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12.12.2018

Menschenrechte auf dem Laufsteg

Bild oben: Das Gesicht der aktuellen Menschenrechtsaktion "Womit werden wir uns kleiden?". Bild Mitte: Dina Septi Utami mit der Broschüre der aktuellen Aktion. Bild unten: attraktive und faire Mode auf dem Laufsteg (Fotos: VEM)

Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) setzten sich am 11. Dezember 2018 mit einer Podiumsdiskussion und anschließenden Modenschau in der evangelischen City-Kirche in Wuppertal für die Einhaltung der Menschenrechte in der Textilindustrie und damit für faire und ökosoziale Mode ein. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Eröffnung der aktuellen Menschenrechtsaktion der VEM “Womit werden wir uns kleiden?“ und Vorstellung der EKD-Kampagne #freiundgleich zum internationalen Tag der Menschenrechte statt.

In seiner Eröffnungsrede bezog sich Präses Manfred Rekowski von der Evangelischen Kirche im Rheinland auf den Text in Matthäus 6,31 der VEM-Aktion, in dem es sowohl um Lebenserneuerung als auch um Weltverantwortung geht: „Wenn wir uns heute mit den beiden Menschenrechtskampagnen auseinandersetzen, liegt mir Jesu Bergpredigt besonders am Herzen, denn sie nimmt die in den Blick, wofür wir als Kirche und Menschenrechtsorganisationen einstehen: Wir achten besonders auf die, die zurückgelassen werden in unserer Gesellschaft, auf Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen, auf Fremde und Flüchtlinge, auf die ganz Alten. Wir lassen uns nicht davon abbringen, eine Kultur der Barmherzigkeit zu fordern und sie in unseren Gemeinden zu leben“.

Die Auslandsbischöfin der EKD, Petra Bosse-Huber, erläuterte, dass „Mode, Ästhetik und die Einhaltung von fairen und ökologischen Produktionsbedingungen durchaus Hand in Hand gehen können – deshalb bringen wir heute Abend die Menschenrechte auf den Laufsteg“. „Durch den Konsum von Textilien sind wir alle von der Frage nach fairen Produktionsbedingungen betroffen“, so die leitende Theologin weiter.

Die indonesische Aktivistin für Arbeitnehmerrechte in der Textilindustrie, Dina Septi Utami, berichtete konkret über die Produktionsbedingungen, denen die Arbeiterinnen vor Ort schutzlos ausgesetzt sind: extremer Produktionsdruck, Nichtzahlung des Mindestlohns, fehlende Arbeitssicherheit, unbezahlte Überstunden, diverse Formen der Gewalt wie verbale Beschimpfungen, sexuelle Übergriffe und Verweigern von Toilettengängen.

Dr. Sabine Ferenschild vom Südwind-Institut für Ökologie und Ökumene formulierte folgende Forderungen, um die Einhaltung der Menschenrechte innerhalb der Produktionskette in der weltweiten Textilindustrie zu gewährleisten: „An die Auftraggeber geht die Forderung, glaubwürdige und nachprüfbare Schritte in Richtung existenzsichernder Löhne zu gehen. An den Gesetzgeber geht die Forderung, die Hersteller nach dem Vorbild arbeitsrechtlicher Standards in Deutschland dazu zu verpflichten, für Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette zu haften, um extreme Missstände in der Wertschöpfungskette zu sanktionieren und so zu vermeiden.“

Dr. Jochen Motte, Mitglied des Vorstandes der VEM und verantwortlich für die Menschenrechtsarbeit, erinnerte an den historischen Moment der Veranstaltung:  "Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde vor 70 Jahren am 10. Dezember 1948 durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedet. Dieses Datum haben VEM, EKD und Citykirche zum Anlass genommen, heute hier gemeinsam für die Durchsetzung von Menschenrechten zu werben in einer Zeit, in der Menschenrechte von vielen Seiten grundsätzlich in Frage gestellt und verletzt werden.“

Das Heft der EKD-Menschenrechtsinitiative steht hier zum Download. Die Materialien der VEM-Menschenrechtsaktion können hier heruntergeladen oder bei der VEM unter jpic@vemission.org angefordert werden.

Martina Pauly

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