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01.04.2020

Covid-19: Unsere digitale Mission

Bild links: Simon Grobe organisiert das Netzwerk Junge Erwachsene der VEM im Home Office. Bild oben: Ute Mruck, Assistentin des Generalsekretärs, organisiert Videokonferenzen mit den in Afrika, Asien und Deutschland wohnenden Mitgliedern der VEM-Leitungsorgane. Bild unten: Smartphone & Co. gewinnen für die weltweite Vernetzung über die sozialen Medien an Bedeutung (Fotos: VEM).

Seit dem 17. März 2020 herrscht bei der VEM der Ausnahmezustand aufgrund von Covid-19. Im Tages- und später im Stundenrhythmus wurden internationale und nationale Konferenzen der VEM wie die Mitarbeitendenkonferenz in Nord-Sumatra, Seminare wie das Tansania-Länderseminar und Tagungen wie die Ehemaligentagung abgesagt. Ratlosigkeit breitete sich zunächst aus. Alle unsere Planungen sind auf Eis gelegt worden.

Bis zum heutigen Tag sind die Quarantäne-Vorschriften der Landes- und Bundesregierung weiter verschärft worden. Ein Ende der Maßnahmen zum Schutz gegen die Verbreitung der Corona-Pandemie ist in Deutschland nicht absehbar. 

Aus der Not eine (digitale) Tugend machen

Nach einigem Brainstorming wurde im Missionshaus schnell klar, dass wir handlungsfähig bleiben müssen und das geht momentan nur digital. „Home Office“ heißt auch bei der VEM das Zauberwort. In diesen Tagen bewährt sich die Anschaffung zahlreicher Dienst-Laptops und die Bereitstellung der technischen Möglichkeiten durch die IT-Abteilung, über VPN-Tunnel auf die VEM-Server sowie auf die dienstlichen E-Mails aus der Ferne zugreifen zu können. Das Telefon liegt sowieso in Reichweite auf dem heimatlichen Schreibtisch. Bis heute arbeitet mehr als die Hälfte der VEM-Belegschaft zu Hause. Wer will, kann dennoch zum Arbeiten ins Missionshaus kommen, allerdings nur unter Einhaltung der strengen Distanzregeln und Hygienevorschriften.

Dennoch sind diese Maßnahmen für uns nicht ausreichend. Als international agierende Organisation sind wir nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch über Kontinente hinweg vernetzt. Unsere beiden Regionalbüros in Dar-es-Salaam und Pematangsiantar und der international zusammengesetzte Rat erfordern eine jederzeit stabile und sichere Kommunikation. Deshalb werden jetzt mehr als zuvor Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmenden aus allen drei Regionen beispielsweise über das cloud-basierte Programm Zoom einberufen. Und auch hier hat sich die schon vorhandene Technik und die Erfahrung mit Videokonferenzen im Hause bewährt. Interregionale Sitzungen und internationale Bewerbungsgespräche wurden bereits in der Vergangenheit vielfach über Skype geführt.

Unsere Online-Mission

Am 23. März sollte im Rahmen einer Veranstaltung im Missionshaus die Kirchenjahrkampagne #kirchefeiert gestartet werden. Die Sängerin Judy Bailey war schon gebucht, alle Mitwirkenden waren bereits gebrieft. Aufgrund der zwischenzeitlich gestiegenen Corona-Infektionszahlen wurde jedoch schnell absehbar, dass die Veranstaltung nicht wie geplant in Wuppertal stattfinden konnte. So wurde am Montag, den 16. März beschlossen, die Veranstaltung im Hause abzusagen und den Kampagnen-Launch stattdessen auf die Social-Media-Kanäle zu verlagern - die bevorstehenden Feiertage fallen schließlich nicht wegen Corona aus. Schon am darauffolgenden Tag kamen Judy Bailey und die übrigen Mitwirkenden ins Missionshaus, um die Veranstaltung in einem Konferenzraum aufzuzeichnen. Über Youtube, Facebook, Instagram und die Website www.kirche-feiert.de wurde die Kampagne dann wie geplant am 23. März um 11 Uhr als Video online vorgestellt. Wir erreichten über 4.000 Menschen - mehr als im Missionshaus Platz gefunden hätten.

Idealerweise haben wir auch gleich E-Learning-Material über Karfreitag und Ostern als Handreichung für den Religionsunterricht zum Herunterladen auf die Website gestellt. #kirchefeiert wurde damit als echte digitale Open-Source-Kampagne eröffnet und lebt jetzt im Netz weiter.

