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12.11.2010

„Erfolg des Grundeinkommens stellt Entwicklungspolitik in Frage“

Bischof Dr. Zephania Kameeta kämpft für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Namibia.

Bischof Dr. Zephania Kameeta kämpft für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Namibia.

Der Erfolg des bedingungslosen Grundeinkommens in Namibia stelle die gesamte westliche Entwicklungspolitik in Frage. Das erklärte Dr. Zephania Kameeta, Bischof der Evangelischen Lutherischen Kirche in der Republik Namibia, bei einer Podiumsdiskussion zum „Basic Income Grant“ im „Zentrum für Mission und Diakonie“ der Vereinten Evangelischen Mission in Bielefeld-Bethel. „Das Projekt hat gezeigt, dass man Menschen nicht entwickeln kann, wie das westliche Entwicklungspolitik oft versucht. Menschen können sich aber nur selbst entwickeln.“

Pilotprojekt in Otjivero

Kameeta ist einer der Initiatoren des Pilotprojektes zu dem Grundeinkommen, das zwei Jahre lang in dem Dorf Otjivero nahe der namibischen Hauptstadt Windhuk durchgeführt wurde. In dem Projekt haben alle Dorfbewohner monatlich umgerechnet rund zehn Euro bekommen. Die Erfolge: Viele haben sich mit dem Geld kleine Existenzen aufgebaut, der Schulbesuch verdoppelte sich, die Arbeitslosigkeit ging zurück, die Gesundheitssituation verbesserte sich deutlich. „Das haben aber nicht Menschen von außen bewirkt, sondern die Leute haben sich das – mit Hilfe des Geldes – selbst aufgebaut. Und darin liegt die Stärke des Grundeinkommens“, sagte Kameeta.

Für ein Grundeinkommen in Deutschland

Gerade deshalb sei es auch hier nötig, ergänze Adrienne Göhler. Die Publizistin und ehemalige Berliner Kultursenatorin kämpft für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland. „Viele Menschen argumentieren, damit würde der Staat ja alles regeln und keiner würde mehr etwas tun. Das Gegenteil ist der Fall. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen endet die Bevormundung durch den Staat, weil der Staat sich nicht mehr anmaßt zu entscheiden, wer etwas aus welchen Gründen braucht oder nicht. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen würden die Menschen endlich ermächtigt, sich selbst zu ermächtigen.“ Im Grundeinkommen liege auch eine große Chance, wieder mehr Kreativität in Deutschland zu bekommen. „Die Existenzangst vieler Menschen lähmt unser Land.“ Sie sei beeindruckt, für welche Aufbruchstimmung BIG in Otjivero gesorgt habe. „Da können wir jetzt ganz viel von Afrika lernen.“

Kameeta will weiter kämpfen

Noch ist ein flächendeckendes Grundeinkommen sowohl in Deutschland als auch in Namibia nicht in Sicht. Aber selbst wenn er die Einführung zu seinen Lebzeiten nicht mehr erlebe, merke er doch, dass der Erfolg des Pilotprojektes jetzt weltweit Kreise ziehe, sagte Bischof Kameeta: „Und das ist für uns Motivation, weiter dafür zu kämpfen.“

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