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06.08.2020

Covid-19: Der Hunger kehrt zurück

Lebensmittelverteilung in der Shyogwe-Diözese der Evangelisch-Anglikanischen Kirche in Ruanda (EAR). (Foto: EAR/VEM)

In seinem Bericht über die Verwendung der von der VEM erhaltenen Mittel beschreibt der Leiter der Evangelisch-Anglikanischen Kirche in Ruanda, Bischof Dr. Jered Kalimba, die durch Covid-19 verursachte Situation in seinem Land wie folgt:

"Wir möchten der VEM für ihre Unterstützung unserer Kirche, der Evangelisch-Anglikanischen Kirche von Ruanda (EAR), und unseres Projekts "Lebensmittel-Nothilfe für bedürftige Familien nach der Lockdown-Verlängerung wegen COVID-19" danken.

Nachdem am 13. März 2020 der erste Corona-Fall in Ruanda festgestellt wurde, mussten ab dem 14. März Schulen, Kirchengebäude und Büros in Ruanda geschlossen werden. Als die Zahl der Infizierten weiter anstieg, wurden öffentliche Verkehrsmittel, Internate sowie Geschäfte geschlossen und alle anderen Aktivitäten untersagt. Den Menschen wurde empfohlen, in ihren Häusern zu bleiben, mit Ausnahme für den Gang in die Lebensmittelgeschäfte, zur Bank, in die Apotheke oder ins Krankenhaus.

Seither sind alle zu Hause geblieben, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Da jedoch viele Menschen bei uns in extremer Armut leben und auf Gelegenheitsarbeit angewiesen sind, sahen wir uns sofort mit einer neuen wichtigen Herausforderung konfrontiert: dem Hunger. Die meisten Menschen betreiben keine Landwirtschaft und Ruanda ist ein Land mit hoher Bevölkerungsdichte. Infolgedessen haben Eltern, die auf ihren Tageslohn angewiesen sind, jetzt ihr Einkommen verloren und sind derzeit nicht in der Lage, ihren Kindern, die wegen Corona schon vor dem Ablauf des Schuljahres zu Hause sind, eine einzige Mahlzeit am Tag zu geben.

Die meisten Familien haben mit Nahrungsmittelknappheit zu kämpfen. Dies gilt insbesondere für Gelegenheitsarbeiter, Tagelöhner und besonders bedürftige Familien. Daraus ergab sich die dringende Notwendigkeit, gerade diese Familien mit Grundnahrungsmitteln für mindestens zehn Tage zu unterstützen und sie zugleich mit Blick auf die Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 zu sensibilisieren.

Um all das leisten zu können, haben die vier Diözesen der Anglikanischen Kirche Ruandas die VEM um Unterstützung gebeten.

Namenslisten über bedürftige Personen wurden bereits während des Corona-Ausbruchs erstellt und von den Pfarrerinnen und Pfarrern in Zusammenarbeit mit der lokalen Verwaltung auf Dorfebene vervollständigt. Die Listen umfassten nicht nur Kirchenmitglieder, sondern auch Mitglieder aus anderen Glaubensgemeinschaften. Es wurden verschiedene Kategorien der Bedürftigkeit ermittelt, dazu gehörten vor allem mittellose Menschen, Randgruppen-Angehörige und Personen, die durch die Ausgangssperre arbeitslos geworden sind.

Wir verwendeten einen Teil der VEM-Mittel, um 1.920 bedürftige Haushalte in vier Diözesen mit Grundnahrungsmitteln und Seife zu versorgen. Dazu zählten beispielsweise Gelegenheitsarbeiter und alleinerziehende Mütter, die vom ihrem Tageseinkommen leben oder die ihre schlecht bezahlte Arbeit verloren haben und keine Ersparnisse ansammeln konnten und die aufgrund der Ausgangssperre jetzt hungern müssen. Mit dem Geld kauften wir die wichtigsten Lebensmittel ein, aber auch Seifen und Desinfektionsmittel, um die Hygienemaßnahmen zu befolgen.   

Die übrigen Mittel wurden für den Kauf von 4.000 Gesichtsmasken für bedürftige Menschen verwendet. Die Regierung hat während der Lockdown-Zeit angeordnet, eine Mund-Nasenmaske aufzusetzen, wenn man das Haus verlässt. Hier stellten wir fest, dass die Ärmsten, die sich nicht einmal Essen leisten konnten, kaum eine Chance hatten, eine derartige Maske zu erhalten. Deshalb haben wir diese Menschen mit Masken ausgestattet, damit sie zumindest ihre Häuser verlassen können, um Medikamente zu holen und Grundversorgungsleistungen in Anspruch zu nehmen.

Wir bestellten außerdem 100 Handwascheinrichtungen, um den Kirchenmitgliedern die Möglichkeit zu geben, sich vor dem Betreten und beim Verlassen der Kirche die Hände zu waschen. Dies war eine wesentliche Voraussetzung, um die Kirchen im Rahmen der staatlich vorgeschriebenen Anforderungen wiedereröffnen zu können.

Mit den verteilten Lebensmitteln und anderen wichtigen Materialien konnten wir Menschen helfen, Gottes Liebe in Zeiten der Krise zu erkennen. Diese Menschen haben die Unterstützung wertgeschätzt, viele von ihnen haben begonnen, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Junge Erwachsene wurden dazu ermutigt, im Namen des Herrn aktiv zu werden und versprachen, sich künftig an kirchlichen Aktivitäten zu beteiligen, z.B. sich Chören anzuschließen oder den Sonntagsgottesdienst zu besuchen."

Bischof Dr. Jered Kalimba (Evangelisch-Anglikanische Kirche von Ruanda)

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