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05.06.2018

Europa muss seine Bemühungen um Frieden in Zentralafrika verstärken

Verleihung des ÖNZ-Friedenspreises an die kongolesische Jugendbewegung "La Luche" (v.l.): Jochen Motte, Rebecca Kabuo, Fred Bauma, Uwe Kekeritz. (Foto: Nicole Egelhof, Heinrich-Böll-Stiftung)

Auf einer gemeinsamen Tagung am 4. Juni der Heinrich Böll Stiftung und des Ökumenischen Netzes Zentralafrika (ÖNZ) in Berlin forderten Teilnehmende ein stärkeres Engagement der Bunderegierung für Frieden in Zentralafrika. In den letzten Monaten hat sich die politische Situation insbesondere in Burundi und der Demokratischen Republik Kongo (DRK) weiter zugespitzt.

Dabei ging es den Veranstaltern auch darum, Jugendbewegungen zu stärken, die sich angesichts von Gewalt, extremer Armut und Perspektivlosigkeit für demokratische Entwicklungen in ihrer Region einsetzen. Stellvertretend für viele Initiativen aus der Region wurde der ÖNZ-Friedenspreis an die kongolesische Jugendbewegung „La Lucha“ verliehen. Deren Mitglieder sehen sich in ihrem friedlichen Eintreten für demokratische Wahlen zunehmenden Repressionen bis hin zu Folter und Inhaftierung ausgesetzt.

Uwe Kekeritz, entwicklungspolitischer Sprecher der Grünen / Bündnis 90 und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag,  würdigte in seiner Laudatio die Entschlossenheit und den Mut, mit dem Rebecca Kabuo und Fred Bauma, die stellvertretend für „La Lucha“ den Preis entgegen nahmen, sich einer Regierung entgegenstellen, „die brutaler und korrupter nicht sein könnte und die mit Gewalt gegen das eigene Volk vorgeht und den reichen Kongo zu einem armen Land macht.“ Dabei kritisierte Kekeritz auch die Industriestaaten, die u.a. durch Rohstoffhandel und die Ermöglichung von Geldwäsche sich zum Steigbügelhalter dieser Kleptokraten-Regierung machten.

Jochen Motte, Vorsitzender des ÖNZ und Vorstandsmitglied der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), überreichte den Preis an Rebecca Kabuo und Fred Bauma. „Mit der Jugendbewegung La Lucha zeichnen wir diesmal junge Menschen aus der DRK aus, die trotz eigener Gefährdung und unter Inkaufnahme von Inhaftierung öffentlich mit friedlichen Mitteln für eine Veränderung der politischen Verhältnisse eintreten und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verloren haben“ – so Motte.

Kabuo und Bauma erinnerten an die leidenden Menschen in der DRK, besonders die Kinder und Frauen im Kasai und in Beni mit dem Wunsche, dass sie einmal so etwas wie Frieden erleben können.

Christian Kambale, Generalsekretär der Baptisten-Kirche im Kongo (CBCA), betonte wie wichtig die Jugendbewegung für die politische Willensbildung im Kongo sei. Die Baptisten-Kirche unterstützt die Bewegungen beispielsweise indem sie Jugendlichen in den Städten und auf dem Lande Übersetzungen von Verfassungs- und Rechtstexten zur Verfügung stellt, Beiträge zur politischen Bildung leistet und Angehörige von Jugendbewegungen, die durch staatliche Stellen kriminalisiert werden, rechtliche Unterstützung gewährt.

An der Tagung nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft aus der Region der Großen Seen, aus Deutschland und anderen europäischen Ländern sowie aus dem Bundestag und Auswärtigen Amt teil. Das ÖNZ wird sich weiter für ein verstärktes politisches Engagement Deutschlands und der EU mit Blick auf eine friedliche Lösung der Konflikte und die Abhaltung von Präsidentschaftswahlen in der DRK im Dezember 2018 einsetzen.

Das ÖNZ ist ein Netzwerk christlicher Hilfswerke in Deutschland für Frieden und Menschenrechte in Ruanda, Burundi, und der DR Kongo. Mitglieder des ÖNZ sind die AGEH, Brot für die Welt, Eirene Misereor, pax christi und die Vereinte Evangelische Mission.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an: 

Gesine Ames

office[at]oenz.de

Tel.: 0049 (30) 4862 5700

Mobil: 01577 421 22 16

Foto: Nicole Egelhof, Heinrich-Böll-Stiftung

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