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12.06.2020

"Covid-19: eine riesige Herausforderung an unser Gesundheitswesen"

Dr. Vicky Masika Sasapu vor der Klinik der CBCA-Kirche in Goma (DR Kongo), Foto: CBCA.

Dr. Taufik Nugroho (rechts), Leiter der Klinik „Mardi Rahayu Sindurejo“ der GKJW-Kirche in Java (Indonesien), Foto: GKJW.

Seit   2001   haben   rund   300   Studierende   mit   einem   VEM-Stipendium einen Studienabschluss erlangt. Mittlerweile übernehmen viele von ihnen wichtige Aufgaben in Kirche und Gesellschaft. Sie arbeiten in unterschiedlichsten Positionen, auch im Gesundheitswesen. Ein Großteil der Gelder des VEM-Fonds „United against Covid-19“ fließt in den Bereich „Unterstützung von medizinischen Einrichtungen“. Grund genug für den Leiter des VEM-Stipendienprogramms, Dr. Andar Parlindugan, in Zeiten der Coronakrise nachzufragen, was die Ärztinnen und ehemaligen Stipendiatinnen der VEM momentan in den Krankenhäusern in Asien und Afrika leisten und wie sich die Situation entwickelt hat.

Situation in den kirchlichen Krankenstationen in Afrika & Asien

Die meisten Mitgliedskirchen der VEM haben eigene Einrichtungen im Gesundheitswesen. Von kleinen Krankenbehandlungsstationen auf dem Land bis hin zu großen, städtischen Krankenhäusern. Dr. Taufik Nugroho ist medizinischer Leiter der Klinik „Mardi Rahayu Sindurejo“ in Kediri, westlich von Malang, Indonesien. Diese Klinik gehört zur Christlichen Kirche in Ostjava (GKJW). „Die Covid-19-Pandemie stellt eine riesige Herausforderung an unser Gesundheitswesen dar.“  Er beschreibt weiter, was sich für ihn vor allem im Umgang auch mit den Patienten verändert hat: „Der auffälligste Unterschied ist die ‚Distanz‘ zum Patienten. Nicht nur die notwendige körperliche Distanzierung findet statt, sondern vielleicht auch eine Vertrauensdistanz. Die Arzt-Patienten-Beziehung basiert immer auf gegenseitigem Vertrauen, und das wird bei dieser Pandemie auf eine harte Probe gestellt. Die Patienten fühlen sich oft durch ein strengeres Gesundheitsprotokoll eingeschüchtert und haben auch Angst vor dem Stigma, wenn sie verdächtigt werden, mit dem Coronavirus infiziert zu sein. Daher besteht unter dem Ärzteteam die allgemeine Sorge, dass die Patienten möglicherweise nicht ehrlich über ihre Symptome oder  Risikoexposition gegenüber Covid-19 Auskunft geben.“

Herausforderungen an das ärztliche Personal

Seine Kollegin Dr. Kahindo Darleine Furaha hat dieselben Erfahrungen am Nyakahanga Hospital der Karagwe Diözese der Evangelisch Lutherischen Kirchen in Tansania (ELCT-KAD) machen können. „Social distancing ist eine Schwierigkeit im Umgang mit den Patienten und ihren Angehörigen.“ Dr. Furaha stammt ursprünglich aus der Baptistischen Kirche in Zentralafrika (CBCA), im Ost-Kongo. Im Süd-Süd-Personalaustausch der VEM ist sie bereits seit 2014 in Tansania tätig und hätte im März 2020 eigentlich wieder in die Heimat zurück gewollt, wäre nicht Corona dazwischen gekommen. Die VEM stimmte einer zunächst sechsmonatigen Verlängerung ihres Arbeitsvertrags sofort zu. „Inmitten der schwierigen Zeiten ist es eine Freude, gute Nachrichten zu erhalten. Die KAD nimmt diese Aktion mit großer Wertschätzung entgegen. Sie kommt rechtzeitig und verantwortungsbewusst. Die VEM hat uns mit dieser Entscheidung sehr geholfen. Wir sind froh, dass Dr. Furaha bei uns ist“, so Bischof Dr. Benson Bagonza, Leiter der Diözese. Das Krankenhaus von Nyakahanga ist ein Bezirkskrankenhaus für die Regionen Karagwe, Kyerwa und Ngara, mit einem Einzugsgebiet von etwa 700.000 Menschen. Im Krankenhaus wurden in Erwartung steigender Patientenzahlen mit dem Krankheitsbild zu Covid-19 folgende Maßnahmen umgesetzt: Bereits am Eingang zum Krankenhaus beginnen die verschärften Hygienekontrollen. Alle Besucher müssen sich gründlich die Hände desinfizieren und sich einer Temperaturmessung durch das Krankenhauspersonal unterziehen.­ In Zusammenarbeit mit der Diözese wurden zudem Aufklärungskampagnen teils über Radio veranstaltet. ‚Hände waschen mit Seife, Masken tragen und sich nicht die Hände geben zur Begrüßung.‘ – Das sind die Kernbotschaften.

Zwei Staatsgrenzen weiter im Westen berichtet Dr. Vicky Masika Sasapu in Goma, im Osten der Demokratischen Republik Kongo ähnliches. „Wir sind eingestellt auf steigende Fallzahlen. Die Herausforderung ist, dass uns im Ernstfall die medizinische Ausstattung fehlen wird. Beatmungsgeräte sind zwar vorhanden, aber wir haben weniger als eine Handvoll an den kirchlichen Krankenhäusern der CBCA.“ Allgemein stehen auch zu wenige Testmöglichkeiten zur Verfügung, so dass unklar bleibt, wie viele Menschen tatsächlich in den Partnerländern der VEM an Covid-19 infiziert sind.

Quelle der Motivation

Wie gelingt es den Ärzten bei all den Herausforderungen, motiviert zu bleiben? Bei einem Arbeitsalltag, der oft genug schwer und traurig ist. Denn viele der kirchlichen Krankenhäuser richten sich vor allem mit ihren Diensten an einkommensschwache Menschen; viele Schicksale bekommen die Ärztinnen und Ärzte mit. Dr. Nugroho aus Java antwortet darauf: „Die ultimative Herausforderung für uns besteht darin, den Patienten weiterhin den besten Service zu bieten, das Herz auch ohne körperliche Berührung zu berühren und zu lächeln, auch wenn dazwischen eine Schutzmaske ist. Wir bleiben zuversichtlich und glauben immer daran, dass Gott einen guten Plan für uns hat. Er hilft sicherlich zur rechten Zeit, damit wir in der Lage sind, unseren Mitmenschen den bestmöglichen Dienst zu erweisen, insbesondere im öffentlichen Gesundheitswesen.“

Dr. Parlindugan bezeugte seinen tiefen Respekt vor den Leistungen, dem unermüdlichen Einsatz aller medizinischen Mitarbeitenden in den Einrichtungen der Mitglieder der VEM. „Möge Gott Sie schützen und Ihnen besondere Kraft im Kampf gegen dieses lebensbedrohliche Virus geben.“

Einen detaillierten Einblick in die Maßnahmen des Bethesda Krankenhauses der CBCA in Goma (Ost-Kongo) liefert dieses Video der Kirche https://www.youtube.com/watch?v=oAzzR6T6Qtg.

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