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06.04.2018

"Kwibuka" heißt erinnern

Das Jugendtheater BADILIKA, das mit Aufführungen ein sichtbares Zeichen gegen Hass und Gewalt setzt. Das Ensemble ist Teil des kirchlichen Friedens- und Versöhnungsprojekts APRED-RGL, unter dem sich protestantische Kirchen, darunter drei VEM-Mitgliedskirchen, in der zentralafrikanischen Region der Großen Seen zusammengeschlossen haben. BADILIKA wurde 2016 mit dem Friedenspreis des Ökumenischen Netzwerks Zentralafrika (ÖNZ) in Berlin ausgezeichnet. (Foto: VEM)

Am 6. April jährt sich der Genozid in Ruanda zum 24. Mal. 24 Jahre nach dem Völkermord von 1994 halten sich die Kirchen an die biblische Lehre, in jeder Situation zufrieden zu sein. Am 7. April beginnt die Zeit des Gedenkens an den Völkermord, der in Kinyarwanda, der Sprache Ruandas, Kwibuka genannt wird. Kwibuka heißt „erinnern" und beschreibt das jährliche Gedenken an den Völkermord von 1994 an der ethnischen Gruppe der Tutsi.

Ca. eine Million Ruander starben in den hundert Tagen des Völkermordes. Es war eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit. Kwibuka bittet darum, uns an die schrecklichen Ereignisse des Völkermords von 1994 in Ruanda zu erinnern. Durch das Erinnern ehren wir die Verstorbenen und bieten Trost für diejenigen, die überlebt haben.

Im Rahmen von Kwibuka finden jedes Jahr ab dem 7. April eine Woche lang zahlreiche Veranstaltungen in Ruanda und auf der ganzen Welt statt. Sie bilden die Zeit des nationalen Gedenkens an den Genozid in Ruanda. Der Völkermord begann am Abend des 6. April 1994. Dies ist eine Zeit tiefer Trauer für die Überlebenden und ihre Familien. Nach 24 Jahren leiden viele immer noch unter den seelischen Traumata. Jeder Ruander auf der ganzen Welt ist aufgefordert, in dieser Zeit bei den Überlebenden zu sein - genau zuzuhören, sie zu unterstützen und zu verstehen.

Kwibuka ist auch eine Zeit, um mehr über die Geschichte und die Bedeutung des Genozids in Ruanda zu lernen. Das nationale Gedächtnis wird durch Wissen gespeist. Wissen wird durch die Wahrheit bestimmt. Und die Wahrheit ist der Schlüssel zum Verständnis der Ereignisse von 1994. Das Verständnis soll sicherstellen und dazu beitragen, dass eine Gräueltat in der Größenordnung des Völkermordes von 1994 nie wieder passiert – weder in Ruanda noch anderswo.

Es ist auch eine Zeit, in der die Menschen in Ruanda dazu aufgerufen sind, Einigkeit zu zeigen, vorausschauend zu agieren, hart zu arbeiten und mit dem zufrieden zu sein, was sie haben. Der Apostel Paulus schrieb: „Nicht wegen des Mangels sage ich das; ich habe nämlich gelernt, mit der Lage zufrieden zu sein, in der ich mich befinde“ (Philipper 4,11; SLT).

Natürlich ist es nicht immer einfach, zufrieden zu sein. Ich denke hier an unsere Schwestern und Brüder in Ruanda. Im Jahr 1994 war das Land in Aufruhr, aber 24 Jahre später hören wir gute Nachrichten von den VEM-Mitgliedskirchen im Bereich der Versöhnungsarbeit.

Ein eindrucksvolles Beispiel sind die vielen Kirchengemeinden, in denen sich Täter und Opfer regelmäßig treffen und einander ihre Geschichten erzählen und dabei erstmal nur zuhören. Der Versöhnungsprozess ist heute ganz sicher noch nicht abgeschlossen, solche Wunden verheilen nicht in 24 Jahren.

Diese sogenannte “Grassroot-Philosophie” kennzeichnet die Arbeit der VEM-Mitgliedskirchen, d.h. der Anglikanischen Kirche und Presbyterianischen Kirche. Beide Kirchen haben dazu Leitfäden in Kinyarwanda herausgegeben. Einmal wöchentlich treffen sich jeweils zehn Familien aus der Nachbarschaft, um miteinander in der Bibel zu lesen, ihre Glaubenserfahrungen miteinander zu teilen, über Versöhnung zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen für ökonomische Probleme durch die Aufnahme von Mikrokrediten zu suchen.

Perspektivisch sieht man, dass Ruanda auf einem guten Weg ist und dass die Programme von Staat und Kirche weitergeführt werden müssen. Aber man braucht auch Geduld und muss sich darauf einstellen, dass es diese Verwundungen, die nicht einfach heilen, noch viele Jahre geben wird.

Die Bibel sagt, wir sollen in jeder Situation zufrieden sein

Zufriedenheit ist die Entscheidung, mit dem glücklich zu sein, was man gerade hat. Leider lernen wir das meistens erst, nachdem wir lange unzufrieden waren und dann endlich sagen: „Herr, so will ich nicht weiterleben.“ Aber es geht auch anders: Wir können uns dafür entscheiden, jeden Tag zufrieden zu sein. Das ist mehr wert als alle materiellen Güter, die wir je in unserem Leben anhäufen können.

Das hat auch Paulus in 1. Timotheus 6,6 geschrieben. „Dabei ist doch jeder reich, der an Gott glaubt und mit dem zufrieden ist, was er hat." Was macht uns ganz sicher glücklich? -Uns jeden Tag für die Zufriedenheit in Gott zu entscheiden.

Wir können nur dann wahren Frieden und dauerhaftes Glück finden, wenn wir zu Gott sagen: „Herr, ich will nur das, was du mir gibst.“ Amen!

Rev. Dr. John Wesley Kabango, Leiter der Region Afrika (Foto: VEM)

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