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12.07.2018

"Meine Zeit in Deutschland war keine touristische Reise"

Pfarrerin Elisabeth v. Francois von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia und Pfarrer Robert Byamungu von der Baptistenkirche in der Demokratischen Republik Kongo. (Foto: VEM)

Kurz vor ihrer Rückkehr in ihre jeweiligen Heimatländer gaben Pfarrerin Elisabeth v. Francois von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia und Pfarrer Robert Byamungu von der Baptistenkirche in der Demokratischen Republik Kongo in einem Interview mit Martina Pauly einen Einblick in ihre Gefühlswelt als Süd-Nord-Austauschmitarbeitende. Beide waren sechs Jahre lang in der Evangelischen Kirche von Westfalen im Einsatz: Elizabeth von Francois in Tecklenburg und Pfarrer Robert Byamungu in Castrop-Rauxel.

Was war die größte Überraschung bei Ihrer Ankunft in Deutschland?

Elisabeth: Wenn man in Deutschland sonntags in die Kirche kommt, dann begegnet man dort nicht so vielen Menschen wie man in Namibia erwarten könnte. Darüber war ich schon etwas enttäuscht. Aber diese Herausforderung hat mir auch die Kraft gegeben, Gottes Wort zu verkündigen und den Gottesdienst lebendiger und so angenehm zu gestalten, dass die Besucher sich dort wohl fühlen.

Robert: Wenn man die Geschichte Deutschlands liest, dann hat man vielleicht zunächst etwas Angst in Deutschland zu leben. Aber ich wurde sehr freundlich empfangen und die Menschen in der Gemeinde haben mich und meine Familie als Teil ihrer Familie angenommen. Wir haben ja den größten Teil unserer Familie im Kongo gelassen, aber Deutschland ist mittlerweile zu unserem zweiten Zuhause geworden.

Ihre schwierigste Aufgabe?

Elisabeth: Ich hatte im Grund keine schweren Aufgaben zu bewältigen. Am Anfang war es eine kleine Herausforderung für mich, die Struktur der VEM, des Kirchenkreises und der Landeskirche zu verstehen. Später hat man jedoch einen Einblick in die Strukturen bekommen.

Robert: Die Schwierigkeit bestand darin, dass man in ein Land gekommen ist, wo nur Deutsch gesprochen wird. Die Deutschen lieben ihre Sprache und wenn man ihre Sprache nicht spricht, entsteht eine gewisse Distanz und Englisch spreche ich nicht. Aber im Laufe der Zeit hat sich mein Deutsch verbessert und ich konnte Kontakte zu Deutschen knüpfen.

Was nehmen Sie mit nach Hause?

Elisabeth: Die vielen positiven Erfahrungen nehme ich mit, auch um sie in meiner Kirche weiterzugeben. Ich habe ja in verschiedenen Bereichen gearbeitet und kann deshalb viele verschiedene Erfahrungen mitnehmen. Die Solidarität, die Hilfe und Unterstützung, die ich hier erfahren habe, all dies nehme ich auf jeden Fall mit. Die vielen persönlichen Kontakte, die ich in der Landeskirche, Gemeinschaft und der VEM habe, nehme ich natürlich mit, um sie weiter zu pflegen.

Robert: Ich nehme die lebendige Gemeinschaft der Menschen, die ich in Deutschland kennen gelernt habe, mit nach Hause. Viele Menschen haben uns von Anfang an sehr geholfen. Beispielsweise haben sie bis spät nachts die Möbel in unserer Wohnung aufgebaut. Die Deutschen sind keine einfachen Menschen, aber sie haben uns immer geholfen. Außerdem habe ich gelernt, wie die Aufgaben als Pfarrer in Deutschland aussehen, d.h. dass man Dinge vorbereiten muss, dass man immer den Terminkalender dabei haben muss und dass man der Gemeinde lebendige und interessante Angebote anbieten sollte.

Gibt es irgendetwas, das Ihnen noch auf dem Herzen liegt?

Elisabeth: Ich werde die sechs Jahre und die Freundlichkeit, die die Landeskirche, der Kirchenkreis und die VEM mir und meiner Familie in Deutschland gegeben haben, niemals vergessen. Ich bin dafür sehr dankbar.

Robert: Meine Zeit in Deutschland war keine touristische Reise, sondern ein lebendiger Austausch mit Menschen. Ich habe von ihnen etwas gelernt und sie haben auch von mir gelernt. Das bewahre ich in meinem Herzen. Wir bleiben in Verbindung durch die VEM und die Partnerschaftsarbeit.

Vielen Dank für das Gespräch und gute Heimreise!

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