Unsere elektronischen Newsletter über Neuigkeiten aus unserer Gemeinschaft und aus dem Netzwerk Junge Erwachsene werden auch wie gewohnt an über tausend Adressen versendet.

Als ebenfalls bewährte Kommunikationsform erweist sich der Prayer Alert, unser internationaler Gebetsaufruf. Er wird bis Ostern von der Evangelisationsabteilung täglich an hunderte Abonnenten verschickt. Hier zeigt sich ein wesentlicher Vorteil der digitalen Kanäle: Sie sind dialogisch. Auf Facebook und per E-Mail erhalten wir aus allen Mitgliedskirchen sehr unterschiedliche Gebetsanliegen, die wir gerne weitergeben, da sie vielen Menschen Trost und Halt bieten.

Eine besondere Bedeutung erhält in dieser Zeit auch unser neu eingerichteter Predigt-Podcast aus der Region Deutschland. Seit wenigen Wochen laden wir monatlich eine neue Predigt aus ökumenischer Perspektive hoch, gehalten werden sie von Kolleginnen und Kollegen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen. Der Zugang erfolgt über unsere Website www.vemission.org, entweder über die Social-Media-Fahne am rechten Bildrand oder in der Social Media Wall im unteren Bereich der Startseite. Hören Sie mal rein!

Aber auch unsere täglichen Hausandachten haben eine Metamorphose erfahren, die in der VEM-Geschichte sicherlich einzigartig ist. Führten wir unsere Morgenandachten in den ersten Tagen noch im Innenhof mit vorgeschriebener Personendistanz durch, werden die täglichen Mediationen seit einigen Tagen ausschließlich als Mailandacht verschickt. Pünktlich um 9.45 Uhr wird eine Mail mit Tageslosung und Lehrtext, einer kurzen Meditation, den Namen der Geburtstagskinder, einem Fürbittengebet sowie einem Liedtext, gelegentlich mit einem Youtube-Link zum Mitsingen an die Belegschaft versendet; das Vater Unser und der abschließende Segen geben uns Mitarbeitenden die notwendige geistliche Kraft, um die täglichen Aufgaben in diesen schwierigen Zeiten zu bewältigen.

Internationale Netzwerke geben Mut und handfeste Unterstützung

Wenn es darum geht, Informationen über die aktuelle Corona-Lage in den einzelnen Ländern und Mitgliedskirchen zu erfahren, hat sich das Alumni-Netzwerk des Master-Kurses für Diakonie-Management als zuverlässige Informationsquelle erwiesen. Dabei schauen wir mit zunehmender Sorge zu unseren Schwestern und Brüdern in unseren afrikanischen und asiatischen Mitgliedskirchen. Werden die Gesundheitsversorgung in ihrem jeweiligen Land und ihre persönliche Konstitution ausreichen, um sich dem Virus entgegenzustemmen?

Dabei bleibt es nicht nur bei dem gegenseitigen Informationsaustausch, sondern es werden wie im Falle von Schutzmasken für die Rheinische Kirche in Hongkong auch konkrete Maßnahmen zur Unterstützung in Form von Sach- oder Geldspenden aufgebracht. Und so manche deutsche Gemeinde kann von engagierten Christinnen und Christen im indonesischen Nord-Sumatra lernen, wie Gottesdienste über Facebook & Co. digital gefeiert werden. 

Von vielen Mitgliedern der VEM erhalten wir regelmäßige Informationen zum derzeitigen Stand ihres Lebens und Arbeitens in der Corona-Zeit, aber nicht von allen. Daher haben wir nun noch einmal gezielt die Kirchen in Asien und Afrika angeschrieben und um weitere Informationen und Ideen gebeten.

Neben den vielen Aspekten der Kommunikation sind auch andere Abteilung vor Herausforderungen gestellt, so zum Beispiel die Kolleginnen und Kollegen unseres Freiwilligenprogramms. Mit viel Mühe, Geduld und Engagement haben sie dafür gesorgt, dass alle Freiwilligen aus Nord-Süd- und fast alle aus der Süd-Nord-Richtung bei ihren Familien in ihren Heimatländern sicher angekommen sind. Das erste Treffen der zurückgekehrten Nord-Süd-Freiwilligen fand bereits im Rahmen eines digitalen Netzwerkcafés statt.

Für sie und uns alle stellt sich täglich die Frage: Wie wird es weitergehen? Die Antwort: Während wir weiterhin an digitalen Lösungen für die Herausforderungen unserer Mission arbeiten, geben wir die Hoffnung auf den medizinischen Fortschritt und das Vertrauen in Jesus Christus, unseren Herrn nicht auf.

Martina Pauly (Leiterin Kommunikation & Medien)

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