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13.01.2021

Die beste Investition in die Zukunft

Die Teilnehmenden der Alumni-Konferenz in Hattingen 2019. (Foto: C. Schletter/VEM)

Sie halten die soeben erschienene Dokumentation in ihren Händen: (v.l.) Pastor Dr. Andar Parlindungan (Verfasser), Pfarrer Volker Martin Dally (Generalsekretär) und Julian Elf (Verfasser) (Foto: M.Pauly/VEM)

Der Buchumschlag der neuen Dokumentation über das VEM-Stipendienprogramm. (Foto: VEM)

Soeben ist die englischsprachige VEM-Dokumentation "The Relevance of Advanced Education for an Interreligious and Intercultural Global Community" erschienen. Die Autoren Pastor Dr. Andar Parlindungan (Leiter der Abteilung Training & Empowerment) und Julian Elf (Bildungskoordinator der Region Deutschland) veröffentlichen hierunter die persönlichen Reflexionen vormaliger VEM-Stipendiat*innen, die diese anlässlich der Alumni-Konferenz vom 30. August bis 7. September 2019 in Hattingen vorgetragen haben. Zugleich wurde auf dieser Konferenz der Startschuss für ein internationales Alumni-Netzwerk gegeben, mit dem das bewährte Stipendienprogramm der VEM durch die Stipendiat*innen selbst gefördert wird.

Vorwort von Volker Martin Dally (Generalsekretär der VEM)

"In den letzten zwanzig Jahren hat die VEM mehrere hundert Stipendien vergeben. Derzeit haben wir 71 Stipendiat*innen im Programm, 32 Frauen und 39 Männer, Stand Mai 2020. Die VEM investiert viel in diese Art der Ausbildung von Fachkräften in den Mitgliedskirchen, sowohl materiell als auch personell in der Organisation selbst. Warum tun wir das? Anhand einiger exemplarischer Punkte soll der Wert dieser Programme für die gemeinsame Zukunft der VEM dargestellt werden.

Förderung durch intellektuellen Austausch und mehr Professionalisierung

Als VEM sind wir eine Gemeinschaft von sehr unterschiedlichen Ländern mit einer Vielzahl von Kulturen und Sprachen. Mit unserem Stipendienprogramm wollen wir den Austausch zwischen einzelnen Mitgliedern fördern, nicht nur durch persönliche Begegnungen im Rahmen von regelmäßigen Besuchen, sondern auch durch intellektuellen Austausch und den Ausbau der Professionalisierung in den einzelnen Arbeitsbereichen.

Während in der Vergangenheit die Stipendien vor allem auf das Studium der Theologie ausgerichtet waren, hat sich der Anteil in den letzten zehn Jahren zunehmend in Richtung entwicklungspolitischer Stipendien verschoben. Ein Grund dafür ist, dass die Mitglieder der VEM in ihren jeweiligen Ländern ein weites Spektrum an öffentlichen Dienstleistungen in ihren jeweiligen Ländern aufgebaut haben. Für die Ausbildung ihres theologischen Personals nutzen sie heute die vielen lokalen Möglichkeiten einer hochqualifizierten theologischen Ausbildung, die den Bedürfnissen ihrer Kultur entsprechen.

Die Priorität der theologischen Stipendien hat sich dahingehend verändert, dass sie dem geistlich-wissenschaftlichen

Austausch und nicht mehr die Professionalisierung des theologischen Personals im Hinblick auf den Dienst in der Kirche zum Ziel haben. Das bedeutet auch, dass die VEM nun mehr Anfragen von Mitgliedern erfüllen kann, um die breitere Palette an Diensten der Kirche und ihrer Einrichtungen zu ergänzen. Der wissenschaftliche Austausch in den Bereichen Diakonie, Medizin, Agrarwissenschaften, Medizin, Agrarwissenschaften, Kirchenmusik, Wirtschaft und Verwaltung ist für die VEM-Mitglieder heute von großer Bedeutung.

Verschiedene Aspekte haben dazu geführt, dass die VEM-Mitglieder hier heute einen größeren Bedarf sehen als in der Vergangenheit. Generell ist deutlich geworden, dass mit den steigenden Anforderungen an die Professionalität und den wachsenden Arbeitsfeldern innerhalb der Kirchen und Institutionen theologisches Personal nicht automatisch für bestimmte Aufgaben qualifiziert ist. Zum Gottvertrauen und zum Vertrauen auf die Kraft des Gebets gehört auch das Erlernen der entsprechenden Fähigkeiten. Schon in biblischer Zeit wurden Aufgaben so verteilt, dass die wachsenden Strukturen der Gemeinde Gottes entsprechend gepflegt werden konnten. So lesen wir von der Einsetzung von Männern zur Unterstützung des Mose (Ex 18,13-27) und der Wahl von Helfern für die Armen in der neuen christlichen Gemeinde (Apg 6,1-7), um nur zwei Beispiele von vielen zu nennen.

Mit VEM-Stipendien zur Fachkräftesicherung

Die Fortbildung der Mitarbeiter durch Stipendien bereitet die VEM-Mitglieder auf bestehende Arbeitsfelder und auf kommende Herausforderungen vor. Durch die Professionalisierung können zukünftige Fehlbesetzungen deutlich reduziert werden. Durch die enge Betreuung der Stipendiaten kann frühzeitig festgestellt werden, ob die Person innovative Ideen einbringen wird und den Anforderungen der Aufgabe gewachsen ist. Gleichzeitig können wir erwarten, dass durch die Vergabe eines Stipendiums eine innere Bindung zwischen der VEM und ihren Mitgliedern entsteht, so dass die Stipendiaten langfristig im Dienst der Gemeinschaft bleiben wollen. Dazu ist es natürlich notwendig, dass die Mitglieder der VEM den Absolvent*innen des Stipendienprogramms anschließend geeignete Stellen in ihren Einrichtungen anbieten können.

