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03.05.2021

Wirksamkeit von VEM-Projekten

Die Schülerinnen und Schüler während der Eröffnungsfeier ihrer neuen Mapamboli-Schule in Kinshasa (DR Kongo) im Jahre 2019. (Foto: U.Baege/VEM)

Eine beispielhafte Aktion der ECC-Kirche in Kinshasa bei der Verteilung von Hygienevorrichtungen zur Bekämpfung von Corona in Kinshasa. (Foto: ECC/VEM)

In Zeiten von Covid-19 haben die von der VEM unterstützten Projekte eine spürbare Wirksamkeit auf afrikanische Gemeinden entfaltet. Nachfolgend werden zwei Projektbeispiele und Beobachtungen unseres kongolesischen VEM-Mitarbeiters Safari Kanyena, Entwicklungsberater der beiden VEM-Mitgliedskirchen CDCC und CADELU im Westen der Demokratischen Republik Kongo, vorgestellt.

Angesichts der Corona-Pandemie haben die VEM-Mitglieder ein System zur Bereitstellung humanitärer Hilfe eingerichtet, um den ärmsten und den am stärksten ausgegrenzten Menschen bei steigenden Infektionszahlen zu helfen. Trotz Zugangsbeschränkungen arbeiten VEM-Mitglieder rund um die Uhr mit lokalen Gemeinden in 15 afrikanischen Kirchen zusammen, um dringend benötigte Hilfe zur Eindämmung des Virus und zum Schutz der Gemeinden vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu leisten. Vielen Dank an alle, die dazu beitragen, schutzbedürftigen Menschen zu helfen und diese Entwicklungsarbeit zu ermöglichen!

Im August 2019 nahmen der VEM-Generalsekretär, Pfarrer Volker Martin Dally, und zwei seiner Kollegen der Afrika-Abteilung (Uli Baege und meine Person) zusammen mit dem Präsidenten der CADELU-Kirche, Rev. Jean Denis Bokombe, sowie mit Gemeindevorstehern an der Eröffnungsfeier der Mapamboli-Schule der CADELU-Kirche teil. Die Schule befindet sich in Kinshasa, der 12 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo.

Die Mapamboli-Schule in Kinshasa

Seit 2017 unterstützte die VEM die CADELU-Kirche beim Bau einer Schule in Kinshasa. Diese Schule befindet sich im Stadtteil „B.A.T.“ und wurde vor fast zwei Jahren eröffnet. Im Zuge des staatlichen Programms „freie Grundschulbildung“ verzeichnet die Mapamboli-Grundschule, die für 240 Schüler konzipiert wurde, mittlerweile einen Zuwachs auf 609 Kinder. In vielen Ländern der Welt ist es üblich, dass ein Klassenzimmer nicht mehr als 30 Schüler und Schülerinnen aufnimmt. Aber die Lage in der Mapamboli-Schule in Kinshasa ist eine andere: Nach Angaben unseres Mitarbeiters verteilen sich die 609 Schülerinnen und Schüler auf insgesamt sechs Klassen, davon durchschnittlich jeweils 52 Mädchen und 49 Jungen. Mit anderen Worten: Es sitzen rund 100 Schülerinnen und Schüler in einem Klassenraum. „Mapamboli war eine gute Antwort auf die damaligen pädagogischen Herausforderungen, aber jetzt kann die Qualität des Unterrichts aufgrund überfüllter Klassenzimmer durchaus in Frage gestellt werden,“ so Safari Kanyena. „Ähnlich sieht es bei der Herausforderung aus, das „Social Distancing“ während der Corona-Pandemie sicherzustellen,“ gibt der VEM-Mitarbeiter zu bedenken.

Gemeinsame Aktion der CADELU und CDCC im Kampf gegen Covid-19 in Kinshasa

Hierbei handelt es sich um die Planung und Auswertung eines Projekts zur COVID-19-Prävention in Kinshasa. Dabei teilte Safari Kanyena den Teams beider Kirchen vorab mit, dass es eine der größten Stärken der VEM sei, ihre Mitglieder zusammenzubringen und sie darin zu befähigen, ihre Mission umzusetzen. Dieses Projekt ist außerdem ein praktisches Beispiel für die Umsetzung des VEM-weiten GLEP-Ansatzes (Globales Lernen in Ökumenischer Perspektive). Angesichts der gemeinsamen Bedrohung durch COVID-19 wurde ein Projekt zunächst entworfen und der VEM zur Gewährung einer Förderung vorgelegt. Die Implementierung übernahm ein gemeinsames Team aus sechs Mitarbeitenden der CDCC und der CADELU in Kinshasa. Die Gemeinde in Kinshasa zeigte sich höchst zufrieden, weil die Maßnahmen nach ihren Plänen umgesetzt werden konnten. Nachstehend einige der erzielten Ergebnisse:

  • Den CDCC- und CADELU-Kirchen gelang es, einen gemeinsamen Koordinierungsausschuss einzurichten, um die geplanten Hilfsmaßnahmen professionell durchzuführen. 

