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15.08.2019

Aus dem Wuppertal in die Welt

Mitglieder des aktuellen VEM-Aufsichtsrates aus Afrika und Asien stehen vor dem Missionshaus in Wuppertal-Barmen.

Seit 1828 ist die Mission mit ihrer Hauptverwaltung in der Rudolfstraße zu Hause. Entstanden ist die damalige Rheinische Missionsgesellschaft (RMG) aus dem Zusammenschluss der Elberfelder und der Barmer Missionsgesellschaften sowie der Missionsgesellschaften in Köln und Wesel. Im Jahre 1829 wurde die RMG als altrechtlicher Verein nach preußischem Recht registriert. Als solcher steht die Rechtsnachfolgerin, die Vereinte Evangelische Mission (VEM), heute immer noch im Vereinsregister. Derzeit arbeiten rund 70 Mitarbeitende in dem Missionshaus, das 1981 eingeweiht wurde. Weitere Standorte der VEM in Bielefeld-Bethel, Dar-es-Salaam (Tansania) und Nordsumatra (Indonesien) kamen später hinzu.

Seit der ersten Aussendung der RMG 1829 ins heutige Südafrika bis heute sind in die Missionsgebiete Afrikas, Asiens und Ozeaniens und schließlich in die Länder der heutigen Mitgliedskirchen rund 3000 Missionare und Missionsschwestern ausgesandt worden. Viele Jahre wurden sie zuvor an der Barmer Bibelschule auf ihre Arbeit vorbereitet.

Mission im Wandel der Zeiten

Das bekannteste Beispiel missionarischen Wirkens ist wohl die südafrikanische Kleinstadt Wupperthal, die 1829 von den ersten rheinischen Missionaren Theobald von Wurmb und Johann Gottlieb Leipholdt gegründet wurde - weit vor der Gründung der Metropole im Bergischen Land.

Aus der damaligen Rheinischen Missionsgesellschaft, die ihre Missionare und später auch Schwestern zur „Heidenbekehrung“ aussandte, ist heute eine zeitgemäße internationale Gemeinschaft geworden, bestehend aus 38 evangelischen Kirchen in 12 Ländern und mit den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel als weiteres Mitglied. Sechs deutsche Landeskirchen zählen zum Kreis der VEM-Mitglieder. Mit 15 Mitgliedskirchen aus Afrika und 17 Kirchen aus Asien ist die Mission heute in jeder Hinsicht interkulturell geprägt. Man kommuniziert deshalb ausschließlich in englischer Sprache.

„Das Verhältnis von Kolonialismus und Mission muss differenziert betrachtet und kann nur gemeinsam mit den Kirchen in Asien und Afrika aufgearbeitet werden. Mit der afrikanischen und asiatischen Mehrheit stehen bei uns die Interessen der Deutschen schon lange nicht mehr im Vordergrund“, so der heutige Generalsekretär der VEM, Volker Martin Dally.

Seit 1996 werden alle wichtigen Entscheidungen von allen Mitgliedern auf gleichberechtigte Weise getroffen. Dazu gehört auch, dass einige der Vorstandsposten von afrikanischen und asiatischen Mitarbeitern besetzt werden. Ob sich der Kommerzialrat Heinrich Mittelsten Scheid, der von 1907 bis 1919 als Präses an der Spitze der Missionsgesellschaft stand, wohl schon vorstellen konnte, dass die Mission fast 100 Jahre später einmal unter der Leitung eines afrikanischen Theologen stehen würde? Von 2006 bis 2015 leitete nämlich der tansanische Pfarrer Dr. Fidon Mwombeki die VEM vom Wuppertaler Missionshaus aus.

Was macht die weltweite Mission heute?

Die VEM ist ein Experten-Netzwerk, das in alle Richtungen wirkt. Beispielsweise arbeitet ein Pfarrer aus Indonesien für einige Jahre in der Gemeinde der Thomas-Kirche in Wuppertal oder ein kongolesischer Arzt in Westpapua. Von den vielfältigen Programmen und Projekten profitieren alle Mitglieder. So können zum Beispiel junge Menschen ein Jahr lang an einem entwicklungspolitischen Projekt in Afrika oder Asien mitarbeiten. Im Gegenzug kommen junge Christen aus den afrikanischen und asiatischen Kirchen ein Jahr lang in sozialen Einrichtungen in Deutschland zum Einsatz. Ein anderes Projekt unterstützt die Herstellung umweltschonender Kochöfen in Ruanda. Bei den in Südostasien häufigen Naturkatastrophen kann die VEM  schnell helfen, weil ihre Mitgliedskirchen bereits vor Ort sind. Finanziert wird diese Arbeit hauptsächlich durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Drittmittel.

Mission heißt auch interreligiöser Dialog, deshalb kommt es der VEM auf eine gute Beziehung zum Beispiel zu den Moschee-Gemeinden an. Dabei greift die Kirchengemeinschaft auf die vielen Erfahrungen zurück, die ihre Mitglieder in Ländern wie Indonesien, Sri Lanka und Tansania im Umgang mit anderen Glaubensgemeinschaften gesammelt haben.

Im Tal sichtbar und gut vernetzt

Innerhalb Wuppertals gibt es zahlreiche Kooperationspartner beispielsweise mit dem städtischen Ressort für Zuwanderung und Integration, der Initiative für Demokratie und Toleranz oder dem Verein wuppertalaktiv!. Erst im vergangenen Jahr wurde gemeinsam mit dem Unterbarmer Bürgerverein und einigen hundert Mitwirkenden aus dem Quartier Loh ein Nachbarschaftsfest rund um das Missionshaus auf die Beine gestellt.

Damals wie heute spielt die Unterbarmer Hauptkirche eine bedeutende Rolle: Von hier aus wurden die Missionare mit Gottes Segen in die Welt hinaus gesandt. Durch die Mitgliedschaft der Evangelischen Kirche im Rheinland besteht eine enge Beziehung zum Kirchenkreis Wuppertal - ein wichtiges Bindeglied zu den evangelischen Ortsgemeinden.

Praktisch für die damalige Ausreise war zudem die Nähe des Missionshauses zur Rheinischen Eisenbahnstrecke. Heute radeln viele über die Nordbahntrasse bis zur Wichernkapelle, die mit VEM-Mitteln gebaut wurde. Auch im Tod sind die Missionare mit Wuppertal verbunden. So hat die Mission bis heute ein eigenes Gräberfeld für ihre heimkehrenden Missionare und ihre Familien auf dem Friedhof an der Oberbergischen Straße reserviert.

Mehrere hundert Besucher kommen jährlich aus den Mitgliedskirchen ins Missionshaus. Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist das „Museum auf der Hardt“ der Archiv- und Museumsstiftung der VEM, das die Missionsgeschichte im evangelischen Tagungshaus auf dem heiligen Berg der Hardt-Anlagen bewahrt. In unmittelbarer Nachbarschaft dazu liegt die Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel, mit der die VEM seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit pflegt.

Ungeachtet all dieser Anpassungen und Weiterentwicklungen ist eine Sache seit 1828 jedoch unverändert geblieben: das Zeugnis des Glaubens als Kernauftrag der Mission.

Der WZ-Artikel ist hier erschienen.

Martina Pauly

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