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08.04.2019

Gedenken an den Völkermord in Ruanda vor 25 Jahren

Theologiestudierende der Protestant University of Ruanda in Butare/ Huye bei der Schulung zur Behandlung von Traumata und Flash-back-Zuständen. (Foto: Dr. Katharina Kleine Vennekate)

Anfang April beginnen in Ruanda die Veranstaltungen zum Gedenken an den Völkermord vor 25 Jahren. Neben der zentralen Feier in der Hauptstadt in Kigali wird es wie jedes Jahr an vielen Orten Gedenkveranstaltungen geben. Das sei eine schwere Zeit, weil so viele Erinnerungen wieder hoch kommen und eine bedrückende Stimmung auf dem Land liege, berichten ruandische Studierende. Vielen Menschen gehe es schlecht, weil alte Erinnerungen wieder geweckt würden. Oft würden Pastoren und Pastorinnen dann als Seelsorger gerufen – sie seien aber nicht immer angemessen auf den Umgang mit traumatisierten Menschen vorbereitet.

Behandlung von Traumata und Flash-back-Zuständen

Dative Nakabonye, Traumaexpertin, und Katharina Kleine Vennekate, Studierendenpfarrerin und Psychotraumafachberaterin der Lippischen Landeskirche, wurden daher gebeten, einen Training-Workshop an der protestantischen Universität Ruanda (PUR) in Huye durchzuführen. Nakabonye, die eine Einrichtung zur Beratung von traumatisierten Frauen leitet und für ihre Arbeit dieses Jahr von der amerikanischen Botschaft den Preis "Award of Women of courage" gewann und Kleine Vennekate, die im Februar zum zweiten Mal im Rahmen eines Kurzzeiteinsatzes für 4 Wochen an der PUR das Fach Seelsorge unterrichtete, leiteten den Workshop, an dem über 30 Studierende teilgenommen haben. Es wurde Fachwissen über Traumata und Flash-back-Zustände vermittelt und darüber, wie man eine Person aus einem akuten Flash-back-Zustand herausholen kann und welche organisatorischen Gegebenheiten notwendig sind, um Personen zu helfen. Das vermittelte Wissen wurde von den Teilnehmenden gleich vor Ort mit einem Training eingeübt. Fachwissen und vorhandene Praxiserfahrung der Studierenden wurden immer wieder miteinander verbunden.

Der Dekan der theologischen Fakultät, Dr. Olivier Munyansanga, sagte: „Es ist so wichtig, dass Pastorinnen, Pastoren und Studierende auf diese Aufgabe vorbereitet sind. Überall im Land werden Pastoren angefragt, in solchen Situationen zu helfen. Nun haben die Teilnehmer Rüstzeug bekommen und können diese Aufgabe besser bewältigen.“ Außerdem würdigte der Dekan das besondere Engagement der beiden Theologiestudenten Jean Pierre Hakizimana und Jean Baptiste Jambo, die die komplette Organisation des Workshops übernommen hatten. Zum Schluss erhielten die Teilnehmer ein Zertifikat.

Angelika Veddeler (Leiterin Abteilung Deutschland)

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