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17.06.2020

„Beendet den Rassismus in Papua“

Pfarrer Andrikus Mofu; Foto: GKI-TP

Konkret fordern die Religionsführer aus Papua in ihrer Stellungnahme Präsident Joko Widodo dazu auf, Menschenrechtsverbrechen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte, die an Papuas durch indonesisches Militär, Polizei und Sicherheitskräfte verübt wurden, aufzuklären und Verantwortliche zu verurteilen. Pfarrer Andrikus Mofu, der Leiter der Protestantischen Kirche in Papua (GKI-TP), hat diese Stellungnahme ebenfalls unterzeichnet. Die GKI-TP ist eine Mitgliedskirche der VEM.

Ferner rufen die Religionsführer den Präsidenten dazu auf, Diskriminierung und Ausgrenzung von Papuas in ihrer eigenen Heimat zu beenden, die Hintergründe der Geschichte der sogenannten „Integration“ Papuas in Indonesien 1969 unabhängig zu erforschen und Maßnahmen zu treffen, um die wirtschaftliche Situation der Papuas, ihre Bildungschancen und die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Anlass des Schreibens ist ein Prozess gegen sieben Papuas, die des Verrates beschuldigt werden. Die Papuas hatten sich an Demonstrationen im August 2019 gegen Rassismus beteiligt, nachdem in Surabaya Papua-Studierende von Soldaten als „Affen und Schweineesser“ rassistisch verunglimpft wurden. Im September 2019 wurden die sieben inhaftierten Papuas angeblich aus Sicherheitsgründen in das 2.600 Kilometer entfernte Balikpapan gebracht, wo in diesen Tagen das Urteil des Gerichtes erwartet wird. Die Namen der sieben angeklagten Papuas sind: Buchtar Tabuni, Agus Kossay, Stevanus Itlay, Ferry Gombo, Alexander Gobai, Irwanus Uropmabin und Hengki Hilapok.

In ihrer Stellungnahme werfen die Religionsführer der Justiz des Landes vor, ebenfalls diskriminierend zu urteilen. Gewalttäter aus den Reihen der Armee und Polizei müssten mit geringen oder keinen Strafen rechnen, während Papuas drakonische Urteile mit langjährigen Gefängnisstrafen zu erwarten hätten.

Die Stellungnahme der Religionsführer aus Papua ist auch im Kontext der weltweiten Resonanz auf die „Black Lives Matter“-Bewegung in den USA und den Mord an George Floyd zu sehen. Die Papuas sehen sich als Opfer von Rassismus seit des Anschlusses an Indonesien 1969. Viele Papuas sehen als einzige Lösung daher die Unabhängigkeit von Indonesien.

Die VEM beteiligt sich seit vielen Jahren u.a. im West Papua Netzwerk und in der International Coalition for Papua dabei, in Deutschland und weltweit auf die Situation der Papuas aufmerksam zu machen und Vertretern und Vertreterinnen aus Kirche und Gesellschaft in Papua gegenüber der Politik in Deutschland eine Stimme zu geben. In der Menschenrechtskampagne dieses Jahres hat die VEM ausführlich über die Situation indigener Menschen, deren Leiden und Bedrohung durch Rassismus, Ausbeutung und Diskriminierung berichtet.

Online-Redaktion

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