Es ist wichtig, dass die VEM-Mitglieder ihre Chance und Verantwortung im Hinblick auf das Stipendienprogramm klar wahrnehmen. Die VEM vergibt die Stipendien nicht dafür, um geeignete Menschen für die Organisation selbst auszubilden - das ist ein ganz besonderer Nebeneffekt bei der Besetzung von Stellen innerhalb der Organisation -, sondern damit sich die Stipendiaten frühzeitig an ihre Entsendekirche binden und ihr treu bleiben. Was bei der theologischen Ausbildung durch die bestehenden Strukturen als selbstverständlich vorausgesetzt wird, kann in anderen Arbeitsbereichen nur durch eine entsprechende innerkirchliche Aufgabenverteilung erreicht werden. Wenn die VEM-Mitglieder im Wettbewerb um angehende Fachkräfte nicht die Verbindung zu den Stipendiaten verlieren wollen, müssen sie sich als engagierte und attraktive Arbeitgeber erweisen. Andernfalls werden diese Frauen und Männer, die mit großem Aufwand eine spezialisierte Ausbildung erhalten haben, sehr schnell in staatliche Einrichtungen oder andere Organisationen und Unternehmen wechseln.

Die materielle Vergabe des Stipendiums wird daher von einer immateriellen Förderung begleitet. Dort, wo es den Mitgliedern gelungen ist, die Geförderten an sich zu binden, nehmen sie nach Abschluss ihres Stipendiums wichtige Schlüsselpositionen ein und arbeiten erfolgreich als Multiplikatoren, sei es in den Leitungs- und Diakonieeinrichtungen der Kirchen oder als Ärzt*innen, Entwicklungshelfer*innen, Dozent*innen oder Expert*innen in anderen Bereichen. Mit ihren interkulturellen und wissenschaftlichen Erfahrungen leisten die Alumni einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung ihrer Kirchen, aber auch zur wirtschaftlichen, sozialen und demokratischen Entwicklung ihrer Herkunftsländer.

Das Stipendienprogramm als Übersetzung des Glaubens in der Kirchengemeinschaft

Dieser entwicklungspolitische Nutzen mag auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich sein, aber die Erfahrungen der internationalen Gemeinschaft tragen zusammen mit der Internationalisierung der Ausbildungsstätten durch die Stipendiaten in nicht geringem Maße zur positiven Entwicklung einer gemeinsamen Welt bei. Unter diesem Gesichtspunkt übersetzt das VEM-Stipendienprogramm auch den Glauben in andere Kulturen. Diese Übersetzung des Glaubens beschränkt sich nicht auf Vokabeln und Grammatik, sondern schließt die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen und Traditionen ein und führt zu einer Vertiefung und Bereicherung des eigenen Glaubens wie auch des Glaubens des Gegenübers. Wir von der VEM sehen dies als globales Lernen in ökumenischer Perspektive. Es liegt jedoch auf der Hand, dass ein solches Lernen nicht auf die eigentliche Studiendauer beschränkt sein sollte. Die erfolgreichen Absolventen dieser Studiengänge haben hier eine besondere Aufgabe.

Wir sind gerade dabei, unser Alumni-Netzwerk auszubauen, da es die Möglichkeit bietet, den geistigen und wissenschaftlichen Austausch innerhalb der VEM-Gemeinschaft über die Studienphase hinaus fortzusetzen. Viele ehemalige Stipendiaten aus den drei Regionen sind heute bemüht, ihre Talente und ihr erworbenes Wissen in den internationalen Kontext einzubringen. Ob ein Pastor aus Tansania oder Indonesien, der in Deutschland arbeitet, eine Ärztin oder ein Musiker aus einem Teil der Welt, eine Expertin für interreligiösen Dialog oder ein Beauftragter für Advocacy-Fragen, jeder von ihnen ist Teil einer Gemeinschaft, die sich der Verkündigung des Reiches Gottes in Wort und Tat verschrieben hat.

Eine bessere Investition in die Zukunft der VEM und ihrer Mitglieder können wir uns kaum vorstellen."

Statements der Verfasser

Pastor Dr. Andar Parlindungan: "Dieses Buch erzählt erfolgreiche und auch herausfordernde Geschichten, die von der VEM unterstützt wurden. Wir sehen, wie fruchtbar die Wirkung des Studienprogramms für die Weiterentwicklung der Bildungsarbeit in unseren Mitgliedskirchen ist."

Julian Elf: “Die hier erschienene Dokumentation zeigt, wie wichtig akademische Bildung für die gesamte VEM ist und welchen nachhaltigen Einfluss sie auf die Weiterentwicklung der VEM-Wirkungsbereiche hat.”

Gewidmet ist die Dokumentation Pastor Agustinus Purba (MA) aus der indonesischen Karo-Batak-Kirche, der als Teilnehmer der Konferenz kurz vor der Buchveröffentlichung an Covid-19 verstorben ist.

Die Dokumentation kann hier heruntergeladen werden.

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