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09.05.2018

International Kirche sein

Vertreterinnen und Vertreter deutscher Mitgliedskirchen bei ihrem Besuch der internationalen Gemeinden und der Protestantischen Kirche in den Niederlanden. (Foto: VEM)

Gemeinsam mit Gemeinden anderer Sprache und Herkunft Kirche sein oder eben "International" Kirche sein - wie kann das gelingen? Mit dieser Frage reisten Mitglieder des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene (GMÖ) der Evangelischen Kirchen im Rheinland,  des Amtes für Mission, Ökumene und Kirchliche Weltverantwortung (MÖWE) der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)  und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) vom 4. bis 7. Mai nach Amsterdam. Auf dem Programm standen Besuche in internationalen Gemeindezentren sowie Gespräche mit Vertretern und Vertreterinnen der Protestantischen Kirche in den Niederlanden (PKN) und internationaler Gemeinden. 

„Lebenswelten zusammenbringen“, so beschrieb Erika Feenstra, Pfarrerin und Koordinatorin von „Stap Verder“ („Geh weiter“) das Ziel ihrer Arbeit. Hier werden vorwiegend diakonische Projekte gemeinsam mit Gemeinden anderer Sprache entwickelt und durchgeführt. In dem mehrstöckigen internationalen Gemeindezentrum "De Kandelaar" ("Kerzenhalter") im Südosten Amsterdams, einem Viertel, in dem sehr viele Migranten wohnen, finden sonntags 17 Gottesdienste statt – aller Sprachen und Konfessionen, von katholisch bis freikirchlich. Das Gemeindezentrum "De Nieuwe Stad" ("neue Stadt") - in derselben Nachbarschaft gelegen - besteht aus drei ineinander gebauten Kirchen. Auch hier feiern jeden Sonntag Gemeinden verschiedenster Prägung gleichzeitig ihre Gottesdienste. In einer großen Sakristei werden die liturgischen Geräte aufbewahrt, die nacheinander zum Einsatz kommen: Jede Gottesdienstgemeinde soll sich hier zu Hause fühlen. In einem großen, kreisrunden hellen Innenraum gibt es gemeinsames Mittagessen, hier werden Feste gefeiert und Versammlungen gehalten.  

Dr. Andreas Wöhle, Pfarrer der Evangelisch Lutherischen Kirche in Amsterdam, beschrieb wie seine Gemeinde als Citykirche mitten in der trubelhaften Innenstadt Menschen mit Gottesdiensten und Jazzabenden anzusprechen versucht. „Von einer traditionellen Kirchlichkeit können wir hier nicht mehr ausgehen," sagte der engagierte Pfarrer, der bereits mit viel eigener internationaler Erfahrung nach Amsterdam gekommen ist. „Also wollen wir ernsthafte Angebote machen und mit Menschen ins Gespräch kommen. Eine nur religiöse Kulisse für schöne Familienphotos in unserer alten Kirche bieten wir nicht!“ 

Im brechend vollen Sonntagsgottesdienst der “Jesus Christ Foundation Church” betonte der Leiter der international zusammengesetzten englischsprachigen Gemeinde, Dr. Samuel Lee, wie wichtig ein profundes theologisches Fundament auch für charismatische Glaubensformen ist. Er setzt sich für ein Pfingstlertum, das sich an der Reformation orientiert, ein. Pastor Lee, selbst Soziologe und Theologe mit internationaler Biographie, ist Autor des Buches „Blessed Migrants: God´s Strategy of Global Revival“. Er leitet und koordiniert das Fortbildungsprogramm für Leitende aus internationalen Gemeinden (“Equipment of Leaders“) in Kooperation mit der Freien Universität Amsterdam.

Pastor Anmar Hayali stellte die Organisation „SKIN“ („Samen Kerk in Nederland“ - "Zusammen Kirche sein in den Niederlanden") vor, in der internationale Gemeinden der Niederlande sich zusammengeschlossen haben, um ihre Stimmen zu stärken und sich untereinander zu vernetzen.

Die Arbeitsplanungskonferenz („APK“) der VEM wird weiter an der Thematik “International Gemeinsam Kirche Sein“ arbeiten.  In den anregenden Begegnungen der Reise kamen viele Ideen auf, wie „gemeinsame Gemeinden“ praktisch aussehen könnten. So könnten die bestehenden Kooperationen zwischen den Arbeitsfeldern Mission und Ökumene der Landeskirchen, der VEM und dem „Internationalen Kirchenkonvent“ - dem westdeutschen Verbund der „Gemeinden anderer Sprache und Herkunft“ - genutzt und diese Zusammenarbeit für Pilotprojekte ausgebaut werden. Auch Fachleute aus den Mitgliedskirchen der VEM in Afrika und Asien, die selbst internationale Gemeinden aufbauen, sollen in den Austausch einbezogen werden.

Text: Wolfgang Hüllstrung/Angelika Veddeler

Foto: VEM

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