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07.08.2017

Die VEM hat mein Leben und meine Theologie geprägt

Pfarrer i.R. Ahlerich Ostendorp bei seiner letzten Deutschen Regionalversammlung in Bethel. Die VEM hat sein Leben und seine Theologie verändert. Als Mitglied diverser Leitungsgremien hat der Theologe die Geschichte des internationalen Missionswerkes 23 Jahre lang mitgeschrieben.

Pfr. Ahlerich Ostendorp auf der Deutschen Regionalversammlung 2017 in Bethel (Foto: Mandy Sass/VEM)

Zur Person: Pfarrer i.R. Ahlerich Ostendorp war von 1994 – 2014 Delegierter der VEM-Vollversammlung der Evangelisch-Reformierten Kirche, von 2008 – Juni 2017 Vorsitzender der Region Deutschland sowie von 2012 – 2016 Mitglied des VEM-Rates.

Im Gespräch mit Martina Pauly, Leiterin Kommunikation & Medien der VEM, blickt Ostendorp nicht nur auf seine Wirkungszeit zurück. In seiner Vorbemerkung ist dem kürzlich pensionierten Theologen und Schulpfarrer wichtig zu betonen, dass die VEM sein Leben seit Anfang der 1990er Jahre geprägt hat. Die Begegnung mit den Glaubensgeschwistern aus Asien und Afrika, aber auch mit den in Ökumene und Partnerschaften Engagierten der deutschen Mitglieder haben sein Leben und seine Theologie bereichert. Dafür sei er der VEM und seiner Kirche, deren Delegierter er war, sehr dankbar.

Enttäuscht habe ihn bislang, dass es der Gemeinschaft von Kirchen bisher nicht gelungen sei, aus einer Grundsolidarität heraus offen und kontrovers über Homosexualität zu reden.

Am überzeugendsten fände er an der VEM, dass es gelingt, Evangelisation und politisches Engagement, z.B. in der Menschenrechtsarbeit, zusammen zu denken und auf dieser Basis gemeinsam zu handeln.

Zukunftswerkstatt

Mit Blick auf die Zukunftswerkstatt in der Region Deutschland erläuterte Ostendorp, dass der Geschäftsführende Ausschuss die Entscheidung über die Zukunftswerkstatt aufgrund der Erfahrungen in den Koordinierungsausschüssen getroffen hat. Als mögliche Alternativen zu den bisherigen Ausschüssen schlägt er zeitlich begrenzte Projektgruppen mit klarem Arbeitsauftrag oder die Arbeit in Netzwerken nach dem Vorbild des Netzwerks Junge Erwachsene der VEM vor.

Das von ihm mitgetragene Programm ‚Arts, Dance & Music‘ im Bildungszentrum Bielefeld-Bethel könnte laut Ostendorp für die VEM und insbesondere für ihre deutschen Mitglieder zum Segen werden. „Wir Christen in Deutschland gehen ja den Glauben meist sehr verkopft an“, so der Theologe. ‚Arts, Dance and Music‘ sieht er dabei nicht nur als Ausdrucksformen des Glaubens und des Gemeinschaftsgefühls, sondern auch als Impulsgeber für theologische Reflexionen.

Über den Umgang mit kleineren Mitgliedskirche in der Region Deutschland und der VEM insgesamt stellt der Theologe zufrieden fest, dass die kleinen Kirchen in der Kirchengemeinschaft genauso viel Gewicht haben wie die großen. In allen Ausschüssen sind die Mitglieder – ob groß oder klein - mit einer Person vertreten. Dass die rheinische und die westfälische Kirche de facto mehr Einfluss auf die Entscheidungsprozesse als die kleineren Mitglieder haben, hält er aus historischen und finanziellen Gründen für legitim. Es ist daher verständlich, dass viele Mitglieder sich an diesen beiden großen Kirchen orientieren.

Ein Problem speziell der kleinen Mitglieder stellt für Ostendorp die personelle Besetzung der Ausschüsse mit sachlich kompetenten Frauen und Männern dar. Gerade für die breite Palette an Themen ist es oftmals schwierig, vor allem geeignete Laien und Nebenamtliche für die Ausschussarbeit zu finden. Dem gegenüber steht die geballte Kompetenz der Hauptamtlichen der großen Kirchen, die auch für die Gremienarbeit an den Werktagen zur Verfügung stehen. Dieser Umstand führt nach Meinung des Theologen zu einer Klerikalisierung der Ausschüsse, da dadurch die Arbeit der deutschen Region mehrheitlich von Pfarrerinnen und Pfarrern geprägt wird.

Kirchliche Partnerschaftsarbeit

Mit Blick auf die Partnerschaftsarbeit (Ostendorp engagiert sich seit vielen Jahren in der Partnerschaft zwischen der Grafschaft Bentheim und der Karo-Batak-Kirche (GBKP) auf Sumatra Indonesien) könnten die VEM und die internationale Ökumene insgesamt nach Ansicht des Schulpfarrers im Kontext von Schule weiter an Relevanz gewinnen. Unter Verweis auf die mittlerweile zahlreichen und gut laufenden Schulpartnerschaften schlägt er vor, ein Angebot für Projekttage oder Projektwochen an Schulen unter Einbeziehung der Süd-Nord-Freiwilligen zu entwickeln.

Zur Zukunft der VEM

Hier nannte der Theologe bereits 2016 drei Empfehlungen, die er heute wie folgt einschätzt:

1. Mit Blick auf die von ihm genannte Stärkung der Regionalbüros in Medan und Daressalam sieht er die Schwierigkeit, dass die Distanzen in Afrika und Asien recht groß sind, um mehr Präsenz in den Mitgliedskirchen zu erreichen. Außerdem hat er in den letzten Jahren den Eindruck gewonnen, dass die asiatischen und afrikanischen Mitglieder nach wie vor nach Wuppertal blicken.

2. Zur Stärkung der demokratischen Partizipation stellt das vormalige Ratsmitglied fest, dass sich der internationale Rat in den letzten Jahren zu einem echten partizipatorischen und demokratischen Gremium entwickelt hat. Im Vorstand (Management Team) sind die Deutschen zwar noch überrepräsentiert, aber auch hier sei die VEM auf einem guten Weg. Mit Blick auf die Vollversammlung möchte er die inhaltlichen und kontroversen Debatten über wichtige Themen hingegen anders gestaltet sehen. Hier wirbt er für die Idee, jede zweite Vollversammlung als eine thematische Konferenz zu veranstalten. Themen solcher Konferenzen könnten beispielsweise das gemeinsame Missionsverständnis sein. Zur Stärkung der Kirchengemeinschaft sollten dazu nicht nur Fachleute, sondern auch engagierte Laien eingeladen werden.

3. Zur Stärkung der theologischen Basis könnte bis zum 25jährigen Jubiläum der internationalen VEM eine gemeinsame missionstheologische Erklärung zusammen mit Nichttheologinnen und Nichttheologen erarbeitet werden. Allerdings, so der Theologe, wäre eine gemeinsame missionstheologische Erklärung nur dann sinnvoll, wenn sie das Spezifische der VEM formulierte.

Von ihrem organisationalen Auftrag her sieht Ostendorp die VEM vor allem als Interessenvertreterin ihrer Mitglieder. Deshalb sollte sie sich in erster Linie an den Bedürfnissen ihrer Mitglieder orientieren und nicht in Konkurrenz treten zu anderen Organisationen im kirchlichen und nicht-kirchlichen Bereich.

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