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03.08.2020

VEM-Journal: Corona & Gender-Inklusivität in Asien

Mitarbeitende der Mentawai-Kirche (GKPM) in Indonesien verteilen Lebensmittelpakete an Bedürftige.

Eigentlich müsste auf dieser Seite nur ein Wort stehen: CORONA! Seit einigen Monaten dreht sich in dieser Welt so ziemlich alles um die Auseinandersetzung mit der Pandemie. Wer hätte Anfang des Jahres vermutet, dass wir einmal mit Atemschutzmasken unterwegs sein würden, sei es zum Einkaufen oder bei der Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer hätte vermutet, dass ein Virus das öffentliche Leben nahezu vollkommen lahmlegen wird. Und in all den furchtbaren Auswirkungen, die wir in unserer Umgebung seit Wochen erleben, behaupte ich: Es geht uns gut!

"Jammern auf hohem Niveau"

Trotz aller Einschränkungen und der fast überall spürbaren Angst, dass es mich oder jemanden aus meiner Familie oder dem Freundeskreis treffen könnte. Mir macht zunehmend mehr zu schaffen, dass ich die Aufregung darüber nur mit Schmerzen hören kann, dass Kinder nicht zur Schule können, Restaurantbesuche erst seit kurzem und nur eingeschränkt möglich und die beliebten Urlaubsländer nicht zu bereisen sind, Konzerte nicht besucht werden können und Theater geschlossen bleiben müssen. "Jammern auf hohem Niveau" hat es einmal ein Politiker bei anderer Gelegenheit genannt. Denn während wir ein Sozialsystem haben, das uns vor der Situation schützt, im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr zu haben, haben Millionen von Menschen in der VEM-Gemeinschaft genau dies: NICHTS MEHR. Während bei uns darüber geklagt wurde, dass Toilettenpapier nicht mehr zu bekommen sei und auch Mehl, Nudeln oder andere Produkte rar wären, erreichten die VEM verzweifelte Hilferufe von denen, deren gesamte Lebensgrundlage wegen der Einschränkungen aufgrund von COVID-19 vernichtet worden ist.

Hier in Deutschland kann ich darauf vertrauen, dass im Falle der Erkrankung ein solides Gesundheitssystem mich auffangen wird und ich trotz der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe gute Chancen habe, weitgehend unbeschadet davon zu kommen. Unsere Schwestern und Brüder in Asien und Afrika teilen uns dagegen mit, dass die Zahlen der Verstorbenen gestiegen sind, aber zugleich darüber nicht offen berichtet werden kann. Denn die Ohnmacht gegenüber der Situation habe dazu geführt, dass an vielen Orten der Bezug zu COVID-19 nicht hergestellt werden dürfe. Zu behaupten, dass es das Problem im Land gar nicht geben würde, ist allerdings auch unter den Politikern der Supermächte des Westens und des Ostens verbreitet.

Eine großartige Solidarität

In der Gemeinschaft der VEM erleben wir eine großartige Solidarität untereinander. Es wurden zu dem Zeitpunkt, als das Virus Europa getroffen hatte, Masken geschickt, die in Tansania genäht worden waren. Indonesische Kirchen haben die Menschen in Hongkong und China versorgt, jetzt haben wir eine große Welle der Solidarität aus Deutschland in Richtung Asien und Afrika. In allem begleitet uns das Beten miteinander und füreinander. Neue Formen der Gemeinschaft durch die moderne Technik werden erprobt und erfolgreich genutzt. Eine Sorge begleitet mich allerdings in dieser großen Solidarität. Zunehmend höre ich, dass wir "helfen müssen". Das ist durchaus richtig, aber es nicht zu verbergen, dass diese Haltung bei manchen einem Gefühl der Überlegenheit entstammt. Unsere Hilfe ist nötig und möglich, weil wir in der VEM als internationaler Gemeinschaft einander brauchen, nicht weil eine Seite besser ist als die andere. Dass die Ungerechtigkeit in der Regel systembedingt ist, hat sich ja auch zuletzt in Deutschland gezeigt, als durch die Corona-Krise die Lebensverhältnisse der Arbeitenden in der Landwirtschaft und Fleischindustrie auf dramatische Weise öffentlich wurden.

Ich hoffe und bete darum, dass wir hier gemeinsam lernen und bereit zu Veränderungen sein werden.

Pfr. Volker Martin Dally (Generalsekretär der VEM)

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