  • Das Projekt stärkte die Beziehungen zwischen den Mitgliedern beider Kirchen in Kinshasa, die zwar in derselben Stadt wohnen, die sich aber für gewöhnlich nicht treffen oder gar zusammenarbeiten. 

  • Mit der VEM-Unterstützung konnten chronisch Kranken unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit geholfen werden und hier insbesondere Patient*innen mit Diabetes, Bluthochdruck und anderen Atemwegserkrankungen sowie ältere Menschen. 

  • 400 besonders betroffene Personen erhielten Bargeld zum Kauf von Lebensmitteln, davon 240 Menschen aus der CDCC- und 160 aus der CADELU-Kirche.

Nach Aussage von Safari Kanyena kann die Wirksamkeit des Projekts anhand folgender Aspekte gemessen werden:

Nachhaltigkeit des Projekts: Beide Kirchen, die CADELU und die CDCC, haben gemeinsam und voneinander gelernt. Diese besondere Erfahrung zeichnete sich dadurch aus, dass sie:

  • insgesamt aus den Medien gelernt haben;

  • nach einer Lösung für ihre Probleme außerhalb ihrer Grenzen gesucht haben;

  • ihr Interesse nicht auf den Aspekt der Religionszugehörigkeit, sondern auf den Aspekt der Menschlichkeit richteten;

  • durch den Austausch von Erfahrungen Werte wie Zusammengehörigkeit und Einheit schätzen gelernt und ihre Selbstbezogenheit überwunden haben. 

Die durch die gemeinsame Arbeit geschaffenen Beziehungen werden die Corona-Pandemie überdauern. Mit der Erweiterung und Wiederholung derartiger Erfahrungen lässt sich eine Vision von Zusammengehörigkeit und Menschlichkeit entwickeln.

Fähigkeit zur Zusammenarbeit vor Ort: In diesem Projekt sind beide Kirchen einen Schritt in Richtung eines integrativen Managements gegangen, indem Laien und andere Mitglieder entsprechend ihrer Kompetenzen und Qualifikationen in den Managementprozess miteinbezogen wurden. Die Ressourcen dieses Projekts wurden zu 93,4% von der Basis, d.h. auf der Ebene der Gemeinde verwaltet, während der Generalsekretär der Kirche gerade einmal zu 6,6% an dem Projekt beteiligt war. Diese Erfahrung war damit eine praktische Übung für ein integratives Management.

Die Relevanz des Projekts mit Blick auf die fünf Komponenten der Corporate Identity der VEM:

Evangelisation: Das Projekt kann als ganzheitliches Evangelisationsprojekt betrachtet werden, es ernährte Menschen und förderte ihre Gesundheit. 

Anwaltschaft: Das Projekt wurde zugunsten von Menschen implementiert, die ansonsten keine Stimme haben.

Diakonie: Das Projekt war ein Trostspender für ärmere Patienten in den Krankenhäusern und für ältere Menschen, die sich von der Kirche verlassen fühlten. Diese Menschen fanden im Zuge des Projekts in die Kirche zurück. 

Entwicklung: Gemeinsames Lernen, die Kirche für Krankheiten sensibilisieren und präventiv in die menschliche Gesundheit investieren – all dies sind effektive Maßnahmen zur Förderung der menschlichen Entwicklung. 

Partnerschaft: Es entwickelte sich eine örtliche, externe Zusammenarbeit mit der die CADELU- und die CDCC-Kirche ihre Arbeitsbeziehungen an der Basis gestärkt haben.

Geschlechtsspezifische Auswirkungen dieses Projekts

Männer und Frauen hatten die gleiche Chance, als Projektbegünstigte ausgewählt zu werden.  Es wurde jedoch die Frage aufgeworfen, warum keine Frau in den sechsköpfigen gemeinsamen Koordinierungsausschusses gewählt wurde. Beide Kirchen sahen diesen Fehler ein und wollen künftig besser auf ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern achten.

Fazit: Im Rahmen des beschriebenen Projekts wurden in mehrerer Hinsicht positive Erfahrungen innerhalb der VEM-Gemeinschaft vor Ort gesammelt: Die beteiligten Kirchen wurden zusammengebracht, um die gemeinsame Mission zu erfüllen und gegen die gemeinsame Bedrohung durch Covid-19 anzukämpfen.

Ähnliche Beobachtungen werden auch in den anderen VEM-Regionen in Asien und Europa gemacht.

Pfarrer Dr. John Wesley Kabango, Leiter der Abteilung Afrika der VEM, auf der Grundlage eines Berichts des VEM-Mitarbeiters Safari Kanyena

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