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28.10.2019

Die Sprache war der Schlüssel zur Verbreitung des Christentums

Die Ausstellungsmacher (von links): Christoph Schwab, Kurator des Museums auf der Hardt, Julia Besten (3.v.l.), Geschäftsführerin der Archiv- und Museumsstiftung der VEM, Christian Froese, Leiter des Schriftarchivs/Bibliothek der Stiftung, und Wolfgang Reimers, Komponist und Pianist. Dr. Yvonne Gönster (2.v.l.), wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Schloss- und Beschlägemusems, hielt das Grußwort.

Die Arbeitskleidung einer Schwester der Rheinischen Missionsgesellschaft

Wolfgang Reimers spielte auch auf dem historischen Harmonium der Stiftung das Stück "Sewing Machine" von Tom Wiggings. Fotos: Ramona Hedtmann/VEM

„Der eigentliche Schlüssel für die Arbeit von Missionaren und Missionsschwestern war die Sprache“, sagte Christoph Schwab von der Archiv- und Musemsstiftung der VEM gestern anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung im Museum auf der Hardt in Wuppertal. „Erst die Arbeit, dann die Mission – Der Alltag von Missionaren und Missionsschwestern in Afrika und Asien“ so der Titel der Ausstellung. Nicht die eigene Sprache sei gemeint, sondern die der „Anderen“, die Sprache der Menschen, zu denen sie kamen in Afrika, Asien und Ozeanien, betonte der Stiftungskurator. „Denn wer von seinem Gott nicht nur predigen, sondern auch verstanden werden wollte, der musste die Sprache seiner Zuhörerinnen und Zuhörer nicht nur verstehen, sondern auch sprechen, ja beherrschen.“ Die Ausstellung will Aufschluss geben über die Bedeutung des Schlüssels. Dazu gehöre auch die komplexe Vorarbeit zur Umsetzung der eigentlichen Aufgabe, für die die Missionare und Missionsschwestern entsandt worden waren – nämlich die Verbreitung des Christentums, so Schwab.

In mehreren Vitrinen werden knapp 60 ausgewählte Exponate präsentiert, darunter Bücher, Fotos, Zeichnungen und Alltagsgegenstände von Missionaren und Missionsschwestern wie etwa ein Holzschemel. Das Sitzmöbel wurde um 1908 in einer Schreinerei der Bethel Mission in der Usambara-Region hergestellt. Eine Schneiderpuppe präsentiert anschaulich die Arbeitskleidung einer Schwester der Rheinischen Missionsgesellschaft: ein dunkelblaues Kleid mit Pelerine, weißem Kragen und weißer Haube. Auch ein Fotoalbum, das die Arbeit auf Sumatra zwischen 1922 und 1961 festhält, ist dabei. Ein kleines Tongefäß, ein Ofen aus Lehm hinter Glas, spannt einen Bogen in die Gegenwart. Dieses Exponat weist auf ein Projekt nachhaltiger Entwicklung der Anglikanischen Kirche in Ruanda hin, heute eine Mitgliedskirche der VEM. Die Sonderausstellung gibt einen intensiven Einblick in den Arbeitsalltag der Rheinischen Missionsgesellschaft und der Bethel Mission – fern der Heimat. Und sie zeigt, wie sich die Missionsarbeit von damals verändert hat und welche Arbeitsschwerpunkte die Nachfolgeorganisation der beiden Gesellschaften heute setzt.

Es sei ihr eine große Freude, stellvertretend für den Arbeitskreis Bergischer Museen das Grußwort zu sprechen, sagte Dr. Yvonne Gönster. Zu dem 2016 gegründeten Arbeitskreis Bergische Museen gehören zahlreiche Museen der Region; auch das Museum auf der Hardt in Wuppertal. Gemeinsam könne man mehr erreichen, sagte sie. „Denn jedes Museum hat es nicht leicht, sich Gehör und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wenn man sich zusammenschließt, kann man nicht nur lokal, sondern auch überregional Besucherinnen und Besucher für sich gewinnen“, sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums in Velbert. So kam es schließlich zur Zusammenarbeit. Das Themenjahr „Ganz viel Arbeit“ sei das erste größere Projekt dieses Arbeitskreises. Elf Museen der Region haben von Juni diesen Jahres bis Mai 2020 ein vielfältiges und umfangreiches Programm zusammengestellt, das begleitet wird von zahlreichen Führungen, Konzerten, Vorträgen und Lesungen. Auch eine klassische Bergische Kaffeetafel sei dabei, versichert Gönster. Das Themenjahr „Ganz viel Arbeit“ ist auch im Internet: www.bergischemuseen.de.

Aufgelockert wurde der Nachmittag mit Wolfgang Reimers am E-Piano. Der freischaffende Komponist und Pianist aus Wuppertal spielte unter anderem Stücke von Tom Wiggins, einem US-amerikanischen Komponisten aus dem 19. Jahrhundert.

Am Eröffnungstag besuchten rund 40 interessierte Gäste die Sonderausstellung „Erst die Arbeit, dann die Mission – Der Alltag von Missionaren und Missionsschwestern in Afrika und Asien“.

Das Projekt wird gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie acht Förder- und Trägervereine Bergischer Museen.

Öffnungszeiten im Museum auf der Hardt: Missionsstraße 9 ∙ 42285 Wuppertal

Dauer der Ausstellung: 7. Oktober 2019 – 30. April 2020 während der Sonderausstellung gelten erweiterte Öffnungszeiten: jeden 1. und 3. Sonntag im Monat 14-17 Uhr, mittwochs 10-13 Uhr sowie auf Anfrage

Brunhild v. Local

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