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13.12.2019

"Ohne Wurzeln stirbt der Mensch"

"Ohne Wurzeln stirbt der Mensch" - das Plakat der Menschenrechtsaktion 2020 (Gestaltung: MediaCompany Agentur für Kommunikation GmbH).

Dr. Fransina Yoteni (Evangelische Kirche GKI-TP aus Westpapua) und Dr. Jochen Motte (VEM-Vorstandsmitglied) bei der Pressekonferenz.

Mitwirkende der Eröffnungsveranstaltung (v.l) Dr. Stefan Kühn (Sozialdezernent Stadt Wuppertal), Dr. Jochen Motte (VEM), Pfr. Volker Martin Dally (Generalsekretär der VEM), Marion Unger (VEM-Ratsmitglied), Dr. Fransina Yoteni (Ev. Kirche in Westpapua), Norman Voß (Koordinator Westpapua-Netzwerk). (Fotos: VEM).

Unter der Überschrift “Sie hauen seinen Wald um, der unermesslich ist“ (Jer. 46,23) wurde am 13. Dezember 2019 die Menschenrechtsaktion 2020 der VEM zum Thema „Menschenrechte indigener Völker“ im Wuppertaler Missionshaus eröffnet.

In seinem Grußwort betonte der ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Christoph Strässer, dass die Internationale Arbeitsorganisation ILO mit Sitz in Genf die Resolution 169 über die Rechte indigener Völker bereits vor 30 Jahren verabschiedet habe. Dabei handele sich um das bislang umfassendste internationale Regelwerk zum Schutz indigener Völker, deren elementare Menschenrechte durch massive Eingriffe in deren Lebensräume bedroht werden. Er bedauerte, dass bislang nur 23 Nationen die Resolution ratifiziert hätten und forderte: „Deutschland muss dies jetzt endlich auch tun, zumal der Koalitionsvertrag die Ratifizierung vorsieht. Es wäre ein gutes und wichtiges Zeichen, auch und gerade gegenüber der eigenen Wirtschaft, dass man es mit dem Schutz der Menschenrechte indigener Völker ernst meint.“

Dr. Fransina Yoteni, Vertreterin der protestantischen Kirche in Westpapua (Indonesien), beschrieb die Rücksichtslosigkeit, mit der profitgierige Unternehmen den Regenwald in ihrem Land abholzten und die Unterdrückung ihrer dagegen aufbegehrenden Landsleute durch das Militär. „Wir sind die Lunge der Welt. Wir kämpfen um die Luft zum Atmen, davon profitieren auch die Menschen in Deutschland.“

Der Koordinator des Westpapua-Netzwerks mit Sitz im Wuppertaler Missionshaus, Norman Voß, ergänzte, dass das Ausmaß der Abholzung von Regenwaldflächen in Westpapua mittlerweile größer sei als in Brasilien. Zudem verschärfe die Entwaldung und damit die Entwurzelung der Menschen den ethnischen Konflikt, da die betroffenen Papuas sich nicht auf ein funktionierendes rechtsstaatliches System verlassen könnten.

„Die Existenz indigener Völker wird durch den Druck wirtschaftlicher Interessen direkt bedroht. Heute gehören diejenigen, die sich für die Menschenrechte indigener Völker und im Klima- und Umweltkontext engagieren zu der am höchsten gefährdeten Gruppe der Menschenrechtsverteidiger“, so Dr. Jochen Motte, Mitglied des Vorstands und verantwortlich für die Menschenrechtsarbeit der VEM.

Der Sozialdezernent der Stadt Wuppertal, Dr. Stefan Kühn, beschrieb die Ziele der jährlichen Menschenrechtsaktion der VEM wie folgt: „öffentliches Bewusstsein schaffen, gesetzliche Regelungen finden und den eigenen Konsumstil so gestalten, dass die Menschen weltweit in Gerechtigkeit leben können.“

Hintergrundinformationen, Material für Gottesdienste sowie themenbezogenes Bildungsmaterial für Schule und Gemeinde sind in einer Broschüre zusammengefasst, die nachstehend heruntergeladen oder bei der VEM unter jpic[at]vemission.org angefordert werden kann.

Ein Fachseminar zum Thema Menschenrechte indigener Völker wird am 03. Februar 2020 von 14 bis 19 Uhr in Wuppertal stattfinden. Weiterführende Informationen über das Seminar können unter bähr-k[at]vemission.org angefragt werden.

Martina Pauly (Leiterin Team Kommunikation & Medien)

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