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05.04.2018

"I have a dream"

Bild oben: Alena Höfer vom Netzwerk Junge Erwachsene der VEM informierte über die Biografie des Bürgerrechtlers; darunter: Rev. Dr. Andar Parlindungan, Leiter der Abteilung Training & Empowerment der VEM; darunter: Präses Manfred Rekowski von der Evangelischen Kirche im Rheinland; darunter: Christine Hamburger, Gospelsängerin. (Fotos: VEM)

"Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt." In seiner Auslegung über die Bedeutung von Martin Luther King mit Blick auf seinen persönlichen Kontext meinte der indonesische Theologe und Austauschmitarbeiter der VEM, Dr. Andar Parlindungan, dass diese Vision der Ausdruck des christlichen Glaubens gewesen sei, den Martin Luther King verkörperte. Bis zu seinem Tod kämpfte der US-amerikanische Pastor einer Baptistengemeinde für die Durchsetzung egalitärer Bürgerrechte durch gewaltlosen zivilen Aktivismus. Dabei war für ihn stets klar, dass nicht nur Schwarze, sondern Menschen jeder Hautfarbe gleich zu behandeln seien. Ein wesentlicher Aspekt für den aus Sumatra stammenden Parlindungan, der seine eigenen Erfahrungen wie folgt zusammenfasste: "Als meine Familie und ich noch in meiner Heimat Indonesien lebten wurden wir diskriminiert, weil wir Christen sind und aus einer Minderheitengruppe, nämlich den Batak stammen. Während meiner Studien- und Arbeitszeit in den USA und Deutschland erlebte und erlebe ich noch immer Diskriminierung, weil ich keine weiße Hautfarbe habe." Zugleich drückte Dr. Parlindungan seinen Dank gegenüber den Mitmenschen aus, die ihm Wertschätzung entgegenbringen.

Darüber hinaus fand Parlindungan klare Worte zum heutigen institutionellen Protestantismus in Deutschland, indem er fragte, ob wir als Mitglieder der Landeskirchen in Deutschland den Lebenshorizont von Martin Luther King tatsächlich lebten? "Die Kirchen in der EKD nennen sich Volkskirchen, aber das Volk ändert sich sehr schnell. Wenn ich auf der Straße bin, im Supermarkt, im Zug - überall sehe ich viele verschiedene Gesichter und Hautfarben, aber nicht in der Kirche." Hier stellte er fest, dass er als Asiate zusammen mit seinen Glaubensgeschwistern der VEM aus Afrika immer noch zu den einzigen Nicht-Weißen im Gottesdienst gehöre. "Wenn unsere Kirchen hier in Deutschland Volkskirchen sein wollen, dann müssten sie doch auch das Volk widerspiegeln, das heute hier lebt, aber das ist noch nicht der Fall." Eine Feststellung, die im Publikum Kopfnicken auslöste.

Warum Kirche auch immer politisch wachsam sein muss

Angesichts der Tatsache, dass Diskriminierung und Rassismus immer noch Teil der heutigen Wirklichkeit sind, bestand für den Leiter der Evangelischen Kirche im Rheinland, Präses Manfred Rekowski, das Vermächtnis von Martin Luther King darin, weiter zu kämpfen und weiter zu hoffen. "Denn wir Menschen sind und bleiben verschieden. Aber wir sind doch alle gleichwertige Mitglieder von Gottes großer Menschheitsfamilie, unabhängig von der Herkunft, Religion, des Aufenthaltsstatus' oder der Staatszugehörigkeit," so Rekowski. Von diesem Menschenbild ausgehend habe sich die Kirche immer wieder in die tagesaktuellen politischen Debatten im Lande einzumischen. Hier dürfe die Kirche nicht schweigen, sondern müsse sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. "Denn der Auftrag endet nicht, wenn wir den Sonntagsgottesdienst verlassen", so der Präses weiter. Als Kern des theologischen Erbes des Bürgerrechtlers nannte der Leiter der zweitgrößten evangelischen Landeskirche den scheinbar unerschütterliche Mut, mit dem King allen Einschüchterungsversuchen entgegen getreten sei. Hier wünschte sich Rekowksi, dass jeder Christenmensch mindestens eine Sache finden möge, für die er beharrlich eintritt.

Alena Höfer vom Netzwerk Junge Erwachsene der VEM brachte den zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besuchern den biografischen Hintergrund von Martin Luther King näher, während der Schauspieler Ralf Grobel aus den Reden und Vorträgen des Friedensnobelpreisträgers rezitierte. Für ein musikalisches Highlight sorgte die Gospelsängerin Christine Hamburger, die von Nadja Eckstein am Piano begleitet wurde. Organisiert wurde die Gedenkveranstaltung von Pfr. Erhard Ufermann (Ev. CityKirche Elbefeld) und Pfr. Martin Engels (Ev. Kirche im Rheinland).

Als Zeichen der Hoffnung und Zuversicht sangen die Mitwirkenden und das Publikum zum Abschluss gemeinsam das Lied "we shall overcome".

Dr. Martina Pauly (Fotos: VEM)

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