h. erneuerten) Kirche gehen zurück auf die Reformation Ulrich Zwinglis, den Reformator Zürichs, und Johannes Calvins, den Reformator Genfs. In deren Tradition sind reformierte Kirchen in der Regel nüchtern und sachlich eingerichtet. Es gibt weder Kreuze noch Kruzifixe, da das 2. Gebot (Bilderverbot) ernst genommen wird. In den meisten Kirchen steht die Kanzel vorne in der Mitte, um die Wichtigkeit der Verkündigung zu unterstreichen. Besonders gepflegt wird der Gesang der Psalmen in den Melodien aus dem Genf des 16. Jahrhunderts. In reformierten Kirchen gibt es keinen Altar, jedoch einen Abendmahlstisch.

    Geschichte

    Als Landeskirche gegründet wurde die Evangelisch-reformierte Kirche 1882, als der deutsche Kaiser und preußische König den reformierten Gemeinden in der Provinz Hannover gestattete, sich zu einer Synode zusammenzuschließen. Später wurde daraus die Evangelisch-reformierte Kirche in Nordwestdeutschland. 1988 schloss sie sich mit der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern zusammen, jetzt als Evangelisch-reformierte Kirche.

  • Lippische Landeskirche (LL)

    Die Lippische Landeskirche ist eine von 22 Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie hat ca. 194.000 Gemeindemitglieder in 61 reformierten und 11 lutherischen Kirchengemeinden.

    Die Lippische Landeskirche ist eine der beiden reformierten Landeskirchen innerhalb der EKD. Sie hat jedoch auch 11 Gemeinden lutherischer Prägung, die eine eigenständige „Klasse“ (Bezirk) innerhalb der Landeskirche bilden. Die Lippische Landeskirche trat 2003 der Union Evangelischer Kirchen bei.

    Geschichte

    Die Geschichte der Lippischen Landeskirche ist untrennbar mit der Geschichte des Landes Lippe verbunden, das vor der Reformation zu den Bistümern Minden und Paderborn gehörte. Ab 1522 wurde jedoch in Lemgo nach lutherischer Ordnung gepredigt, und 1533 hielt die Reformation im gesamten Lande Einzug. Ab 1605 trat Graf Simon VI. (Lippe) jedoch zum reformierten Bekenntnis über. Nur die Alte Hansestadt Lemgo blieb lutherisch. 1854 wurden auch wieder katholische Gemeinden zugelassen, und die Lutheraner wurden den reformierten Gemeinden gleichgestellt. 1877 gab sich die Kirche eine Synodalordnung, wenngleich die Synode zunächst wenig Bedeutung hatte.

    Oberhaupt der Kirche war der jeweilige Herrscher des Fürstentums Lippe als summus episcopus. Geistlicher Leiter war ein Generalsuperintendent. Nach Ende des Ersten Weltkrieges trat an die Stelle des landesherrlichen Kirchenregiments der neu geschaffene Landeskirchenrat mit dem Generalsuperintendenten (später Landessuperintendenten) an der Spitze. 1931 gab sich die Kirche eine neue Verfassung.

    Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Land Lippe zunächst noch bestehen und wurde erst 1947 Teil des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Lippische Landeskirche war davon nicht betroffen. Sie trat 1948 der Evangelischen Kirche in Deutschland bei. Die Kirchenverwaltung befand sich von Anfang an in Detmold.

    Aufbau der Kirche

    In der Verwaltungshierarchie ist die Landeskirche von unten nach oben aufgebaut: An der Basis stehen die Kirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit auf 4 Jahre gewählten Kirchenvorständen, deren Mitglieder die „Kirchenältesten“ sind. Dem Kirchenvorstand gehören auch die jeweiligen Pfarrer der Gemeinde sowie weitere Mitglieder mit beratender Stimme an.

    Mehrere Kirchengemeinden bilden zusammen eine Klasse (Bezirk), an deren Spitze ein Superintendent steht. Die Klassen haben als Gremium die Klassentage, deren Mitglieder von den jeweiligen Kirchenvorständen der Kirchengemeinden entsandt werden, sowie einen Klassenvorstand, zu dem der Superintendent, der Stellvertretende Superintendent, ein Pfarrer als Schriftführer sowie zwei Kirchenälteste aus den Kirchengemeinden gehören.

    Die Klassen bilden zusammen die Landeskirche. Unabhängig von den Klassen und zusätzlich zur Ordnung der Verfassung haben sich in vielen Kommunen die Pfarrer der Kirchengemeinden zu einem Stadtkonvent zusammengetan, in dem reformierte, lutherische, aber auch freikirchliche und römisch-katholische Gemeinden mitarbeiten.

  • v. Bodelschwingsche Stiftungen Bethel (vBS)

    Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gehen auf ein Heim für epilepsiekranke Menschen zurück, das 1867 von der Inneren Mission in Bielefeld gegründet wurde. Man wollte den „Anfallskranken“ in einer Zeit, in der leistungsschwächere Menschen zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrückt wurden, eine neue Heimat geben. Als erster Anstaltsleiter kam Friedrich Simon nach Bethel. Ihm folgte 1872 Friedrich von Bodelschwingh, der die junge Einrichtung entscheidend prägte. Unter seiner Leitung – und der seiner Nachfolger – entwickelte sich Bethel zum größten diakonischen Unternehmen in Europa.

    Für die Menschen mit Behinderungen engagieren sich rund 15 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Jeden Tag setzen sie das christliche Gebot der Nächstenliebe in die Tat um – in Berlin, in Bielefeld und an vielen anderen Orten. Das Wort Bethel kommt aus dem Hebräischen und heißt „Haus Gottes“. Dieser Name ist Programm für die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

    Die Hilfen für Menschen mit Epilepsie sind von den Anfängen bis heute ein Beispiel für das Bestreben Bethels, fortschrittliche Angebote dort zu entwickeln, wo Menschen bisher in ihrer Not noch alleine gelassen werden. Neben der Epilepsiebehandlung zählen die Behindertenhilfe, Altenhilfe, Jugendhilfe, Wohnungslosenhilfe, Arbeit und berufliche Rehabilitation, die Psychiatrie und die Versorgung in Akutkrankenhäusern zu unseren zentralen Arbeitsgebieten. In jüngerer Zeit hinzugekommen sind Angebote für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen, Therapieangebote für Menschen mit autistischen Störungen und die Hospizarbeit. Insgesamt werden jährlich rund 150 000 Menschen durch Bethel-Angebote behandelt, betreut, ausgebildet oder beraten.

Wir führen das Prüfsiegel für den verantwortlichen Umgang mit Spendengeldern und deren satzungsgemäße Verwendung.

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