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05.11.2019

"Einheit in Vielfalt"

Bischof Sageus /Keib in seinem neuen Büro.

Übergabe der bischöflichen Insignien durch den scheidenden Bischof Ernst //Gamxamub

Bischof Ernst //Gamxamub, Bischof Sageus /Keib und Oberkirchenrätin Barbara Rudolph bei der Einführung des stellvertrenden Bischofs Abraham //Kheibeb

Auch Alt-Bischof Zephania Kameeta gehörte zu den Ehrengästen

Viele Gemeindeglieder unterstützten ihre neue Kirchenleitung auf kreative Art und Weise. (Fotos: M. Pauly/VEM)

Am Sonntag, den 3. November 2019 wurde Pastor Sageus /Keib zum neuen Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN) geweiht. Der rund sechsstündige Einführungsgottesdienst in Okahandja stand unter dem Motto „Sola Fide; Sola Gratia; Sola Scriptura“. Als erste Amtshandlung führte sodann der frisch gebackene Bischof unter Beteiligung von Oberkirchenrätin Barbara Rudolph (Evangelische Kirche im Rheinland) seinen Stellvertreter, Pastor Abraham //Kheibeb, ein.

Der aus Swakopmund kommende 48jährige Theologe wurde auf der Landessynode der ELCRN Ende August dieses Jahres zum Bischof ernannt. Vorausgegangen war eine Direktwahl unter den Gemeindegliedern, die bereits im März dieses Jahres stattgefunden hatte. Als Ergebnis dieser Wahl konnte sich Pastor Sageus /Keib mit den meisten abgegebenen Stimmen für das Bischofsamt qualifizieren.

In seiner ersten Predigt im neuen Amt erteilte Bischof /Keib eine Absage an Tribalismus und Nepotismus innerhalb der ELCRN. Stattdessen beschrieb er seine Vision von einer Regenbogenkirche, in der es die ethnischen Verschiedenheiten erst ermöglichten, dass die Kirche noch farbenfroher und heller erstrahlt als zuvor. Unter dem Leitgedanken „Einheit in Vielfalt“ rief er die zahlreich erschienenen Gäste aus den Kirchenkreisen dazu auf, einen Altar des Friedens, der Einheit und der Versöhnung zu bauen. Zudem scheute sich der leitende Theologe nicht, die Gemeindeglieder daran zu erinnern, dass ihre Spenden und Beiträge den Herzschlag der Kirche ausmachten, mit dem die kirchliche Arbeit aufrechterhalten werden kann.

Erstes Interview am ersten Arbeitstag

Angesprochen auf ein Interview am Morgen seines ersten Arbeitstages, erklärte sich Bischof Sageus /Keib spontan dazu bereit, erste Fragen zu seinem Selbstverständnis und zu seiner Amtsführung in seinem Büro in der Zentrale der ELCRN in Windhuk zu beantworten.

Sehr geehrter Herr Bischof, nochmals herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Einführung. Ihre gestrige Predigt (1. Mose 8, 1-20) hat mich und viele andere Gäste sehr beeindruckt. Die Rolle von Noah, der Bau einer Arche sowie die Zeit nach der Sintflut haben Sie für alle nachvollziehbar ausgelegt. Wenn wir die Geschichte von Noah als Metapher auf die ELCRN übertragen, wie könnte man Ihrer Meinung nach die Kirche zukunftsfähig machen?

Bischof /Keib: Die Kernaussage meiner Predigt bezieht sich auf die Zeit nach der verheerenden Flut. Sie bedeutete einen Neuanfang. Diejenigen, die gerettet wurden, hatten nun die Möglichkeit, mit Jesus ganz neu durchzustarten. In der Vergangenheit war nicht alles schlecht, aber es gibt immer die Chance auf einen Neubeginn.

Wie sehen Ihre Pläne für die ersten 100 Tage Ihrer Amtsführung aus?

Bischof /Keib: Ich möchte raus an die Basis, in die Gemeinden gehen und dort hören, welche Erwartungen sie haben und welche Verbesserungen sie vorschlagen. Ausgehend von den Ergebnissen werde ich dann eine Vision davon entwickeln, in welche Richtung wir weitergehen.

Sie sind der jüngste Bischof, der diese Kirche jemals geleitet hat. Glauben Sie, dass Ihr Alter von Vorteil ist oder vielleicht auch mal ein Handicap sein kann?

Bischof /Keib: In der Vergangenheit waren die Bischöfe zum Zeitpunkt ihrer Berufung stets in einem fortgeschrittenen Alter. Aber heute sind auch wir jüngeren Pastoren gut ausgebildet; wir haben mittlerweile dieselben Fähigkeiten unserer älteren Kollegen. Die jüngeren Pastoren sind dynamischer und eher in der Lage, die Kirche wiederzubeleben. Dies ist auch ein Vorteil, wenn es darum geht, die Kirche für junge Menschen attraktiver zu gestalten.

Welche Erwartungen haben Sie an die VEM?

Bischof /Keib: Meine Kirche wird weiterhin Teil der VEM-Gemeinschaft bleiben. Ich freue mich darauf, mit der VEM zusammen zu arbeiten, beispielsweise im Rahmen des Personalaustauschs, aber auch durch die Teilnahme an anderen VEM-Programmen.

Haben Sie noch eine weitere Botschaft, die Sie uns mitgeben möchten?

Bischof /Keib: Ja, ich bin in erster Linie als Pastor gekommen und ich komme, um zu dienen. "Bischof" ist nur ein Titel und ich möchte den Menschen dienen. Sie haben mich bis hierin gebracht und ich möchte sie nicht enttäuschen. Andererseits will ich auch nicht manipuliert werden. Ich stehe für das Evangelium, das die Grundlage meines Tuns und das der Kirche ist.

Vielen Dank für das Gespräch! (Das Interview wurde in der englischen Sprache geführt)

Dr. Martina Pauly (Leiterin Kommunikation & Medien)

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