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29.07.2019

Neues VEM-Büro in Nordsumatra eröffnet

Das neue VEM-Regionalbüro in Pematangsiantar (Nordsumatra, Indonesien). Fotos: Volker M. Dally/VEM.

Am 29. Juli 2019 fand die Einweihung des neuen VEM-Büros der Region Asien in Pematangsiantar durch den Moderator, Dr. h.c. Willem Simarmata, statt. An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Gäste und Mitglieder des VEM-Vorstands teil. Nach anderthalbjähriger Bauzeit wurde das neue Regionalbüro an diesem Montag feierlich eingeweiht. Der Umzug aus dem vormaligen Regionalbüro in Medan ins Hochland Nordsumatras wird in den nächsten Wochen erfolgen. Mit dem neuen Standort rückt die VEM näher an ihre Mitgliedskirchen heran und wird für diese sichtbarer. So zum Beispiel für die Simalungun-Kirche (GKPS), die der VEM ein Hektar Land für die Bebauung geschenkt hat.

Das neue Bürogebäude wurde nach zeitgemäßen Gesichtspunkten konzipiert. Die Architektur ist die gekonnte Verschmelzung des traditionellen Batak-Stils mit modernen Stilelementen. Das Gebäude umfasst ein Erdgeschoss und ein erstes Stockwerk. In dem 320 m2 großen Erdgeschoss befinden sich das Arbeitsbüro, der Personalbesprechungsraum mit dem Raum des Büroleiters, die Lobby, Bibliothek, das VEM-Archiv, der Ausstellungsbereich, der Speiseraum sowie der Serverraum und das Lager. Die 171 m2  große erste Etage beherbergt die Kapelle, die auch als kleiner Besprechungsraum für ca. 30 Teilnehmer genutzt werden kann.

Verantwortet wurde das Bauprojekt von einem Bauausschuss, der den Architekten Hotman Damanik mit der Konzeption und Bauleitung des Hochbaus beauftragte.

Architektonische Bedeutung

Die Gebäudekonzeption umfasst eine Vielzahl umweltfreundlicher Aspekte, um beispielsweise Energieeinsparungen zu maximieren und ermöglicht ein bedürfnisorientiertes Büromanagement.

Die Etagenverbindungselemente des Gebäudes wurden so konzipiert, dass eine ständige Frischluftzirkulation erhalten bleibt und die Büros ausreichend mit Frischluft versorgt werden. Eine Klimaanlage ist somit nicht erforderlich. Das Raumkühlungskonzept im Gebäude wird durch die Vielzahl der Querlüftungssysteme mit Hilfe der Fenster unterstützt. Ziel ist es hier, eine optimale Luftzirkulation für eine angenehme Raumtemperatur und eine ausreichende natürliche Beleuchtung im Gebäudeinneren zu gewährleisten. Dieses Konzept zielt darauf ab, den Stromverbrauch zu minimieren.

Im Erdgeschoss gibt es, mit Ausnahme des Besprechungsraums und des Raums für die Büroleitung, keine Raumtrennungen. Das Open-Space-Office-Konzept fördert den Teamgeist und erleichtert die gegenseitige Kommunikation sowie die Koordination und Transparenz der Arbeitsprozesse.

Die Kapelle im ersten Stockwerk, die auch als Schulungs- oder Seminarraum genutzt werden kann, unterstützt die Aktivitäten für das Capacity Building. Für eine Missionsorganisation ist die Spiritualität von besonderer Bedeutung. Durch die in der Kapelle stattfindenden Andachten und Gottesdienste wird die Spiritualität eines jeden Einzelnen gestärkt. Falls erforderlich, kann dieser Raum für Schulungen oder die Implementierung der gemeinsamen Programme, die die Kernaufgabe des Regionalbüros in Asien darstellt, genutzt werden.

Da die Mission nicht für Luxus steht, ist das Fassadenkonzept nach dem Grundsatz „weniger ist mehr“ schlicht gehalten. Dennoch weist das massive Wandkonzept eine starke Struktur auf, um der Eleganz und ausdrucksstarken Gebäudeoptik gerecht zu werden. Die Fassade des neuen Bürogebäudes zeigt außerdem das Logo der VEM, das die Gemeinschaft der Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland symbolisiert. Darüber hinaus sind an Fahnenmasten die Flaggen der Länder gehisst, in denen die VEM-Mitglieder ansässig sind.

Anstelle von Aluminium kommen bei der Dachkonstruktion Betonmaterialien zum Einsatz, die Lichtreflexionen reduzieren. Diese Konstruktion fungiert auch als Dachgarten und erlaubt im Rahmen des Umweltkonzepts die Installation von Solarmodulen.

Ein weiteres Element des umweltfreundlichen Baukonzepts ist das System zur Regenwasserrückgewinnung. Hierbei wird Regenwasser in einem unterirdischen Wassertank gesammelt. Das gewonnene Regenwasser wird für die Toilettenspülung und Bewässerung der Pflanzen, die damit auch die Trockenzeit gut überstehen werden, verwendet.

Das Dreieck, das auf die massive Wand der einen Dachseite aufgebracht ist, nimmt Bezug auf den "Bulang Simalungun", d.h. auf die traditionelle Simalungun-Kopfbedeckung, die so viel bedeutet wie „in Freude und Größe zu dienen“. Das dreieckige Element ist mit handgeschnitzten Symbolen, den sogenannten "Simalungun Pinar Bulungni Andudur" verziert, die für Begriffe wie „gemeinsame Aktionen“,“ die Erfüllung von Versprechen“ und das „Knüpfen neuer Freundschaften“ stehen.

Dieses Ornament findet sich auch auf den Hauptsäulen der vorderen Veranda wieder, die als „Pinar Appul-Apul“ bekannt ist. Der „Pinar Appul-Apul“ zeigt einen Schmetterling, der seine Flügel ausbreitet, was bedeuten soll, dass „wir uns auf unsere Ziele, Standards, Harmonie, Synergieeffizienz und Effektivität in unserer Arbeit konzentrieren müssen“.

Ein weiteres Simalungun-Ornament ist auf den Planken der vorderen Veranda zu sehen. Es heißt „Pinar Sihilap Bajaronggi“ und bedeutete in der Übersetzung Gewitterblitz. Es steht für das hohe Maß an Brüder- und Schwesterlichkeit und beschreibt den Zustand der Menschen, die sich immer nach denen sehnen, die gerade außer Reichweite sind.

Pfr. Petrus Sugito, stellvertretende Leiter der Abteilung Asien und Büroleiter der VEM-Regionalbüros in Pematangsiantar.

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