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06.09.2019

Gewalt gegen Papuas eskaliert

Das Foto wurde am 15. August in Ternate, Provinz Ost-Molukkenentstanden, bei einer friedlichen Demonstration anlässlich des Jahrestages des New Yorker Abkommens (Übergabe Westpapuas an Indonesien durch die UN) aufgenommen. Nach fünf Minuten verhafteten Polizisten siebzehn Demonstrierende. Die Beamten zwangen die Demonstrierenden, in die Hocke zu gehen und schlugen bei der Verhaftung wiederholt mehrere von ihnen. Einer wurde schwer verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Brände in Jayapura bei den Unruhen Ende August.

Sicherheitskräfte brechen am 17. August, dem indonesischen Unabhängigkeitstag, in ein Papua-Studierendenwohnheim in Malang ein, um Studierende zu verhaften. Sie wurden beschuldigt, die indonesische Flagge, die vor dem Gebäude hing, abgenommen und in den Straßengraben geworfen zu haben. Hunderte Nationalisten versammelten sich vor dem Gebäude, schrien Todesdrohungen und nannten die Studierenden „Affen“ und „Hunde“. Die Sicherheitskräfte taten nichts, um diese Gruppe zu zerstreuen. Bei der Verhaftung wurden die Studierenden geschlagen und bedroht. Fotos: Westpapua-Netzwerk

Als Reaktion auf rassistische Übergriffe und Akte von Diskriminierung gegenüber Studenten aus Papua in den javanischen Städten Malang, Surabaya und Semarang Mitte August, kam es zu einer Reihe von Demonstrationen an unterschiedlichen Orten in Papua. Dabei wurde auch der Ruf nach Unabhängigkeit laut. Die Sicherheitskräfte haben teils mit brutaler Gewalt die Proteste niedergeschlagen. Acht Papuas kamen dabei zu Tode, viele wurden verletzt. In mehreren Städten wurde das Internet abgestellt.

Auf dem Hintergrund dieser Vorfälle haben die Kirchen in Papua eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie die Anklage und Verurteilung derer fordern, die für Verbreitung und Akte von Rassismus und Diskriminierung in Java verantwortlich sind. Daneben fordern sie den Abzug von Spezialeinheiten aus bestimmten Regionen in Papua, die unterzügliche Freilassung von Demonstranten, die gegen Rassismus auf die Straße gegangen sind, die Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen in Papua, die Wiederherstellung der Internetverbindung und die Bereitschaft der Regierung in einen Dialog mit den Papuas und ihren politischen Vertretern über eine friedliche Lösung des Konfliktes einzutreten.

Am 4. September hat die Hochkommissarin für Menschenrechte Frau Michelle Bachelet ähnliche Forderungen geäußert.

Die VEM gemeinsam in enger Abstimmung mit dem Weltkirchenrat und den Mitgliedern des West Papua Netzwerkes sowie der International Coalition on Papua unterstützt die Anliegen der Kirchen in Papua und setzt sich dafür ein, dass die Bundesregierung gegenüber der indonesischen Regierung konkrete Maßnahmen einfordert, um Gewalt, Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen in Papua zu beenden.

In unserem Prayer Alert haben wir außerdem zur Fürbitte für die bedrängten Geschwister in Papua gebeten.

Dr. Jochen Motte (Leiter der Abt. Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung)

Weitere Informationen auf der Website des Westpapua-Netzwerks.

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